Wie hoch ist der zu zahlende Pflichtteil?

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3 Antworten

Der enterbte Sohn hatte bereits Pflichtteilsansprüche gegen den auf die der verstorbenen Ehefrau anfallenden Anteil des ehelichen Vermögens.

Diesen kann er noch 3 Jahre nach dem Tod der Ehefrau gegen den verfügten Erben (Sie) geltend machen.

In gleicher Weise steht ihm ein Pflichtteil zu, verstürbe der Vater.

Der Pflichtteil entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils, den er  gegenüber dem als Erbe bestimmten Enkel in Geld verlangen kann.

Eine lebzeitige Schenkung an den Enkel könnte innerhalb von 10 Jahren, jährlich um 10% fallend, in gleicher Höhe als Pflichtteilsergänzung verlangt werden.

Ich hoffe, das beantwortet ihre Fragen ausreichend.

G imager761

 

Also würde das Ihrer Logik folgend so sein:

 

Hälftes des gesetlichen Erbteils der Mutter: Voll=100.000 € durch Enterbung 50.000 € davon die hälfte = 25.000€ (wenn geltend innerhalb von 3 jahren)

Teil des Vaters: 100.000 € durch enterbung 50.000 € davon die Hälfte = 25.000 €.

Ist es so korrekt?

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@imager761

Nein, nicht ganz.

Erbfall Mutter: Ehevermögen 200 TEUR, Anteil Mutter z. B. 100TEUR, Erbteil Sohn: 50 TEUR, Erbteil Mann: 50 TEUR, Pflichtteil: 25 TEUR - soweit richtig.

Erbfall Vater: nunmehr gesamtes Restvermögen 200 TEUR, Erbteil Sohn: 200 TEUR, Pflichtteil 100 TEUR

Konstellation Schenkung an Enkel 200 TEUR: jährlich 10 % fallend, z. B. nach 4 J. noch 120 TEUR anrechenbar, Ergänzungsanspruch: 60.000 EUR; nach 10 Jahren Anspruch 0 EUR. Pflichtteil aus übrigem Vermögen wie bei Erbfall Vater.

HTH

G imager761

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Wenn der Witwer alles auf den Enkel überträgt, ist sein Nachlass 0 und daher auch der Pflichtteil des Sohnes 0.  Der Sohn kann aber als "Pflichtteilsergänzung"  T€ 100 verlangen, wenn der Witwer innerhalb 1 Jahres nach Schenkung verstirbt. Der Betrag mindert sich um je T€ 10 pro Jahr, wenn der Witwer später verstirbt. Nach 10 Jahren gibt es nichts mehr.

Nun, die Frage wäre erst mal zu klären, warum der Sohn nichts bekommen soll. Es gibt auch die Möglichkeit, dass er nicht mal das Pflichtteil erhält. Am besten wäre es, sich bei einem Notar zu erkundigen, damit alles seine Richtigkeit hat. Ob es sinnvoll ist, schon zu Lebzeiten alles dem Enkel zu überschreiben, sei auch noch dahingestellt. Man kann nie wissen, wie sich jemand bzw. das Verhältnis entwickelt.

Wir haben ein Testament gemacht, allerdings können meine Kinder rein gar nichts verkaufen und ausgeben, solange wir noch leben. Erst nach unserem beiderseitigem Tod können sie über alles verfügen. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zueinander!

ja das ist normal, dass die erben nicht ans erbe kommen, solange die erblasser noch leben^^

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@blondie1705

das heisst schnekung nicht erbe^^

ja ich versteh dich schon, nur halte ich das für unsinn, ist aber meine subjektive meinung, entweder solllen sie es haben und machen können, was sie wollen, oder ich behalte es...

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@Fatimaroth

Es ist im Leben nicht immer alles so toll. Kann man heute schon wissen, in welche Lage man noch kommt? Vielleicht braucht der Erblasser das Geld selbst noch? Was passiert in den nächsten 10 oder 20 Jahren? Unser Notar hat uns auch geraten, erst nach unserem Tod alles den Kinder zu überlassen und nciht schon vorher.

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@blondie1705

IMHO war das keine besonders schlaue Idee :-)

Die Schenkung ist erst nach 10 Jahren ohne Pflichtteilsergänzungsanspruch vor dem Erbenzugriff sicher und der Pflichtteil bleibt - sofern da nicht noch etwas anderes verfügt wurde - den Erben ebenso erhalten.

Und Schenkungen kann man im Falle des Notbedarfs auch zurückfordern.

Grds. stimme ich dir aber zu, dass es nicht Aufgabe der Erblasser ist, den Nachlass für die Kinder oder Erben zu verwalten, sondern davon selbst ein angenehmen Lebensabend zu gestalten.

Damit das so bleibt, und dazu gehören sicher auch Besuche der Erben, sollte man durchaus einen Teil des Vermögens lebzeitig mit warmer Hand geben, gerade, wenn die Jungen das für ihren Lebensstart gut brauchen können.

G imager761

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