Wie hilft man jemandem der Selbstmord begehen will?

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20 Antworten

Wenn jemand drüber spricht, denke nich der labbert nur so daher!!!!ich habe dass auch gemacht bei meinem freund, seine freunde wussten davon nicht und dass ergebniss ist er hat sich die pulsadern aufgeschnitten und meine welt ist zusammen gebrochen!! wenn ihr nur etwas mitbekommt dass jemand des machen möchte und diese person euch auch nich viel bedeutet, redet mit anderen darüber wie ihr ihm oder ihr helfen könnt, ihr werdet sonst denken es sei eurer schuld, auch wenn es dann doch nich so is/war!!! hört nich weg!!! das sind hilfeschreie...macht nich den selbenfehler wie ich!!!!!

Hey kenne es selber bin selber suizid gefährdet gewesen und spiele ab und zu auch noch mit dem Gedanken. Mein ex freund ist es auch helfe ihm bin für ihn da aber irgendwie bringt das alles nix. Leider hatte ich auch einen Fall in meinem engen Freundeskreis das traurige daran er hat sich den falschen Menschen anvertraut die nichts dagegen gemacht haben und die die ihm nahe waren hat er Abstand genommen. Habe es selber erst einige Monate danach erfahren von Menschen die ihn gehasst haben. Eine Welt ist zusammengebrochen für mich denn er war immer da und ich konnte ihm nicht mehr helfen. Er hat sich am Abend vor seinem 18 Geburtstag an einem etwas größeren Platz in der Stadt durch selbstentzündung das Leben genommen. Leider wurde es von den Medien falsch dargestellt das fand ich immernoch am schlimmsten. Wie können Medien oder andere Menschen drüber urteilen wie andere sich fühlen die sie kaum kennen! Sry musste meine Meinung loswerden. Werde morgen auch eine Essay über dieses Thema schreiben einfach weil es für mich einen Anlass gibt und dies ein spannendes Thema ist worüber man sprechen muss!!!

Die Tatsache, dass er mit Dir darüber spricht, ist ein Hilferuf.

  1. Ein Selbstmord ist KEIN Mord. Denn man kann sich selbst gegenüber nicht hinterlistig und heimtückisch, nicht aus Mordlust und nicht aus niederen Beweggründen (das ist z. B. die absolut ungerechtfertigte Vorteilsnahme gegenüber beliebigen Personen) handeln. Warum hebe ich das hervor? Weil das Bild vom "Selbstmord", das in der Gesellschaft herrscht, vollkommen absurd ist. Gesellschaft kann sich nur erhalten, indem sie Mitglieder hat. Eine Einzelfigur ist keine Gesellschaft (kann aber sehr wohl als Initiator gesellschaftsbildend wirken!). Also möchte Gesellschaft verhindern, dass Personen sich aus ihr zurückziehen. Dieses u. a. um den Preis der sprachlichen Vergewaltigung. Aber auch um den Preis, angeblich jemanden vor sich selbst schützen zu müssen, und zwar unter Zuhilfenahme von Zwangsmaßnahmen. Das ist vollkommen absurd.

Also endlich:

  1. Es handelt sich um Freitod. Mit DIESEM Bewusstsein musst Du auf ihn zugehen! Denn nur dann kannst Du ohne einen Vorwurf auf ihn zugehen. "Waaaas? Du willst SELBST-MORD begehen?!" Das beinhaltet auch den Vorwurf, eine strafbare, eine verwerfliche, eine unmoralische Handlung zu planen. Alles Vorwürfe, mit denen derjenige eben genau GAR NICHTS anfangen kann. Es drängt ihn nur weiter in die Handlung! Denn es beinhaltet Unverständnis.

  2. Was nun drängt zur Tat? Es ist die subjektive Tatsache, dass das Leben überfordert. Und es ist die Tatsache, dass der Betreffende in seinem bisherigen Leben von der Gesellschaft nicht vor Menschen beschützt wurde, die ihm schaden - und die er nun wiederum aus eigener Kraft nicht abzuschütteln weiß. Und dieses Abschütteln ist nicht nur ein Äußeres: Nicht nur, wegzugehen und einen eigenen Weg zu gehen (es gibt zahlreiche Gründe, weswegen der Betreffende sich davon überfordert sehen kann, auf eigenen Beinen zu stehen - auch rein existenzielle). Sondern auch Inneres: Menschen, Äußerungen, Handlungen, "Schatten"-Handlungen also, die ihn verfolgen. Z. B. in Träumen verfolgen. Oder permanent verfolgen, weil bestimmte Situationen in ihn Erinnerungen, Suggestionen etc. hervorrufen und ihn in einen Handlungszwang oder eine Handlungsstarre versetzen.

  3. Der Wunsch, aus dem Leben zu Treten ist also das Resultat einer ausufernden Fremdbestimmung - insbesondere nun also durch Ängste. Diese Ängste aber sind einmal aufgebaut worden, sind durch Fremdbestimmung und Fremdeinfluss entstanden. Sie entwickeln sich natürlich bei ähnlichen oder vergleichbaren äußeren Einflüssen bei jedem Menschen unterschiedlich - in Abhängigkeit von der Persönlichkeit des Betreffenden. Aber selbst stark und selbstsicher erscheinende Menschen können etwa am Ende nur noch den Freitod als Möglichkeit sehen, der Fremdbestimmung zu entgehen. Und dann kommt dieses Erstaunen: "Mensch, das hätte ich aber gerade von IHM nicht gedacht!" Man dachte es nicht, weil der Mensch nicht wollte, dass jemand in ihn hinein sieht. Das Resultat ist völliges Unverständnis.

  4. Er aber nun spricht mit Dir. Er möchte also, dass Du in ihn hinein siehst, um ihm Wege aufzuzeigen. Nein, eigentlich möchte er, dass DU für ihn diesen Weg gehst. Und das kannst Du nicht. Aber Du kannst nun auf ihn zugehen und gemeinsam mit ihm seine Qualen erforschen und durchleben. Der Volksmund sagt, geteilter Schmerz sei halber Schmerz. Das stimmt nicht, denn für ihn bleibt der Schmerz bestehen. Aber es hilft erst einmal, wenn das subjektive Gefühl entsteht, dass jemand mit ihm solidarisch an dem Schmerz mitträgt.

  5. Du musst lernen, den Wunsch nach dem Freitod als Leidensdruck zu begreifen. Frage Bilder oder Videosequenzen bei ihm ab, lasse Dir also beschreiben, wie er den Schmerz empfindet. Hat er eine Neigung zur Kunst? Dann versuche ihn, dahin zu bewegen, den Schmerz künstlerisch zu artikulieren (in Bildern, Skulpturen, Schriftsprache...). Aber dabei darf es nicht bleiben. Zur Bewältigung kann m. E. nur der Weg über das Schreiben auch zu Ergebnissen führen. Denn

  6. Der Leidensdruck ist eine Spirale. Es gibt keinen Weg nach draußen, weil das Leiden die Fähigkeit blockiert, frei und unabhängig zu denken. Selbst wenn der Betreffende eine analytisch denkende Persönlichkeit ist, so ist sein Denken nicht frei, distanziert und zielorientiert in Bezug auf alle Probleme, die sich um den Leidensdruck ranken. Es kann also nur verschiedene Schlüsselereignisse geben, die das Denken Stück um Stück befreien. Z. B. ein Schmerzempfinden, das skulpturalen Ausdruck gewonnen hat, befreit für die Erweiterung des Empfindens, weil das Empfinden sich nicht mehr an diesem einen Schmerzbild festhält - dieses konkrete Schmerzbild ist nun nach außen gekehrt worden. Z. B. bestimmte Problemzusammenhänge, und seien sie scheinbar noch so einfach gestaltet, befreien erst dann für neue Gedanken, für neue Ansichten, für neue Einsichten, wenn der Problemzusammenhang durch Schreiben so festgehalten wurde, dass er nicht mehr verloren geht. Nun kann das Bewusstsein diesen Problemkreis loslassen und sich dem nächsten widmen.

  7. Wichtig dabei aber ist, dass Du dieser Person das Gefühl geben kannst, dass DICH sein Leidensdruck interessiert. Es reicht nicht, zu sagen "Schaffe Kunst!" oder "Schreibe!", denn dann bleibt er wieder mit sich allein. Was er aber braucht ist das Gefühl, dass unter den Menschen jemand ist, der IHN verstehen kann. Ein Teil des Leidensdrucks ist die Isolation. Diese Isolation ist eine innere und häufig keine von außen überhaupt oder in seiner bedingungslosen Bedrängnis erkennbare! Mir fällt da gerade eine Zeile aus einem Song ein: "You're not alone!" Das ist der Schlüssel zum Weiterleben. Und deshalb ist der Schlüssel, den Wunsch nach dem Freitod aufzulösen, der über den Einzug in sein Empfinden:

  8. Die innere Isolation solltest Du offen ansprechen. Sag ihm, dass er unter X Freunden tatsächlich völlig allein ist (falls er überhaupt X Freunde hat...). Und sag ihm, dass DU Dich von ihm allein gelassen fühlst, weil er Dir bisher nicht die Möglichkeit gegeben hat, ihn zu verstehen. Tritt ihn!

  9. Und sporne ihn an, alle Bilder, alle Gedanken und alle Andeutungen zu verfolgen und offen zu legen. Es darf KEINE Tabus geben. Ich gebe es ein wenig krass wider, um mich verständlich zu machen. Ein amerik. Radiosender hat die DOORS gesperrt, als Morrison auf der Bühne während einer Life-Übertragung brüllte: "Mother? I want to F U C K You!" Weil er damit ein absolutes gesellschaftliches Tabu gebrochen hatte. So etwas durfte nicht einmal GEDACHT werden. Das aber ist, was ich meine: Er darf nicht das Gefühl haben, dass irgendwelche Gedanken falsch oder verboten sind. Den er HAT bestimmte Gedanken. Und diese Gedanken sind Teil seines Leidensdrucks. Wenn Du von außen bestimmte Gedanken ausklammerst, weil Du sie ungehörig findest oder sie Dir selbst wiederum Leiden zufügen, dann öffnest Du Dich auch nicht voll und ganz seinem Leidensdruck! Er muss wissen, dass JEDER Gedanke und JEDES Bild in seinem Kopf legitim und erlaubt ist.

Ich hoffe, die Admi von gutefrage macht mir den Kanal nicht zu, wenn ich soviel schreibe...

Fühle mich persönlich zum ersten Mal verstanden. Danke, auch wenn die Antwort nicht mir galt.

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Fühle mich persönlich zum ersten Mal verstanden. Danke, auch wenn die Antwort nicht mir galt.Die meisten Menschen "ächten" ja eher jene, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen weil Sie deren Lebens-Leidensweg nicht kennen.

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Wow, da hätte aber doch jemand eine Auszeichnung für "Die Beste Antwort" verdient!

Sowas nenne ich echt empathisch! Grossen Respekt!

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Was soll man tun, wenn diese Person, die Hilfe nicht annehmen will...

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Wenn jemand zu mir sagen würde was du machst ist frei tot dann würde ich mich erst recht umbringen -.-!!!

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@GerMinecrafter

Ich weiß nicht ganz, wie ich das verstehen soll. Fühlst Du Dich aus Betroffenheit heraus berührt? Ist Dein Leidensdruck so groß, dass Dich nur noch gesellschaftlicher Druck davon abhält, Dir das Leben zu nehmen? Oder ist das nur ein rein hypothetischer und provokativer Kommentar?

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