Wie hoch darf die Untermiete in einer 2er WG bei gleich großen Zimmern sein?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also Fakt ist nun einmal, dass 420 Euro für ein 16m² großes Zimmer, Mietwucher sind: Und das ist nun einmal laut Gesetz verboten!

Ab wann es sich um Mietwucher handelt, ist in Paragraph 291 des Strafgesetzbuches genau geregelt. Dort heißt es, Wucher liege vor, wenn eine Zwangslage, die Unerfahrenheit, ein Mangel an Urteilsvermögen oder die Willensschwäche eines anderen ausgebeutet werde, um sich Vermögensvorteile dadurch zu verschaffen. Dadurch kommt es zu einem Missverhältnis von Leistung und Gegenleistungen zu Lasten des Mieters. Das kann schon dann gegeben sein, wenn die Miete für Wohnraum 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Und zum Vergleich eignet sich schon das Zimmer von Deinem Mitbewohner.

Aber auch im BGB ist dies geregelt:

Mietwucher liegt vor, wenn ein Vermieter bei der Neuvermietung einer Wohnung oder bei Mieterhöhungen bei Ausnutzung eines geringen Angebotes an vergleichbaren Räumen eine mindestens 20 % höhere Miete als die ortsübliche Miete verlangt (BGH, Urteil vom 25. Januar 2006 - VIII ZR 56/04). Die Vereinbarung einer solchen Miete ist insoweit unwirksam (§ 5 WiStG, § 134 BGB - BGH a.a.O.). Der Vermieter handelt bereits ordnungswidrig, wenn er die überhöhte Miete nur fordert. Es nicht nicht notwendig, dass sich ein Mieter darauf einläßt und die überhöhte Miete tatsächlich bezahlt. Die ortsübliche Miete wird in der Regel durch die örtlichen Mietspiegel vorgegeben. Der Vermieter macht sich gegenüber dem Mieter schadensersatzpflichtig. Insbesondere ist der Vermieter aber auch verpflichtet, die zu viel erlangte Miete zuzüglich Zinsen und ggf. Kosten an die Mieter zurückzubezahlen: Dem Mieter steht nämlich wegen Teilnichtigkeit der Mietvereinbarung ein Rück-forderungsanspruch aus § 812 BGB i.V.m. § 134 BGB, § 5 WiStG i.H. des Differenzbetrags zu, wenn die vereinbarte Miete die ortsübliche Vergleichsmiete um mehr als 20 %. übersteigt. Das setzt voraus, dass sich der Vermieter die Vertragsmiete infolge Ausnutzung eines geringen Angebots an vergleichbaren Räumen hat versprechen lassen, was jedoch vom Mieter zu beweisen ist. Der Nachweis ist schwierig und gelingt häufig nicht. Dabei ist auf das gesamte Gebiet der Gemeinde und nicht nur auf den Stadtteil abzustellen, in dem sich die Wohnung befindet. Das Merkmal des "geringen Angebots" ist deshalb nicht erfüllt, wenn der Wohnungsmarkt für vergleichbare Wohnungen nur in dem betreffenden Stadtteil angespannt, im übrigen Stadtgebiet aber entspannt ist (BGH 13.4.2005, VIII ZR 44/04). Abzustellen ist jeweils auf den "Teilmarkt". Handelt es sich bspw. um eine Luxuswohnung, so ist bei der Beurteilung der Unwirksamkeit wegen Mietwucher darauf abzustellen, ob ein Mangel gerade an Luxuswohnungen bestanden hat, der ausgenutzt wurde (BGH, Urteil vom 25. Januar 2006 - VII ZR 56/04).

Danke für den Stern!

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Ich denke er kann von Dir als Untermieter verlangen wozu er lustig ist. Du musst ja nicht unterschreiben. Wenn Du es genauer wissen willst, geh zum Mieterverein!

Danke für die Hinweise. Ich hatte im Internet schon einen Leitfaden gelesen in dem vorgeschlagen wurde, das in einer 2er WG die Miete anteilig nach Wohnfläche verteilt wird.

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