Wie heraus finden, ob eine Person ein absolutes Gehör hat?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Naja, die einzige ohne Notenkenntnisse z.B. jemanden morgens 4 bis 5 Töne durcheinander vorzuspielen, ihm zu sagen, er sollte sich z.B. den 3. merken (oder einen gem. Auslosung) und am Nachmittag ihn den Ton vorsingen lassen bzw. aus einer willkürlichen Tonfolge herauszupicken, die natürlich keine gemeinsamen Intervalle zur morens vorgespielten Tonfolge haben darf.

Würde auch pfeifen funktionieren, sollte er nicht gut singen können?

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@TheUser1992

Es würde alles funktionieren. Es kommt nicht auf die Form oder Kunst an. Nur auf das Gehör. Er muss einen Ton, den er vorher gehört hat eben später wiedergeben. Egal wie. Auch z.B. wenn er sich erst 10 Töne selbst am Klavier anhören würde und dann draufkommt.

Voraussetzung aber eben, dass er dann nicht sieht, an welcher Stelle zuvor das Klavier gespielt wurde. Und um eben auch eine relative Herangehensweise auszuschließen müsste der Ton später eben alleine kommen oder aus einer zufälligen Folge heraus, aber nicht aus der gleichen Intervallfolge oder einer ähnlichen wie zum Beginn des Tests.

Zudem müsste sichergestellt werden, dass wirklich auch genügend Zeit vergeht, dass der Ton nicht mehr "im Ohr" ist, sondern neu angesagt wird und dass auch keinerlei Hintergrundmusik vorhanden ist oder vorher auch nicht z.B. die gleiche Musik oder ein gleiches Geräusch (Telefontuten, Klingel) erklingt, zu welchem eine Relation assoziiert werden könnte.

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@jahresurlaub

Theoretisch kann man das auch ein bischen lernen. Es ist so, dass z.B. ein F# etwas zerflatterter ist, ein A klarer. Aber da bedarf es viel Konzentration und viel Übung. Mir war das irgendwann zuviel.

Ein absolutes Gehör muss jetzt auch nicht das Erkennen aller Töne sein. Das wäre natürlich das Ideal und auch so gedacht. Aber absolut hören bedeutet eben, ohne Vergleich einen Ton bestimmen zu können. Und das kann ggf. auch nur bei einer limitierten Reihe von Tönen klappen.

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@jahresurlaub

Spielt es eine Rolle, ob man die Melodie mag und schon öfter gehört hat?

Gestern hatte ich mir diese Melodie vor dem schlafen Gehen noch einmal angehört. Leider war die Melodie, bis ich einschlief, ein wenig Ohrwurm. Den gesamten heutigen Tag dachte ich allerdings, bis jetzt, nicht ein mal an die Melodie bzw. dessen Tonhöhe. So pfiff ich eben die Tonhöhe, die ich dachte, sie sei richtig und verglich sie mit dem Original. Es passte!

Spricht das nun für ein absolutes Gehör oder ist dieser Test nichtssagend?

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@TheUser1992

Wie gesagt: du musst zwischen absolutem und relativem Gehör unterscheiden.

Beim absoluten Gehör geht es um die exakte Tonhöhe eines Tones. Natürlich kann es auch eine Melodie sein.

Beim relativen Gehör geht es um die exakten Intervalle (Tonabstände) einer Melodie oder zweier Töne. Dabei kann diese Melodie etwas höher oder niedriger als in ihrer normalen Tonhöhe wiedergegeben werden oder sogar transponiert (in eine andere Tonart übertragen) werden, solange die Tonfolge in sich die richtigen Abstände hat.

Will heisen: wenn du eine Melodie hörst und diese am nächsten Tag exakt in der gleichen Tonhöhe(!) wiedergibst (alson nicht wenn nur die Melodie in sich passt, sondern mit dem Original exakt in der Tonhöhe gleich ist), dann hast du ein absolutes Gehör.

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@jahresurlaub

Nachtrag:

Aber: wenn z.B. vor dem Lied auf der CD ein bestimmtes anderes Lied ist, kannst du dich natürlich unterbewusst an diesem orientieren. Es muss wirklich ohne jegliche Vergleichsmelodie geschehen, d.h. selbst eine Türklingel, der Telefonton oder was auch immer einen immer gleichbleibenden Ton wiedergibt macht diese Probe zunichte, denn man könnte sich an diesem eben relativ orientieren.

Dann ist es ja auch ncoh so, dass natürlich erst die Musik beginnt, bevor du den Gesang mitpfeifst. Das würde auch nicht zählen, sondern nur, wenn du heimkommst, die Melodie aufnimmst, die du pfeifst und die Aufnahme mit dem Original vergleichst. Sobald der 1. Ton des Liedes gespielt wird, hast du ja einen Referenzton, an dem du dich relativ orientierst.

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@jahresurlaub

Referenzen vielen mir nicht auf und die Tonhöhe wurde getroffen.

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@TheUser1992

Ja, aber z.B. wenn das Lied los geht und vor dem ersten Ton der Melodie z.B. ein Synthesizer im Hintergrund einen Akkord spielt oder selbst das Schlagzeug den Takt vorgibt oder wie auch immer hat man schon einen Bezug. Wie gesagt: am besten wäre es nicht mitzusingen oder mitzupfeifen, denn du richtest dich da in Sekundenbruchteilen auf die Tönhöhe aus, ohne dass du es ggf. merkst und wie gesagt, es gibt immer eine Referenz und sei sie noch so scheinbar unbedeutend, sondern du solltest die Melodie aufnehmen und danach vergleichen, um sicherzugehen.

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@TheUser1992

In welcher Form die Person, die Tonvorstellung aus dem Gedächtnis reproduziert, ist egal.

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Du beschreibst das aktive absolute Gehör.

Es gibt auch das passive, das einem Menschen ermöglicht, einen gehörten Ton zu bestimmen.

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setz einen ans klavier und lass ihn melodien nachspielen.wenn ers schnell hinkriegt,auch schwierige sachen wie jazz od. klassik,hat ers.

Dies setzt Vorwissen voraus: Er muss Klavier spielen können.

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@TheUser1992

einzelne tonfolgen raushören,muss ja nicht soo schnell sein,und wenns um akkorde geht,hat ein solches genie das schnell raus.nicht die wechsel,einzelne

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Das hat nicht viel mit absoluten Gehör zu tun, sondern mit mit der Vorstellung von Melodie, Harmonie, Form u.a. Und mit pianistischen Fertigkeiten.

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Ich glaube das kannst du nicht überprüfen.

Viele Leute haben ein absolutes Gehör, wissen aber nichts davon, da sie nicht die Bezeichnung der Töne kennen.

Erst wenn das vorausgesetzt ist, dann kannst du das testen.

Kleinkinder haben übrigens ein absolutes Gehör. Das gleiche Lied in einer anderen Tonlage ist für sie ein völlig neues.

So viel zum Thema amodale Wahrnehmung. :)

Ich hatte gehofft, dass es auch ohne geht, da ich nicht weiß, ob ich Noten lernen möchte.

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@TheUser1992

Überprüfen kannst du das insofern, dass du irgendwo einen Ton hörst und z.B. am nächsten Tag den gleichen Ton wiedergeben kannst, egal wie, z.B. durch Singen, Pfeiffen, herumsuchen auf dem Klavier oder wie auch immer. Aber wenn du eben den Ton triffst, du weisst, dass es der Ton vom Vortag war.

Ob du dabei Noten kannst oder nicht ist zunächst zweitrangig.

Beispiel: Du Pfreist einen Ton. Nimmst ihn auf. Hörst ihn nochmal ab, um sicherzugehen, dass die Aufnahme auch nichts verzerrt. Merkst dir diesen einen Ton. Drei Tage später versuchst du den Ton nochmal zu pfeiffen. Nimmst ihn auf und vergleichst in hinterher mit dem 1. Ton. Sind beide gleich hast du ein absolutes Gehör.

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@jahresurlaub

Vielen Dank, du hättest dich allerdings nicht wiederholen müssen. xD

Edit: Danke für den Versuchsaufbau. XD

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Kleinkinder haben übrigens ein absolutes Gehör. Das gleiche Lied in einer anderen Tonlage ist für sie ein völlig neues.

Das stimmt nicht.

Ein Lied in einer anderen Tonart ist für die Stimmproduktion immer ein neues Lied, da der Kehlkopf anders arbeitet. Das ist bei allen Menschen so und hat nichts mit dem Gehör zu tun.

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