Wie hießen die "Seher" oder "Wahrsager" im alten Rom?

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Es gibt mehrere Arten und Ausdrücke.

Die Auguren (lateinisch: augur [Singular]/augures [Plural]) ergründeten und verkündeten den Götterwillen (geplante Handlung ausführen oder nicht), indem sie ihn (angeblich) aus Zeichen in der Natur lasen, besonders der Vogelschau (lateinisch: auspicium).

Die Haruspices (lateinisch: haruspex [Singular]/haruspices [Plural]) sagten aus einer Eingeweideschau geschlachteter Opfertiere, besonders der Leber, voraus, ob die Götter eine beabsichtigte Unternehmung billigten oder nicht.

In der antiken Mythologie gab es die Sibyllen (lateinisch: Sibylla [Singular]/Sibyllae[Plural]) als Wahrsagerinnen (z. B. besucht Aenaes bei Vergil, Aeneis, die Sybille von Cumae). Im antiken Rom wurden Sybillinische Bücher, eine Sammlung von Orakelsprüchen in griechischen Hexametern, angeblich der Sibylle von Cumae, aufbewahrt und in schwierigen Zeiten herangezogen.

Ein lateinischer Ausdruck für eine Wahrsagerin ist „saga“ (das Adjektiv „sagax“ bedeutet „leicht spürend“, „scharfsinnig“), Plural: „sagae“. Ein „ominator“ (Plural: „ominatores“ ist jemand der Zeichen (Singular: „omen“; Plural: „omina“) deutet. Ein Ausdruck für „Wahrsager“ ist „hariolus“ (Plural: harioli“), ein weiterer „vates“ (Plural: „vates“), was „Seher“, „Künder“, „Prophet“, aber auch „Dichter“, „Sänger“ bedeutet.

In einem deutsch-lateinischen Lexikon stehen vielleicht noch mehr Ausdrücke.

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