Wie hoch dürfen bearbeitungsgebühren bei einer Inkassofirma sein?

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5 Antworten

Du musst gar keine Inkassokosten tragen. Auch Kontofürhungsgebühren sind rechtlich nicht durchsetzbare Hirngespinste von Inkassounternehmen.

Zu zahlen ist die Hauptforderung zzgl. der Verzugszinsen hieraus evtl. Mahngebühr von 2,50 € pro Mahnung die du vom Rechnungssteller erhalten ist und evtl. Rücklastschriftgebühren.

Zahlungen sind an den Gläubiger zu leisten NIEMALS ans Inkassobüro.

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nein. Die Rechnung selbst ist unstrittig? Dann überweise die 150€ zzgl. vielleicht 5€ für Briefporto und Zinsen. Im Verwendungszweck dazu schreiben "HF+Briefporto+Zinsen".

Wenn das Inkasso arg zu sehr nervt, kurz per Einschreiben antworten "Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Weitere Schreiben werde ich ignorieren, einem Mahnbescheid widersprechen. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Wegen der unzulässigen Gebührenforderung werde ich mir vorbehalten, beim zuständigen Aufsichtsgericht Beschwerde einzulegen."

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Gib mal mehr Infos

Lastschriftrückläufer ?

Wie oft gemahnt ?

Ich empfehle das 1 Schreiben des Inkassobüros zunächst komplett zu ignorieren und die unstrittige Hauptforderung plus 2,50 € pro vom Gläubiger verschickten Mahnbrief unangekündigt und zweckgebunden (nur Hauptforderung) direktauf das Konto des Gläubigers ( nicht aufs Inkassokonto ) zu überweisen Anmerkung : Gerichte anerkennen zwischen 1 € (z.b AG Bad Segeberg Urt. v. 25.11.2011 − 17 C 160/11)und 2,50 € (z.b AG Brandenburg a.d. Havel Urteil vom 25.1.2007 – 190/0631 C ) an Mahngebühren pro Mahn Schreiben

Handelt es sich um einen Lastschriftrückläufer mangels Kontodeckung dann ca 6 € dazurechnen (Bankstornogebühren) Resultiert dieser Lastschriftstorno aus einer mangels Kontodeckung fehlgeschlagenen EC Zahlung dann nochmals 6 - 8 € dazurechnen (Kosten einer EMA Anfrage/Adressermittlung)

Eventuell Angefallene Verzugszinsen ebenfalls dazurechnen

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Wenn die Rechnung gerechtfertigt ist überweise die 150 Euro mit der Anmerkung mit der Hauptforderung zu verrechnen. Inkasso Firmen sind sowieso dämlich. Ist die Forderung gerechtfertigt kann sich das Unternehmen das komplett sparen..

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Hallo Aleksa93,

ich bin registrierte Inkassounternehmerin und kann dir hierzu sagen, dass die Inkassogebühr analog dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz berechnet (RVG) wird und somit streitwertabhängig ist. In dem Fall bis 500 € (nach dem 2. KostRMoG). Demnach beträgt die Mittelgebühr (1,3) 58,50 € + 11,70 € Auslagen + 13,34 € Ust. = 83,54 €. Die Gesamtforderung inkl. Inkassokosten müsste sich somit auf 233,54 € belaufen.

Vielleicht erläuterst du kurz die Gebühren in dem Aufforderungsschreiben.

Viele Grüße

Debittec Inkasso

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Kommentar von rainerendres
24.09.2013, 19:39

Stimmt aber nicht ( Bin ehemalige MA eines großen IB )

**AG Dieburg Entscheidungsdatum: 20.07.2012 Aktenzeichen: 20 C 646/12 ** Leitsatz

Die Geltendmachung von sog. Inkassokosten im Wege des Schadensersatzes verstößt regelmäßig gegen die Schadensminderungspflicht. (Auszüge) Nach ständiger Rechtsprechung des Amtsgerichts Dieburg sind Inkassokosten in aller Regel wegen eines Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht gem. § 254 BGB nicht zu erstatten. Anwaltskosten sind bei der Prüfung, ob ein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht vorliegt, nicht zu berücksichtigen. Rechtsanwälte sind anders als Inkassounternehmen Organe der Rechtspflege. Das RVG kann deshalb zur Rechtfertigung von Inkassokosten nicht herangezogen werden. Es handelt sich hierbei um ein Sondergesetz, das nur für Rechtsanwälte anwendbar ist und diese als Teil der Rechtsordnung privilegiert.Inkassobüros prüfen die einzutreibenden Forderungen nicht. Hierzu besteht weder ein Wille der Auftraggeber noch eine Verpflichtung der Inkassounternehmen. Mangels juristischer Ausbildung fehlte es an der Fähigkeit der Inkassounternehmen und der Erlaubnis, da die Rechtsberatung den Rechtsanwälten per Gesetz vorbehalten ist.Dies ergibt sich auch aus einem qualitativen Unterschied. Der Anwalt hat die geltend zu machenden Ansprüche selbst zu prüfen und die Mandanten auf rechtlich unbegründete Forderungen hinzuweisen. Er haftet für seine Rechtsberatung, auf die sich der Mandant deshalb verlassen kann. Macht er bewusst unrechtmäßige Forderungen geltend, macht er sich neben dem Auftraggeber strafbar. Damit besteht auch für den Schuldner bis zu einem gewissen Grad eine Gewissheit der Rechtmäßigkeit der gegen ihn geltend gemachten Forderung. Inkassobüros prüfen die einzutreibenden Forderungen nicht. Hierzu besteht weder ein Wille der Auftraggeber noch eine Verpflichtung der Inkassounternehmen. Mangels juristischer Ausbildung fehlte es an der Fähigkeit der Inkassounternehmen und der Erlaubnis, da die Rechtsberatung den Rechtsanwälten per Gesetz vorbehalten ist. Die Kompetenz des von der Klägerin eingeschalteten Inkassounternehmens erhöht sich auch nicht durch ein eigenes Call-Center, in dem besonders geschulte Mitarbeiter vor allem telefonisch versuchen, gemeinsam mit den Versicherungsnehmern eine Möglichkeit der Regulierung der Angelegenheit zu erreichen.Es ist überhaupt nicht ersichtlich, dass Inkassounternehmen überhaupt eine für die Schuldner befriedigende Lösung finden wollen. Schließlich werden sie von den Gläubigern bezahlt und haben den Auftrag, möglichst viel Geld von den Schuldnern einzutreiben. Mangels Prüfung der Rechtmäßigkeit der Forderung wären sie auch gar nicht in der Lage Belange der Schuldner zu berücksichtigen. Selbst wenn die Schuldner die Forderung mangels finanzieller Mittel nicht begleichen können, werden deren Belange nicht berücksichtigt, sondern die Kosten weiter in die Höhe getrieben, indem kostenpflichtige Ratenzahlungsvereinbarungen abgeschlossen werden, ohne Rücksicht darauf, dass Zinsen die Forderung weiter erhöhen, und der Schuldner auch bei Zahlungen die Forderung nie wird vollständig tilgen können. Die von den Inkassounternehmen "besonders geschulten Mitarbeiter" haben die Aufgabe ihre durch die Schulungen erworbenen Kenntnisse zugunsten des Inkassounternehmens einzusetzen. Erfolge werden nicht dadurch erzielt, dass die Schuldner von der Rechtmäßigkeit der Forderung überzeugt werden, sondern weil sie durch ständige Wiederholungen der "Nachteile" bei Nichtzahlung Ängste schüren und Schuldner zur Zahlungen bewegen, auch wenn die behaupteten Forderungen nicht berechtigt sind.

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Kommentar von EXInkassoMA
24.09.2013, 20:32

LOL
Inkassoflat für 34,99 " Sie können beliebig viele Forderungen an Debittec Inkasso abgeben " (!!!)

Oben steht 83,54 (Mittelgebühr 1,3 )

Unabhängig von der ohnehin uneinheitlichen rechtsprechung :

Das diese Kosten nicht eingeklagt werden kann jeder einigermasen clevere Schuldner qwasi auf der HP nachlesen ;)

Der Auftraggeber riskiert wenn er Pech hat sogar eine Anzeige denn es wird ein Verzugsschaden geltend gemacht welcher nachweisbar überhaupt nicht entstanden ist

http://www.agens-wfi-inkasso.de/inkasso-blog/inkasso-kostenlos-hier-kann-besuch-vom-staatsanwalt-drohen-wenn-inkassofirmen-mit-kostenlosem-inkasso-werben-57

Nichts für ungut

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Kommentar von mepeisen
24.09.2013, 20:52

Der Beweis, dass die Mandantin nicht vorsteuerabzugsberechtigt wäre, wäre noch zu erbringen. Zudem der Nachweis, dass es mehr ist als ein Schreiben einfacher Art (0,3 Gebühr). Auch wäre der Beweis noch zu erbringen, wieso die Kosten beim Inkassobüro mehr als die vom Gesetzgeber empfohlenen 10€ Pauschale sein würden.

Ach ja: Sie dürfen sich wegen Betrugs auf einiges gefasst machen. Ich wünsche Ihnen bereits viel Spaß mit dem OLG Düsseldorf. Streng genommen dürfte das, was sie hier machen, Betrug sein aus strafrechtlicher Sicht: Flatrates anbieten und zeitgleich gegenüber den Schuldnern behaupten, dem Gläubiger (!) würde ein Schaden in Höhe von RVG-Kosten entstehen.

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