Wie hat sich das Menschliche Ohr entwickelt?

3 Antworten

HIer musst du wesentlich später ansetzen als beim Fisch. Vom Fisch stammen zwar die Sinnesrezeptoren, Schwingungen über ihr Seitenlinienorgan wahrzunehmen und auch die Berührungsempfindlichkeit unserer Hautsowie der Gleichgewichtssinn sind ein Erbe dieses Sinnes, aber das Gehör hat sich erst bei den Landwirbeltieren entwickelt. Fische brauchten dies nicht, weil sie Schallschwingungen, die durch das Wasser übertragen werden, direkt in ihr Skelett übergehen und von dort auch Sinnenshärchen in den sogenannten Otholithen (Gehörsteinchen) reizen. So hören Fische - ganz ohne Ohren.

An Land wird Schall aber wesentlich schwächer Übertragen als im Wasser und hat auch eine geringere Reichweite. Trotzdem waren wohl schon frühe Amphibien imstande, Geräusche an Land wahrzunehmen. Schon die frühen Lurche konnten mit einem vom Kieferknochen umgewandelten Knöchelchen, äquivalent zum Steigbügel, Schall wahrnehmen. So konnten sie etwa den Flügelschlag einer Libelle hörenund nach ihr als Beute schnappen. Und auch beim Balzen hat das Ausstoßen von Balzrufen die Partnersuche vereinfacht. Das Gehör entwickelte sich hier über Druckrezeptoren am Kiefer, wie sie auch Fische haben. Diese Schwingungen auch über die Luft wahrzunehmen, war den frühen Amphibien dann bereits möglich. Das Gehör hat sich im Laufe der Jahrmillionen dann weiter verfeinert, da es immer wichtiger für den Überlebenskampf wurde. Und so bildeten Amphibien und frühe Reptilien bereits Trommelfelle und spezielle Gehörgänge aus.

Die Säugetiere entwickelten als kleine, nachtaktive Tiere dann ein besonders effizientes Gehör: Die Gehörknöchelchen aus Hammer, Amboss und Steigbügel, die ebenfalls aus Teilen des Kiefers hervorgingen, erlaubten ihnen eine hochdiffernzierte Geräuschauflösung, die sie in ihrem ausgeprägten Innenohr, das nunmehr zu einer Schnecke aufgerollt war, verarbeiteten. Da sie über 170 Millionen Jahre vor allem Beutetiere der Dinosaurier waren, verhalf diese Gehörentwicklung ihnen zum Überleben. Auch die Entwicklung einer Ohrmuschel, um Geräusche auch richtungsweisend orten und verstärken zu können, fällt wahrscheinlich in die Zeit der späten Trias.

Bei den Vögeln - und auch ihren Vorfahren, den Dinosauriern - entwickelte sich ebenfalls ein hocheffizientes Gehör, obwohl ihr Primärsinn vor allem der Gesichtssinn blieb. Sie verfügen über keine Gehörschnecke und auch nur über den Steigbügel als Gehörknöchelchen. Säugetiere sehen dagegen schlechter als sie hören. Zwar können viele Vögel wesentlich differenzierter mit Lauten kommunizieren und vor allem Nachtvögel wie Eulen können sogar besser hören als die meisten Säugetiere (sie hören sogar das Trippeln einer Maus unter der Schneedecke), trotzdem stehen die meisten Vögel den Säugern was das Gehör angeht ein wenig nach.

Hallo Mindstormprofi,

schau mal hier ab Minute 31: Da wird das sehr schön erklärt:

https://youtube.com/watch?v=6Q9Dqyt-hv8

Das Prinzip der Evolution bleibt immer gleich. Individuen tragen zufällige Unterschiede; manche davon erleichtern ihnen das (Über)leben, manche erschweren es.

Im Falle des Ohres haben sich einige Knochen im Kiefer zurückgebildet, konnten dann aber in der kleineren Form plötzlich anders für ihre TRäger wichtig sein - es handelt sich um einen sogenannten "Funktionswechsel".

Grüße

Theorie vom Fisch nehmen, funktioniert das nicht

Nein die "Theorie vom Fisch" ist allgemein gültig. 

weil die Menschen mit einem guten Ohr und die, mit einem schlechten, haben ja die gleichen Überlebungschancen.

Naja, derjenige der auf der Jagt weniger Gehört hat hat natürlich schlechtere Chancen. Verstehe deinen Gedankengang nicht.

Der eine Fisch hat das gute Muster und der andere das schlechte. Dann bleibt das Moos nur an dem einen Fisch mit dem schlechten Muster hängen und behindert ihn am schwimmen. Somit stirbt dieser schneller (Wird gefressen oder so). Nur so ist es dazu gekommen, dass jetzt alle Fische dieses Muster haben. Wie sollte das denn beim Ohr funktioniert haben?

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@Mindstormsprofi

Irgendeine Art entwickelte durch Mutation primitive Sinneszellen, die Schallwellen "erkennen" kann. Die Tiere mit dieser Fähigkeit konnten Feinde und Futter hören und waren somit im Vorteil gegenüber den Artgenossen ohne diese Sinneszellen. Gleiches Prinzip.

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@Trashtom

Welchen Nachteil haben denn die Menschen mit einem nicht so gutem Ohr oder wie sterben sie dadurch schneller?

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@Mindstormsprofi

Das kommt aber sehr selten vor. 

Wieso? Das OHR HAT sich schon entwickelt. Ich rede also von Urzeiten und nicht von heute. Da gab es genug Gefahr.

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@Trashtom

Ob du den früher oder später hörst - der frisst dich eh. Also: Gleiches Recht für alle - Für die mit gutem und mit schlechtem Ohr. Hat also doch nicht funktioniert.

Kennst du eine Antwort, die überzeugend ist?

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@Mindstormsprofi

Du behauptest also allen ernstes, dass die Fähigkeit zu hören keinen Überlebensvorteil bietet?

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@TheStone

Ja.

Nenn mir ein überzeugendes Gegenbeispiel und ich werde anderer Meinung.

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@TheStone

Außerdem können die Menschen mit einem Ohr, ohne diese komischen Faltungen drin auch hören - nur halt nicht so gut.

Oder meinst du, dass da einer ein Pickel im Ohr gehabt hat und deswegen ein bisschen besser hören konnte, so mehr Überlebungschancen hatte als die anderen und sich somit durchgesetzt hat?

Das funktioniert einfach nicht!

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@Mindstormsprofi

Das ist doch nicht dein Ernst.

Beispiel 1.

Du spazierst durch den Dschungel. 10 Meter weiter im Gebüsch HÖRST du einen Panter vor sich hin grölen. Er hat dich noch nicht gesehen.

Gehör: Du weichst ihm großzügig aus.
Kein Gehör: Du latscht ihm vor die Füße und er tötet dich.

Beispiel 2.

Dein Baby schreit Nachts weil es von einem kleinen Raubtier angegriffen wird oder weil ihm sonst etwas fehlt.

Gehör: Du schreckst auf und rettest es.
Kein Gehör: Du pennst einfach weiter und dein Nachkomme stirbt.

Beispiel 3. 
Ein morscher Baum fällt im Wald um.

Gehör: Du rennst davon und rettest dich.
Kein Gehör: Du wirst erschlagen.

Ich kann dir tausende Beispiele aufzählen. 

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@Trashtom

Wenn ein Mensch ein Ohr ohne die Falten hat, hat, die von außen sichtbar sind, kann er trotzdem hören wenn auch nicht so gut. Du erzählst mir aber, dass er garnicht hören kann. Verstanden, was ich will?

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@Mindstormsprofi

Die zwei Ohren sowie die Falten in den Ohrmuscheln sins dazu da, eine Schallquelle lokalisieren zu können. Wenn du das nicht kannst, weisst du nicht, in welchem Gebüsch es knackt, wo das Wolfsgehäul herkommt und wo du hinrennen musst, wenn du dein Kind um Hilfe schreien hörst. 

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@Mindstormsprofi

 Kommentar von TheStone , vor 15 Std

"Du behauptest also allen ernstes, dass die Fähigkeit zu hören keinen Überlebensvorteil bietet?"

Kommentar von Mindstormsprofi , vor 10 Std

"Ja.

Nenn mir ein überzeugendes Gegenbeispiel und ich werde anderer Meinung."

Vielleicht solltest du lernen auszudrücken, was du meinst.

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