Wie heißt die Ansicht, dass es zwar keinen "Gott" gibt, aber etwas "Göttliches"?

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12 Antworten

Ich würde das zwar auch nicht unbedingt als Panentheismus bezeichnen, wohl aber als Pantheismus. Beide sind sich darin einig, daß Gott - oder eben das Göttliche - in der Welt allgegenwärtig ist, der Unterschied ist aber der, daß im ersteren dieser oder dieses zugleich als über der Welt herrschend angenommen wird. Mir persönlich wäre das zu viel, denn dann kann ich auch gleich bei Jesus oder Allah bleiben. Ich neige da eher zum Buddhismus, wie auch Schopenhauer, an den du wohl gedacht hast. Übrigens wird dein Bild auch hier recht gut dargestellt:

http://hintergrundstrukturen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=54:die-kosmische-geistkugel&catid=36:admin-essays&Itemid=62

An sich wäre Pantheismus (nicht zu verwechseln mit Panentheismus) ganz passend, sofern du alles, darunter dich selbst und deine Mitmenschen, auch unter dieses "Göttliche" fasst. Ansonsten Dualismus.

Auch Mystizismus wäre nicht unpassend, hat aber heutzutage eine eher negative Konnotation.

Wenn du keinen passenden Begriff für deine Weltsicht findest, denk´ dir doch einfach einen aus!

Eine sehr umfassende und allgemeine Erläuterung eines Gottesbegriffs. Speziell dafür im einzelnen gibt es keinen Begriff. Solche Denkweisen werden jedoch in unzähligen anderen Gottesbildern, Philosophien und sogar Weltreligionen verwendet. Auf die Art und Weise wie du es beschreibst kam mir als erstes der Buddhismus in den Sinn. Der wird aber an einigen Stellen nochmal etwas übergreifender.

"Ich lasse mir auch keine Regeln vorschreiben, nach denen ich lebe,
diese Regeln bildet man sich selbst aus Erfahrungen und Erlebnissen."

Diese Aussag finde ich "ursüß"! - und auch ganz schön überheblich.

Willst du also nicht auf Sauerstoff und Wärme (der Sonne) und Wasser und Pflanzen angewiesen sein; dann mache dich doch unabhängig davon und berichte uns, wie du ohne sie lebst.

"Klassischer Theismus: Der Theismus kann zunächst – so etwa bei Richard Swinburne oder John Leslie Mackie – als Gegensatz zum Atheismus, dem Nichtglauben an Götter, betrachtet werden. Hier bezeichnet der Begriff jegliche Weltanschauung, die die Existenz einer göttlichen Instanz annimmt. Im engeren Sinne bezeichnet klassischer Theismus den Glauben an einen oder mehrere Götter, die mit der Welt nicht identisch sind, diese aber lenken und in sie eingreifen[53], und die eventuell auch ewig und unveränderlich sind.[54]"

aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Gott

privatreligion?

Ist letztlich auch egal, wie andere es nennen würden oder? Wenn du eh nur deine eigenen Regeln anerkennst, kannst du dir doch auch einen eigenen namen ausdenken! ;)

Irgendeine Art von Agnostizismus? Dort weiß man einfach nicht ob es einen Gott gibt, da es halt ungeklärt bzw. nicht zu klären ist...

http://de.wikipedia.org/wiki/Agnostizismus

DerNutzer10000 17.07.2012, 16:53

Und deshalb ist es kein Agnostizismus.

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Suboptimierer 17.07.2012, 17:06

Dort weiß man einfach nicht ob es einen Gott gibt

Wer weiß das schon? Demnach müssten alle Agnostiker sein.

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pRiot 17.07.2012, 17:59
@Suboptimierer

das sind wir strengenommen auch. Wir sind alles Agnostiker in Bezug auf Einhörner und Drachen, denn wir können diese Existenz der beiden Dinge nicht widerlegen. Gott ist wie ein fliegendes Einhorn mit flügeln. seeehr, seeeeehr unwahrscheinluch, aber die Existenz widerlegen können wir sauber wissenschaftlich nicht. Wie auch, und: wozu auch?

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pRiot 17.07.2012, 18:13
@pRiot

"fliegendes Einhorn mit Flügeln" ich muss sagen mir sind schon bessere beispiele eingefallen

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pRiot 17.07.2012, 18:37
@chrotta65

"Gott" ist sogar das höchst-unwahrscheinliche von Allen. Die Vorstellung von Gott wirft so viele fragen auf. Viel mehr als unsichtbare Einhörner oder Drachen! Mal ganz abgesehen davon,dass es weder für Drachen, noch einhörner, noch Götter auch nur den Hauch eines Beweises gibt.

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Suboptimierer 17.07.2012, 19:06
@pRiot

aber die Existenz widerlegen können wir sauber wissenschaftlich nicht. Wie auch, und: wozu auch?

Du machst den Fehler, die Vorgehensweise umzudrehen.

juligo hat geschrieben:

Irgendeine Art von Agnostizismus? Dort weiß man einfach nicht ob es einen Gott gibt

Es geht darum, dass man nicht beweisen kann, dass es einen gibt.

Wissen bedeutet gesicherte Erkenntnis. Erkenntnis widerum erlangen wir aposteriory (aus Erfahrung) oder apriori (durch analytische Urteile). Es gibt zwar in fast jeder Religion einen Beleg (beim Christentum ist es die Bibel), aber die Validität wird so stark angezweifelt und durch keine bis wenige andere Belege unterstützt, dass die Wissenschaft keine Religion bisher als Wissen anerkennen konnte.

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pRiot 17.07.2012, 21:35
@Suboptimierer

Du machst den Fehler, die Vorgehensweise umzudrehen.

nein, ich bin die Möglichkeit durchgegangen. Klare Sache: Wer eine These aufstellt ist in der beweispflicht.

Es geht darum, dass man nicht beweisen kann, dass es einen gibt.

eben. ich verstehe dein problem nicht.

Wissen bedeutet gesicherte Erkenntnis. Erkenntnis widerum erlangen wir aposteriory (aus Erfahrung) oder apriori (durch analytische Urteile).

danke für die kleine Erinnerung, aber das Thema ist mir durchaus nicht fremd. ich könnte auch sagen, dass die Gottesthese nicht bewiesen werden kann, weil sie an dem Falzifizierbarkeitskriterium welches popper formulierte scheitern muss. Eine These muss theoretisch widerlegt werden können, um als Wissen zu gelten. Dies ist nicht auf die These Gottes anwendbar. weder a priori noch a posteriori (du solltest diese beiden Wörter besser getrennt schreiben)

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fechi333 18.07.2012, 11:07
@pRiot

Das stimmt nicht.

a) konkret

1.1.) steht bei den personalen Gottesvorstellungen und das sind nur einmal die meisten die Prämisse, dass Gott nicht sinnlich erfahrbar ist und daraus folgend ein Bilderverbot.

1.2.) Für Fabelwesen gilt, dass diese sinnlich erfahrbar sind.

1.3) Etwas, dass sinnlich erfahrbar ist und nicht sinnlich erfahren wurde(ein Beweis würde ja reichen) existiert auch nicht; maximal als Idee, aber die ist nicht reell

Co) Es gibt keine Fabelwesen

b) strukturell

2.1) Ist jegliches Wissen in der Form des religiösen Wissens Gottes aufgebaut, weil es keine konsistente Definition von Wissen gibt und wir deshalb alles immer nur für wahr halten.

2.2.) Daraus folgt nicht, dass wir deshalb auch alle Agnosikter sein würden.

2.3) Denn wenn du "in der Form" Agnostiker bist, dann musst du auch sämtliches Wissen tatsächlich bezweifeln., d.h. es muss auch eine Praxis daraus folgen

2.4) wenn keine Praxis daraus folgt, ist es kein authentischer Zweifel, dann wärst du kein Agnostiker

2.5) Ich behaupte wir(du) besitzen keinen authentische zweifel

Co) Wir sind keine Agnostiker

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pRiot 18.07.2012, 17:06
@fechi333

Wenn Gott nicht sinnlich zu erfahren ist, kann es auch keinen Eingriff in die reale Welt geben, denn zumindest jede Art von Eingriff ist theoretisch erfahrbar. Das lässt entweder die Möglichkeit zu, dass Gott nicht eingreift und damit praktisch nicht exitiert, oder höchstens im Deistischem Sinne oder eben überhaupt nicht, niemals und zu keiner Zeit existierte.

Was ist der Sinn eines Gottes der nicht erfahrbar ist? Viele religiöse menschen werden dir dabei auch widersprechen und wenn ich von Gott rede, meine ich einen personellen, eingreifenden, das heißt, die Regeln der Naturgesetze gerichtet misssachten dürfender, Gott.

Punkt 1.2. deiner kleinen Liste gilt somit auch für das was ich unter der klassischen gottesvorstellung der allermeisten Theisten verstehe. Der Rest der Aufzählung folgt dann natürlich.

Wir sind Agnostiker in bezug auf Einhörner, wir haben sie weder beweisen noch widerlegen können, wir können sie potenziell beweisen, wie gesagtg, ein beispiel reicht, aber nichtmal theoretisch widerlegen. Russels teekanne macht diesen Gedanken noch klarer. Agnostiker zu sein bedeutet ja, wie du sicher weißt, nicht automatisch für jeden Fall eine 50:50 Wahrscheinlichkeit an zu nehmen, sondern jede erdenkliche wahrscheinlichkeit abgesehen von 0:100 oder 100:0.

Fabelwesen existieren nicht, pf, erzähl das mal den ersten Menschen die Tiefseefische, wie Anglerfische oder riesenkraken nach Stürmen an Land gefunden hatten. Fabelwesen sind theoretisch möglich und manchmal entspricht ein durchaus reales, unendecktes Tier einem imaginären, mythologischem Tier durch Zufall - ein gegenbeispiel widerlegt eine These...

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Suboptimierer 18.07.2012, 17:20
@pRiot

Ich konnte nicht wissen, dass du ein Fachmann bist und habe das an den wenigen Sätzen, die du zuvor geschrieben hast auch nicht erkennen können.
Sorry, wenn ich dir auf den Schlips getreten bin.

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Spinozismus würde ich mal sagen. Da ist "das Höhere" die Substanz und wird mit Gott gleichgesetzt.

Du bist nur kein Christ, ansonsten glaubst du so ziemlich fest an einen Gott, mit fast allem drum und dran.

Spirituell

Deine Beschreibung deiner Weltanschauung sind sehr ungenau. Daher lässt sich dafür natürlich kein spezieller Begriff finden, zumindest nicht so leicht. Ich würde deine Einstellung generell erst einmal als Spirituell bezeichnen.

Eine weitere Möglichkeit währe: Daoismus.

Der Glaube an eine universelle Energie?

Ich kann dazu aber auch keinen Begriff finden.

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