wie Hoch ist der Pflichtteil von einem Erbe einer Immobielie?

3 Antworten

1.) Verkehrswert der Immobilie ermitteln

Fällt eine Immobilie in den Nachlass, so muss für die Berechnung von Pflichtteilsansprüchen zunächst der Verkehrswert, den die Immobilie am Todestag des Verstorbenen hatte, ermittelt werden. Dem Pflichtteilsberechtigten steht hier ein sog. Wertermittlungsanspruch gegen die Erben zu, d.h. der Pflichtteilsberechtigte hat Anspruch darauf, dass die Erben einen unparteiischen und unabhängigen Sachverständigen damit beauftragen, ein Verkehrswertgutachten betreffend die Immobilie zu erstellen. (Falls die Immobilie von dem Erblasser zu Lebzeiten - innerhalb der 10-Jahres-Frist oder an den Ehegatten zeitlich unbeschränkt - verschenkt wurde und es zu Pflichtteilsergänzungsansprüchen kommt, muss der Verkehrswert der Immobilie für zwei Stichtage ermittelt werden (1. Stichtag: Tag der Schenkung, 2. Stichtag: Todestag des Verstorbenen). In einem zweiten Schritt muss der Verkehrswert des Schenkungszeitpunkts auf den Todestag des Verstorbenen indexiert werden (Berücksichtigung des Kaufkraftschwunds). In die Pflichtteilsberechnung ist die Immobilie dann nach dem sog. Niederstwertprinzip mit dem niedrigeren der beiden Werte einzustellen.)

2.) Pflichtteilsquote ermitteln

Um den Pflichtteil berechnen zu können, muss man neben dem Wert des gesamten Nachlasses auch die Pflichtteilsquote des jeweiligen Pflichtteilsberechtigten kennen. Geht es um die Berechnung des Pflichtteils eines Kindes des Verstorbenen, dann hängt die genaue Höhe der Pflichtteilsquote des Kindes z.B. davon ab, ob der Verstorbene verheiratet war, in welchem ehelichen Güterstand er gelebt hat (Zugewinngemeinschaft, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft) und wieviele Kinder der Verstorbene hatte. Für die häufigsten Familienkonstellationen kann man die Pflichtteilsquote mit dem kostenlosen Pflichtteilrechner berechnen: http://www.pflichtteilrechner.de/pflichtteil_berechnen_pflichtteil_rechner_hinweise.html

3.) Konkrete Berechnung des Pflichtteils

Wenn der Pflichtteilsberechtigte z.B. eine Pflichtteilsquote von 1/4 (= 25 %) hat und der Wert des gesamten Nachlasses (einschließlich der Immobilie) 400.000 Euro beträgt, dann beliefe sich der Pflichtteilsanspruch insgesamt auf 100.000 Euro (1/4 x 400.000 Euro).

Die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, wenn er denn pflichtteilsberechtigt ist. Wenn es ein Erbe ist, wieso soll er dann den Pflichtteil erhalten? Die Frage ist zu offen. Sie lässt sich entweder nicht beantworten oder man müsste ein Buch dazu schreiben.

die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Beispiel Mann stirbt, Erben sind Frau und drei Kinder:

Frau bekommt die eine Hälfte, die drei Kinder die andere Hälfte, jedes Kind also 1/6 - das ist die gesetzliche Regel.

Wenn der Mann nur seine Frau als Erbin eingesetzt hat, haben die Kinder ein Anrecht auf den Pflichtteil. Das ist die Hälfte von der Hälfte. Somit hat jedes Kind Anspruch auf 1/12.

Irgendwelcher Schnickschnack wie "Berliner Testament" ist dabei nicht berücksichtigt

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@Raimund1

Das Berliner Testament ist kein Schnickschnack, sondern eine weit verbreitete Gestaltung. Dass diese nicht überall passt, ist auch klar, aber Vor- und Nacherbfolge und Nießbrauchslösung haben auch ihre Häken.

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