Wie hilft man sich, wenn einem auf einmal das Vertrauen zu Pferden fehlt, obwohl man sich mit ihnen gut auskennt?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Man muss einfach das richtige Pferd finden. Wenn es nicht passt, dann ist es eher schwierig richtig Vertrauen aufzubauen, gegenseitig. Du musst dem Pferd vertrauen und das Pferd muss dir Vertrauen.

Such dir doch eine Pflegebeteiligung bzw. Reitbeteiligung. Lass dir Zeit bei der Suche. Mach viel Bodenarbeit mit dem Pferd und verbringe viel Zeit mit ihm. Arbeite anfangs nur vom Boden aus und wenn das nötige Vertrauen da ist, dann setzt du dich drauf. Es bringt dir nichts, wenn du dich sofort schnell schnell draufsetzt und losreiten möchtest. Dann landest du in einem Teufelskreis und der ganze Schmarrn geht immer wieder von vorne los.

Vielleicht hast du ja die Möglichkeit dich an einem Stall in deiner Umgebung einfach mal um ein Pferd oder Pony zu kümmern. Da gibt es bestimmt ein etwas älteres Pferd/Pony das betüddelt werden möchte.

Und ich rate dir dazu auch mit einer Reitbeteiligung Unterricht zu nehmen wenn du wieder reitest. Dann können mögliche Fehler gleich ausgebessert werden und werden nicht zu einer lästigen Angewohnheit die man schwer wieder weg bekommt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von prisimm
26.05.2016, 19:59

Danke, ja das mit dem älteren Pferd ist eine gute Idee, da gibt es in meiner Gegend mehrere bei denen ich anfragen könnte. Ich werde meiner Freundin demnächst ersteinmal bei ihrer Bodenarbeit bei ihren Pferden zu sehen und ihr durch Mithelfen ein bisschen Erfahrung sammeln. 

0

Such dir doch erstmal eine Pflegebeteiligung mit späterer Möglichkeit, dieses auch zu reiten. Nimm nicht das erstbeste Pferd, das dir angeboten wird, sondern such dir eines, zu dem du eine "Verbindung" fühlst.

Kümmer dich um das Pferd, beobachte es, sei im Stall präsent, geh mit ihm Spazieren. Alles, was du mit einem Pferd machst, IST "Bodenarbeit".

Vertrauen ist etwas, was sich - wenn du unsicher bist - nur mit der Zeit entwickeln kannst, es gibt weder "Knöpfe", noch "Tricks" noch irgendwelche anderen Sachen, die man machen kann, die eine Vertrauensbildung beschleunigen. Nimm dir diese Zeit.

Wird in deiner Nähe ein Bodenarbeitskurs angeboten, nimm daran teil, damit du von einem "Profi" Sicherheit im Umgang mit Pferden lernst, beobachte Leute, die sicher und gut mit Pferden umgehen.

Löse dich von der Vorstellung, dass der Umgang mit Pferden dadurch "perfekt" wird, das Pferd einfach nicht als "Maschine" zu sehen und "frei" gestalten zu wollen.

"Freiheit" im Umgang mit Pferden beruht auch "nur" auf klaren Vorgaben des Menschen, die das Pferd gelernt hat und versteht ! Pferde fühlen sich sicherer, wenn der Mensch jemand mit klaren Vorgaben ist und nicht so eine "wischiwaschi"-Ausstrahlung hat. Die "Kunst" der "so genannten" Pferdeflüsterer ist im Endeffekt auch nur, ihre "Vorgaben" so aussehen zu lassen, als würde das Pferd eine "eigene" Entscheidung treffen können.

Ich steh in einem Trainingsstall und konnte von daher sehr oft beobachten, dass die "Wischiwaschi"-Pferde, die mit Leckerli vollgestopft werden, die sind, die im Endeffekt keine Erziehung haben, demzufolge im Umgang teilweise so sind, dass der Besitzer sie nicht handeln kann oder sogar Angst vor ihnen bekommt. Nach der Zeit bei unserem Trainer, der den Pferden klare Vorgaben gibt, ihnen eindeutig sagt, was sie dürfen und nicht, werden die Pferde wieder "Umgänglich" und "Sicher und verlässlich im Umgang".

Witzigerweise fühlen sich die Pferde beim "strengen" Trainer wesentlich wohler als beim Leckerlie-fütternden "freundlichen" Besitzer.

Leider wird heutzutage diese "klare Vorgabe" heutzutage aber heutig mit "Strenge", "Härte", "Schläge", "Gewalt" oder "brechen" gleichgesetzt, was es definitiv (bei einem vernünftigen Pferdemenschen) aber nicht ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von prisimm
26.05.2016, 18:01

Vielen Dank an dich, das war sehr aufschlussreich. Ich habe eine Freundin, die sehr sehr viel mit Pferden "am Boden" arbeitetet. Ich hab sie mal angeschrieben, ob ich ihr dabei mal helfen und zu sehen darf. Das war jetzt so meine erste Idee dazu. Das Problem bei der Suche nach einer Art von Reitbeteiligung ist, dass ich dann sofort, nachdem ich zugesagt habe, zum reiten und damit arbeiten anfangen soll. Ich will eben erst langsam mit der ganzen Bodenarbeit anfangen. 

0

Alle reden immer davon, dass das Pferd dem Menschen vertrauen. Iss, damit es klappt. Aber wo bleibt da ist die Gegenseitigkeit? 

Du wolltest doch an der See Urlaub machen - ich könnte Dir die Pferdepension Marlie empfehlen. Da gibt es zwar eher keine Ausritte am Strand- dafür viel gegenseitige Vertrauensbildung mit Pferden. Und am Ostseestrand legst Du dich dann mit nem Eis in einen Strandkorb. 🍹

Schau dir mal die Homepage an, und falls du gerne liest, sei dir die neu erschienene Biographie des Leiters empfohlen. Der versteht was vom Beseitigen von Ängsten...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von prisimm
26.05.2016, 17:55

Ja ist ne gute Idee. Vielen Dank für den Rat. Dachte auch schon daran, dass ich das vielleicht verbinde. Jedoch weiß ich nicht ob da meine Freundin dabei ist :)

0

Hallo. Ich kann gut verstehen das du Pferde in deinem Leben brauchst, sie geben einen so viel Vertrauen und Gelassenheit :)

Aber jetzt zu dir: Du hast geschrieben das an dem Hof bei deiner RB sehr streng geritten wurde, wahrscheinlich englisch. Dann sieh dir mal die Sicht des Pferdes an:

Fändest du es schön wenn dein Kopf fast komplett auf die Brust gepresst und dein Blickfeld dadurch eingeschränkt ist? Du bist ein Fluchttier, es  könnte jederzeit ein Löwe dort stehen wo du nicht hinsehen kannst, also was tun? Dem Menschen auf deinem Rücken vertrauen der ja grade verantwortlich für dein eingeschränktes Blickfeld ist, dir bei jedem Schritt die Beine in die Seite rammt, dich mit einer Gerte schlägt und von dem du sowieso nicht verstehst was er von dir will? Niemals! Der und Überlebensinstingt schreit und sagt weglaufen und wehren...

[Ich weiß ja nicht wie du geritten bist, aber so sieht es bei den meisten englischreitern aus ^^ Damit will ich nicht sagen das es z.B. im Westernreiten nicht auch schlimm ist mit den ganzen Hebelgebissen...]

Du weißt jetzt also wieso sich das Pferd wahrscheinlich immer "gewehrt" hat. Das heißt du hast jetzt die Chance alles anders zu machen.

Such dir einen guten Hof auf dem du Horsemanship lernst. Du wirst zuerst vom Boden aus anfangen mit dem Pferd zu arbeiten. Ihr macht dann nicht das typische longieren&Co sondern auch sowas wie Freiarbeit oder die 7 Spiele von Parelli.

Z.B. durch Freiarbeit merkst du dass das Pferd auch ohne Sattel und Zaumzeug auf dich hört und du es in Gefahrensituationen "kontrollieren" kannst. Du bist dann das Leittier eurer Zweierherde.

Wenn vom Boden alles klappt und du dich sicher fühlst kannst du anfangen zu reiten. Und auch hier wird völlig anders vorgegangen... Ich kann dir jetzt natürlich nicht alles erklären.

Übrigens: Aus meiner Erfahrung sind die Reitlehrer im Horsemanship auch viel gelassener als im Englischen :)

Natural Horsemanship^^

Hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen :)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von prisimm
26.05.2016, 19:56

Dankeschön für die Hilfe war sehr aufschlussreich auch mit dem Video, toll! 

0

Gaaaaaaaaaaaanz viel bodenarbeit! Logieren und co! Versuche das vertrauen zu bekommen! Gib dein Pferd nicht auf! Auch wenn es etwas falsch gemacht hat! Lobe es , wenn es dies wenigstens versucht hat!
Sonst holl dir ein pferdeflüsterer!
Versuche wie ein Pferd zu denken. Scheuchehes durch die Halle. Mache ihm klar wer DU bist! Es darf niemanden angst machen! Das heisst aber nicht mit der Gerte auf ihm herum schlagen!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von 123gluck
26.05.2016, 15:12

*scheuche

0
Kommentar von 123gluck
26.05.2016, 15:15

auch wenn es beim rumscheuen Austritt und co! pass du auf dich und deinen kopf auf! aber es muss verstehen! sonst bleib auch auf der Koppel einfach mal stehen! nimm dir Zeit! es soll zu dir kommen! NICHT DU ZU IHM! Ihr 2 müsst zusammen arbeiten! drehe dich zum Beispiel mal um und ignoriere es. die meisten Pferde werden nach einiger Zeit neugierig und kommen schon von alleine! wenn du noch mehr Tipps brachst können wir gerne emailadressen austauschen!

0
Kommentar von prisimm
26.05.2016, 15:18

Vielen Dank, das gibt mir neuen Mut! Ich glaube ich suche mir ein Pferd, bei dem ich neu beginnen kann und probiere es auf anderem Wege :) Das mit dem Emailen wäre cool, damit ich, sollten sich Fragen stellen, mich bei dir melden kann :)

0
Kommentar von sukueh
26.05.2016, 15:23

Was soll denn herumscheuchen in der Halle bringen ? Das Pferd wird sich - je nach Charakter -  wahlweise "verarscht" oder "verunsichert" fühlen. Eine Vertrauensbildende Maßnahme ist das aber in meinen Augen sicherlich nicht....

Longieren ist nur sinnvoll, wenn man es auch wirklich kann. Nur das Pferd im Kreis um sich herumlaufen zu lassen, bringt meiner Meinung nach für das Vertrauen auch nicht wirklich viel, sondern schadet unter Umständen dem Pferd nur, weil es in einer falschen Haltung läuft - oder baut Kondition auf, die dann auch wieder "abgebaut" werden muss.... wenn jemand sich bei Pferden ein bißchen unsicher fühlt, find ich dann ein "temperamentvolles" auch eher nicht so gut, weil Mensch nicht weiß, wohin er die Energie des Pferdes lenken muss und die dann auch eher einschüchternd wirkt.

Ein "Pferdeflüsterer" sollte entweder ein Bodenarbeitslehrer sein oder aber vielleicht jemand am Hof, wo man Reitet, der viel über Pferde weiß und den man beim Umgang mit den Pferden beobachten kann. Pferdeflüsterer ist ein fürchterliches Modewort, früher war so jemand der "Stallmeister".

1
Kommentar von 123gluck
26.05.2016, 15:39

ja wir können gerne Emails austauschen. Das Wort pferdeflüsterer habe ich genommen, weil ich nicht wusste, ob sie wenn ich zb Stallmeister geschrieben hätte, wissen würde was ich meine. :-) zudem finde ich das Wort pferdeflüterer sehr schön. aber da gilt es ja versch. Meinungen :-) das mit dem rumscheuen ist nicht in dem Sinne gemeint von "hinter dem Pferd wie wild herrennen und mit den armen fuchteln, sondern mit ihm auf einer bestimmten Art und Weise zu kommunizieren. dabei hat das Pferd viel Spielraum. Jedoch bleibt immer eine verbindung zwischen Pferd und Mensch. Auf den Kopf aufpassen muss man, damit man nicht den Huf an den Kopf bekommt falls man mit dem Pferd "spielt" und das Pferd dann schnelle Bewegungen macht, die der Mensch nicht sieht. Wenn man gerade anfängt mit dem 'spielen' haben die meisten Pferde noch keinen Großen respekt oder können ihre kraft gegenüber den menschen nicht einschätzen. das kann dan schnell gefährlich werden. und jetzt nich zu dem longieren. :-)) alsooo...man sollte natürlich aufpassen beim longieren und auch nicht jedem Pferd gefällt das. Natürlich muss man auch aufpassen das niemand über die lange strürtzt oder ähnliches. jedoch ist eine longe ein gutes Hilfsmittel um das vertrauen zum Pferd zu kriegen. :-) also wie sollen wir denn Emails austauschen?

0

Du brauchst das richtige Pferd. Man vertraut auch nicht jedem Menschen, also warum dann jedem Tier auf welches man sich setzt? Probier es mal mit anderen Pferden und schau ob es dann genauso ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von prisimm
26.05.2016, 14:42

Ja das stimmt vielen Dank, ich werde es probieren :)

0

Was möchtest Du wissen?