Wie hoch können die Fahrtkosten angesetzt werden bei Berechnung von Kindesunterhalt?

...komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hast Du eine Bestandschaft vom Jugendamt?

Die ziehen ihm diesen Zahn ganz schnell.

Laut Düsseldorfer Tabelle darf 5% berufsbedingte Kosten abziehen, aber höchstens 150€ insgesamt und die Mehrkosten über.

Steht in der Düsseldorfer Tabelle unter Anmerkungen. http://www.olg-duesseldorf.nrw.de/infos/Duesseldorfer_tabelle/Tabelle-2017/20161207_Duesseldorfer-Tabelle.pdf

2

3.

Berufsbedingte Aufwendungen

, die sich von den privaten Lebenshaltungskosten nach objektiven Merkmalen eindeutig abgrenzen lassen, sind vom Einkommen abzuziehen, wobei bei entsprechenden Anhaltspunkten eine Pauschale von 5 % des Nettoeinkommens-mindestens 50 EUR, bei gering fügiger Teilzeitarbeit

auch weniger, und höchstens 150 EUR monatlich geschätzt werden kann. Übersteigen die berufsbedingten Aufwendungen die Pauschale, sind sie insgesamt nachzuweisen

Sabine2401 10.07.2017, 18:45

So hab ich das auch im Internet gelesen. 

Termin für Beistandschaft hab ich diese Woche 

0

Steuerlich kann er 293 EUR pro Monat ansetzen. Er kann sich dafür auch einen Freibetrag eintragen lassen, dann werden ihm weniger Steuern unterjährig abgezogen.

Ich denke auch, dass er einfach keinen Unterhalt mehr zahlen muss. Du solltest Dir selbst einen Anwalt nehmen und klagen (sofern Du nicht ohnehin einen Titel hast).

Sabine2401 10.07.2017, 18:24

Titel hab ich eh schon. 

Anwalt kann ich mir leider keinen leisten. 

Hab aber diese Woche Termin beim Jugendamt. 

0

Sicher kannst du einen Nachweis fordern,die berufsbedingten Aufwendungen müssen notwendig und nachweisbar sein,könnte er z.B. auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in angemessener Zeit fahren oder in Fahrgemeinschaft und das dann auch noch billiger,dann könnten nur diese Aufwendungen in Abzug gebracht werden !

Wenn sich das nicht schon wieder geändert hat kann man mit einem KFZ - pro Km für Hin - und Rückweg 0,30 € in Abzug bringen,darin sind dann auch Anschaffungskosten,Benzin,Reparaturkosten usw.enthalten,ab 30 Km sind dann diese Pauschale auf 0,20 €.

Muss er tatsächlich am Tag für die einfache Fahrt 65 Km zurücklegen,dann wären das am Tag 130 Km also 26 € am Tag.

Geht man also pro Jahr von 220 Arbeitstagen aus,würden das 5720 € im Jahr und verteilt auf den Monat rund 477 € ergeben,also etwa monatlich 350 € weniger als angegeben.

Lass dir die Berechnung und den Bedarf nachweisen,am besten suchst du dir auch einen Anwalt,wenn es da keine Einigung geben sollte,wenn du kein hohes Einkommen hast kannst du dir beim Amtsgericht sicher auch einen Beratungsschein für einen Anwalt besorgen,dass würde dich dann alles nichts weiter kosten.

Menuett 10.07.2017, 19:14

Ähm, nö.

Beim Unterhalt wird nicht gerechnet wie bei den Steuern.

0
Sabine2401 10.07.2017, 19:18
@Menuett

So hat sein Anwalt das aber auch gerechnet.  Warum macht der dann das so?

0
isomatte 10.07.2017, 20:31
@Menuett

Vor der Beantwortung der Frage habe ich extra noch mal im Internet nachgesehen und das gefunden !

Denkst du ich sauge mir diese Angaben aus den Fingern ?

0
isomatte 10.07.2017, 20:35
@Sabine2401

Da musst du schon den Anwalt fragen,der soll ja das bestmögliche für seinen Mandanten heraus holen und was ein Anwalt für seinen Mandanten fordert bzw.angibt muss ja rechtlich gesehen nicht korrekt sein !

0
isomatte 10.07.2017, 20:43
@isomatte

Gib im Internet mal ein ,, Unterhalt kürzen mit Sonderausgaben ",da solltest du dann etwas von einer Kanzlei Hasselbach finden,da kannst du es dann selber nachlesen !

0

da beantragst du über das jugendamt einfach unterhaltsvorschuss. den gibt es bis zum 18 Lebensjahr des kindes. das jugendamt wendet sich dann an den vater zwecks unterhalt. du bekommst den dann vom jugendamt und das holt sich das geld beim vater zurück. das ist für das kind am besten

Sabine2401 10.07.2017, 18:29

Anteag ist heute raus gegangen. Termin für Beistandschaft hab uch auch diese Woche. 

Hoffe das geht alles recht zügig....

1
martinzuhause 11.07.2017, 07:19
@Sabine2401

auf jeden fall kann er dem jugendamt da gern erzählen warum er weniger zahlen will. die werden sich da erst mal nichts draus machen

1

Wende dich an einen Rechtsanwalt  für Familienrecht.

So einfach wie er meint geht das nicht .   

Sabine2401 10.07.2017, 18:35

Habe diese Woche Termin im Jugendamt wegen Beistandschaft. UV hab ich heute den Antrag rausgeschickt. 

Anwalt kann ich mir nicht leisten. 

0
Lkwfahrer1003 11.07.2017, 11:59
@Sabine2401

Anwalt kann ich mir nicht leisten

Frag mal einen Anwalt , ich glaube da gibt es Beratungsscheine .

Also wie er zur Arbeit kommt ist sein Problem , bei der Unterhaltsberechnen werden ja 5% zu seinen Gunsten gerechnet .

Und bei 820 € nur um zur Arbeit zu kommen , kann man ihm nahelegen umzuziehen .

Er ist verpflichtet seine Fahrtkosten zu minimieren .

Urteil OLG Stuttgart vom 19.10.2007 AZ: 15 WF 229/07

Eltern trifft gegenüber ihren minderjährigen Kindern nach dem Gesetz eine gesteigerte Unterhaltsverpflichtung. Sie müssen daher notfalls auch unzumutbare Arbeiten annehmen, um ihre Kinder finanziell zu unterstützen. Um seine Leistungsfähigkeit sicherzustellen, ist ein unterhaltspflichtiger Elternteil auch gehalten, seine berufsbedingten Fahrtkosten zu minimieren. Daher muss er öffentliche Verkehrsmittel benutzen, soweit diese zur Verfügung stehen. Einem verhältnismäßig jungen Vater (37 Jahre) ist es darüber hinaus zuzumuten, eine acht Kilometer lange Wegstrecke zur Arbeit mit dem Fahrrad zurückzulegen. Jedenfalls kann er nicht insgesamt mehr als 5 Prozent seines Einkommens als berufsbedingten Aufwand geltend machen.

1

Er muss einfach 65 km in die Arbeit fahren mit dem PKW. Könnte aber auch mit der Bahn fahren...

Klar könnte er. Er könnte auch von Wasser und Brot leben, sowie noch drei Nebenjobs annehmen, damit du nicht arbeiten gehen musst.

Mit dem Zug ist man ewig unterwegs, wenn man 65km hinter sich bringen will, wer möchte schon seine gesamte Freizeit im Zug verbringen? Wenn ich von meinem Haus aus zum Beispiel nur ins etwa 50km entfernte siegen möchte, wäre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas 2,5 Stunden lang unterwegs, das wären 5 Stunden Zug fahren am Tag bei nur 50km. In dieser Größenordnung kostet auch Zug fahren viel Geld und eben vor Allem Zeit und Nerven.

Er ist nicht dazu verpflichtet, auf ein Auto zu verzichten.

Autofahren bedeutet nicht nur Tanken und fahren. Ein Auto hat Wertverlust, benötigt Wartung, muss gelegentlich repaiert werden und es kommen allerlei Verschleißteile zusammen von reifen über Bremsen bis zu Scheibenwischern und Glühbirnen. Man zahlt Versicherung, Steuer, und auch den Tüv alle zwei Jahre. Womöglich fallen auch Kosten für den Stellplatz an. Bei 65 km (130km insgesamt) kommt man bei den aktuellen Spritpreisen selbst bei einem moderaten verbrauch von 7 Litern und 23 Arbeitstagen im Monat auf etwa 300€ nur am Sprit. Das sind fast 3000km im Monat, also runde 36000km im Jahr. Daraus ergibt sich zusätzlich...

...dass das Fahrzeug nach 5 Jahren schon 180000km drauf hat, also nahezu wertlos ist. Es muss also innerhalb von 5 Jahren abgeschrieben sein. Selbst bei einem preiswerten Fahrzeug kommt man so auf ein  paar hundert Euro Wertverlus pro Monat.

...dass etwa ein mal im Jahr ein großer Service anfällt, der selbst bei einem preiswerten Kleinwagen ein paar hundert Euro kostet.

...dass ein Satz Reifen nach etwa einem Jahr runter ist und dann auch bald mal ein neuer Satz Bremsklötze fällig wird.

...Dass man selbst bei sehr langen Wartungsintervallen einen Ölwechsel im Jahr braucht, was bei hochwertigen Loglife Ölen auch schnell im dreistelligen Bereich liegt.

Dann ist noch nix am Auto kaputt gegangen und die ganzen Kleinen Posten sind noch unberücksichtigt.

Mobilität kostet also Geld, selbst wenn man einen preisgünstigen Wagen fährt. 820€ sind also nicht besonders hoch gegriffen, du solltest die aber mal zeigen lassen, wie der Betrag zu Stande kommt.

Ich bin auch schon einfach 110 km gefahren und habe niemals im Leben 820 € gebraucht.

Du hast wohl einfach nicht vernünftig gerechnet.

Menuett 10.07.2017, 12:24

820€ Im Monat - dann wäre es ja unsinnig, wenn er da weiterarbeitet.

Kindesunterhalt hat nichts damit zu tun, was die Mutter verdient. Kindesunterhalt ist auch nicht so bemessen, dass die Mutter davon etwas abbekommt.

0
TroIIinger 10.07.2017, 12:56
@Menuett

820€ Im Monat - dann wäre es ja unsinnig, wenn er da weiterarbeitet.

Kommt drauf an, wie viel er verdient. Rechne nur mal die normalen kosten eines Autos zusammen, du kommst auch bei einem preiswerten Kleinwagen und weniger Kilometer auf erstaunlich hohe Beträge. Ein Familienkombi oder ein auch nur ansatzweise sportliches oder ein klein wenig besser ausgestattetes Fahrzeug wäre noch weit teurer.

Die Leute rechnen immer Nur Sprit, Steuer und Versicherung. Den ganzen Rest lassen sie unter den Tisch fallen.

rechnen wir doch mal:

Normaler Familienkombi, nichts besonderes:

~20.000€ Wert
~7 Liter Super/100km
Steuer ~100€/Jahr
Versicherung ~500€/Jahr
Laufleistung ~20000km/Jahr

Das ist noch gar nix besonderes.

Nach 10 Jahren hat die Kiste 200.000km und ist somit fast wertlos, wenn man keinen Dummen findet, der sich übers Ohr hauen lässt.

Das ergibt über die Lebensdauer gerechnet pro jahr:

2000 € Wertverlust
200€ Steuer (die bleibt ja nicht so billig)
500€ Versicherung
2000€ Sprit
~200€ für Reifen (ist noch sehr optimistisch)
~500€ Verschleißreparaturen (sehr optimistisch)
~500€ Wartung

Unterm Strich wären wir da bei etwa 6000€ im Jahr (also 500€/mon) für einen ganz gewöhnlichen Familienkombi, der nicht mal besonders viel gefahren wird. Und dann ist noch nichts Ungeplantes kaputt gegangen.


0
Menuett 10.07.2017, 19:11
@TroIIinger

Ich weiß, wie viel ein Auto kostet.

Nur kann er sich das nicht auf den Unterhalt anrechnen.

0
TroIIinger 10.07.2017, 19:23
@Menuett

Nur kann er sich das nicht auf den Unterhalt anrechnen.

Doch, es zählt zu den berufsbedingten Aufwendungen.

0
rollo11 10.07.2017, 12:51

Lach...auch eine Sicht. Dann muss er umziehen, wenn er den Unterhalt nicht mehr zahlen kann bzw in diesem Fall,will

0
TroIIinger 10.07.2017, 19:26
@rollo11

Dann muss er umziehen

Dazu ist er erstens nicht verpflichtet, zweitens ist das höchstwahrscheinlich keine Lösung. Immerhin wohnen viele Leute weit von ihrer Arbeitsstelle entfernt, weil die Mieten in Ballungsräumen mit vielen Firmen sehr teuer sind. Ich würde auch näher bei meiner Arbeit wohnen, wenn das nicht sauteuer wäre.

0
Sabine2401 10.07.2017, 18:49

Nur zur Info....

Ich gehe auch arbeiten. Bin vor der Trennung 25 Std. die Woche gegangen und habe dann aufgestockt auf 30. Vollzeit kann ich in meiner Firma nicht. Mache aber zusätzlich noch einen Nebenjob. 

Und was ein Auto kostet weiß ich, da ich auch eines hab. Sonst würde ich meine Jobs zeitlich gar nicht schaffen. 

0
TroIIinger 10.07.2017, 18:51
@Sabine2401

Und was ein Auto kostet weiß ich, da ich auch eines hab.

Offensichtlich nicht, sonst würdest du ja nicht an dem Betrag zweifeln, und sogar behaupten, du hättest mit 110km pro weg nie so hohe Kosten gehabt. Die Rechnung würde ich gerne mal sehen.

1
Menuett 10.07.2017, 19:12
@TroIIinger

Dafür hat er einen Selbstbehalt von 1080€ im Monat plus 150€ Kosten der Arbeit.

Das Kind muss auch leben, wer keines will muss selbst verhüten.

2
TroIIinger 10.07.2017, 19:22
@Menuett

Benötigt man einen PKW, um zur Arbeit zu kommen (was bei dieser Strecke selbstverständlich der Fall ist), zählt der selbstverständlich zu den berufsbedingten Aufwendungen und kann daher abgezogen werden.

0
Lkwfahrer1003 11.07.2017, 12:06
@TroIIinger

Im Jahre 2007 hat das Brandenburgerische Oberlandesgericht ein für Kindsmutter und Kindsvater bestimmendes Urteil entschieden (Urteil vom 12.11.2007 Az.: 10 UF 230/06):

Wenn die abzugsfähigen Fahrtkosten rund 2/5 bzw. die Hälfte des Nettoeinkommens aufzehren, ist der Kindsvater im Hinblick auf seine Unterhaltspflicht gegenüber seinem minderjährigen Kind gehalten, sie zur Erhaltung seiner Leistungsfähigkeit zu senken.

Denn im Hinblick auf eine erhebliche Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsplatz (im zugrundegelegten Fall von rund 85 km bzw. 109 km) und die dadurch ungemessen hohen Fahrtkosten bei Nutzung des eigenen Pkw kann vom Kindsvater verlangt werden, dass er in die Nähe seines Arbeitsplatzes zieht, um die Fahrtkosten zu reduzieren.

2
TroIIinger 11.07.2017, 12:12
@Lkwfahrer1003

Niemand verbringt freiwillig einen großen Teil der eigenen Freizeit im Auto und gibt einen Haufen Geld dafür aus. So ein Umzug wäre zum Beispiel unzumutbar, wenn die betreffende Person in einem Eigenheim wohnt und es würde nichts bringen, wenn die Mieten nahe am Arbeitsplatz die Ersparnis auffressen. Das sind für die meisten Pendler die Gründe zu pendeln.

das Urteil ist also nur auf ganz wenige Ausnahmefälle anwendbar.

0
Lkwfahrer1003 12.07.2017, 11:56
@TroIIinger

Hallo Trollinger ,

Eigenheim und Ersparnisse und du willst den Kindesunterhalt streichen ? Wie willst du das einem Richter erklären ?

Außerdem , so jedenfalls das OLG Stuttgart : vom 19.10.2007 AZ: 15 WF 229/07 ,

Auszug ;

Jedenfalls kann er nicht insgesamt mehr als 5 Prozent seines Einkommens als berufsbedingten Aufwand geltend machen.

wenn die Mieten

Die Mieten muss er von seinem Selbstbehalt bezahlen . Nicht Abzugsfähig !

Gruß

0
TroIIinger 12.07.2017, 11:59
@Lkwfahrer1003

Wer hat von Ersparnissen geredet?

Jedenfalls kann er nicht insgesamt mehr als 5 Prozent seines Einkommens als berufsbedingten Aufwand geltend machen.

Doch, das ist kein Problem, wenn man es rechtfertigen kann

Die Mieten muss er von seinem Selbstbehalt bezahlen . Nicht Abzugsfähig !

dann kann er gleich Hartz4 beantragen und wäre besser dran.

0
Lkwfahrer1003 13.07.2017, 20:02
@TroIIinger

Hallo Trollinger ,

Wer hat von Ersparnissen geredet?

Äh , DU !

Arbeitsplatz die Ersparnis auffressen

Und

Doch, das ist kein Problem, wenn man es rechtfertigen kann

Dies könnte man evtl. beim Ehegattenunterhalt oder Trennungsunterhalt berücksichtigen , aber wie hier beim kindesunterhalt wirst du nahezu keine Chance haben.

Miete ist nicht abzugsfähig . Sonst könnte jeder eine Wohnung mieten die 5000€  kostet , Fahrtkosten von 800 € geltend machen und sagen aber für mein Kind kann ich von meinen 7000€ netto nicht bezahlen .

Kindesunterhalt , in dem es hier geht , ist höher zu bewerten als den Wunsch eines Elternteils angenehm leben zu können . Sollte dies in Hartz enden ist dies persönliches Pech !

Wenn es um die Zahlungen für Kinder geht , wirst du kaum einen Richter finden der dies durchwinkt . Im Gegenteil , nicht selten kommt es zur Freiheitsstrafe wenn man seinen Verpflichtungen nicht nachkommt . ( Erzwingungshaft )

Gruß

0

Was möchtest Du wissen?