Wie heißt es in Amtsdeutsch, wenn man einen Polizisten mit einer Waffe bedroht – (Brauche es für einen Roman) – Und wie wäre das etwaige Strafmaß dafür?

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3 Antworten

Hallo LimaZulu,

wer einen Polizisten mit einer Waffe bedroht begeht die beiden folgenden Straftaten:


§ 241 StGB - Bedrohung 

(1) Wer einen Menschen mit der Begehung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bedroht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) Ebenso wird bestraft, wer wider besseres Wissen einem Menschen vortäuscht, daß die Verwirklichung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bevorstehe.


§ 113 StGB - Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte 

(1) Wer einem Amtsträger oder Soldaten der Bundeswehr, der zur Vollstreckung von Gesetzen, Rechtsverordnungen, Urteilen, Gerichtsbeschlüssen oder Verfügungen berufen ist, bei der Vornahme einer solchen Diensthandlung mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt Widerstand leistet oder ihn dabei tätlich angreift, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. 

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn 

  1. der Täter oder ein anderer Beteiligter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt, um diese oder dieses bei der Tat zu verwenden, oder 
  2. der Täter durch eine Gewalttätigkeit den Angegriffenen in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt. 

(3)Die Tat ist nicht nach dieser Vorschrift strafbar, wenn die Diensthandlung nicht rechtmäßig ist. Dies gilt auch dann, wenn der Täter irrig annimmt, die Diensthandlung sei rechtmäßig.  

(4) Nimmt der Täter bei Begehung der Tat irrig an, die Diensthandlung sei nicht rechtmäßig, und konnte er den Irrtum vermeiden, so kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder bei geringer Schuld von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen. Konnte der Täter den Irrtum nicht vermeiden und war ihm nach den ihm bekannten Umständen auch nicht zuzumuten, sich mit Rechtsbehelfen gegen die vermeintlich rechtswidrige Diensthandlung zu wehren, so ist die Tat nicht nach dieser Vorschrift strafbar; war ihm dies zuzumuten, so kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen.


Das mögliche Strafmaß habe ich Dir in den beiden Paragraphen fett dargestellt.

Beachte dabei, dass sich beim Widerstand der Polizeibeamte bei Vornahme einer Diensthandlung befinden muss, ist er das nicht bleibt die Tat nur eine Bedrohung gem. § 2141 StGB!

Schöbe Grüße
TheGrow

kompakt1 31.08.2015, 15:56

Richtig!

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Da der Beamte zu einer Handlung oder auch nicht Handlung mit Gewalt erpresset/genötigt wird. Liegt hier m.E. eine räuberische Erpressung vor.

255 StGB

kompakt1 31.08.2015, 16:06

leider nicht richtig. bei § 255 STGB muss u.a. eine Vermögensverfügung, ein Vermögensschaden und eine rw. Bereicherungsabsicht vorliegen. "TheGrow´s" Antwort ist korrekt.

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