Wie heißen Wörter, die einer anderen Sprache zu entliehen scheinen, es aber nicht sind?

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3 Antworten

Das nennt man Pseudoentlehnung oder auch Pseudolehnwort.


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"Friseur" ist durchaus ein französisches Wort, es wird lediglich heute nicht mehr in Frankreich verwendet (man sagt heute "coiffeur"). Es ist also durchaus ein Lehnwort.

Bei dem Wort "handy" muss man folgenden häufigen Effekt bedenken, den Bedeutungswandel. Im Englischen kann "handy" "praktisch" bedeuten, also etwas, was man immer dabei haben sollte, und was "easy to use" ist. Und ein "mobile phone" ist eben auch oft "handy".

Es ist also meines Erachtens nach schon auch ein Lehnwort, bloß eines, das einen Bedeutungswandel mitgemacht hat. "pseudoenglisch" kann man auch dazu sagen (es gibt auch den Begriff "false friends").

Dass Lehnwörter einen Bedeutungswandel mitgemacht haben, ist nicht selten (siehe auch "Kanak", das Wort hat erst in Europa eine negative Konnotation bekommen, welche es ursprünglich gar nicht hatte, mit "Ariern" waren ursprünglich mal keine Deutschen gemeint, der "Kiosk" war mal ein Pavillon in einem Garten und kein "Verkaufsbüdchen" usw.).

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Kommentar von Kaenguruh
09.05.2016, 22:02

Danke für die interessante Antwort.

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Kommentar von mychrissie
04.03.2017, 10:15

Ein noch krasseres Beispiel für Bedeutungswandel ist der Begriff "public viewing", der bedeutet im Englischen eigentlich, dass man einem öffentlich aufgebahrtem Verstorbenen am noch nicht verschlossenen Sarg die letzte Ehre erweist.

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"Handy" ist ein so genannter "Schein-Anglizismus", auch "falscher Anglizismus" genannt.

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