Wie heißt das Seil beim Klettersteigen, dass man beim Sturz benutzt, damit der Klettergurt nicht das Blut abschneidet?

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3 Antworten

Ich vermute, du meinst das "Klettersteigset". Heißt auch so. Wird am Gurt befestigt und dann mit zwei Karabinern im begleitenden Drahtseil festgemacht.

Die Bandschlingen zwischen Gurt und Karabiner sind mehrfach in sich vernäht. Bei einem weiten Sturz reißt die Naht und so wird Sturzenergie abgebaut. Dann bleibt eine deutlich längere Bandschlinge die immer noch hält, aber keine Stoßdämpfer-Wirkung mehr hat.

Ich hab noch nie Klettersteige begangen und weiß daher nicht, wie man sich dann verhält. Ich kenne nur die Regel "Weiter gehen damit ist nicht" weil man nun viel längere Bandschlingen hat (unhandlich) und (viel wichtiger) die Stoßdämpfer-Wirkung dahin ist. Vermutlich haben die meisten Klettersteige aber regelmäßige Ausstiege in denen man den Steig auf begehbaren Wegen verlassen kann. Eine Bergung mit allen Schikanen ist also eher unwahrscheinlich.

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DM6835 18.06.2017, 20:25

Nein ich meine eine Schnur die man an dem Klettersteigset befestigt wenn man wegen der Dämpfung zB: 3 Meter runterhängt.

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DM6835 18.06.2017, 20:37

Danke volker79 für deine Antwort. Aber ich habe das Seil schon gefunden. Es nennt sich Reepschnur

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volker79 18.06.2017, 22:28
@DM6835

Okay dank deiner Eigenantwort die Frage überhaupt verstanden. Ja, die Reepschnur wird mit einem speziellen Klemmknoten (Prusik) befestigt und hilft einem dann beim Aufstieg ("hochprusiken"). Dazu werden zwei Reepschnüre genutzt, eine kurze die am Gurt sichert und eine lange als Fußschlaufe. Die für den Fuß hochschieben (unbelastet klemmt der Prusik nicht), reinstellen, aufstehen, die am Gurt nachziehen, reinsetzen und wieder die für den Fuß hochschieben und wo weiter.

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Hallo,

mich interessiert, wo und wie Du das aufgeschnappt hast. Die Idee dahinter ist vollkommen unüblich und ein irgendwie ähnliches Manöver kommt in den alpinen Lehrbüchern überhaupt nicht vor.

1. Kein Klettergurt (damit meine ich die modernen Hüftgurte) schneidet heutzutage mehr das Blut ab. Im Gegenteil, man kann in allen gut und problemlos rasten und hängen. Vor vielen Jahrzehnten war es mal üblich, dass man nur mit Brustgurt kletterte und da wird tatsächlich die Herz- und Atmungstätigkeit bei freiem Hängen in wenigen Minuten drastisch eingeschränkt, was auch in einzelnen Fällen zum Tode geführt hat.

2. Wenn Du auf einem Klettersteig ernsthaft stürzt, dann reißen die genähten Bandfalldämpfer der modernen Klettersteigsets auf. Das Set hält anschließend keinen zweiten Sturz mehr aus. Dumm gelaufen, Du bist dann ein Fall für die Bergrettung (sofern Dich kein Kamerad mit einem Seil mehr hochsichern kann)

3. Was ist für Dich das Sicherungsseil? Das Stahlseil oder die Bänder des Bandfalldämpfers? 

4. Solltest Du die Idee haben,die am Band des Falldämpfers hochprusiken zu wollen: Das ist ziemlich unrealistisch, dass müsstest Du nur, wenn Du im einem langen steilen Überhang komplett frei in der Luft hängst. In jeden üblichen Klettersteig bis E oder sogar F kommst Du an die Sicherungen zurück. Wie gesagt, ist dieses Szenario auch in keinem der üblichen alpinen Lehrwerke vorgesehen.

 

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DM6835 19.06.2017, 15:06

Das habe ich mal in einem Kletterkurs gehört und jetzt habe ich im Internet dazu was gesucht:

https://www.sportlerfrage.net/frage/was-ist-eine-prusikschlinge

Lies bitte die Antwort von igseilsport

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Martinmuc 19.06.2017, 16:54
@DM6835

Was eine Prusikschlinge ist weiß ich auch......

Beim Mehrseillängenklettern  gehört sie dazu und auch bei Manövern zur Rettung eines in eine Spalte gestürzten Mitglieds einer Gletscherseilschaft.


Aber nochmal: Beim Klettersteiggehen macht sie keinen Sinn.

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Ich vermute du meinst den Bandfalldämpfer, der hat aber nicht unbedingt viel mit Blut abschneiden und wieder zurück hoch kommen zu tun, sondern soll den Sturz dynamisch machen.

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