Wie hat man seine Gedanken verstanden, bevor die Sprache erfunden wurde?

7 Antworten

Gedanken, also all das, was im Kopf so stattfindet, ist nur zu einem sehr kleinen Teil mit Sprache in klassischem Sinne verbunden. Zunächst sind da Sinnesreize, die zu Erfahrungen verarbeitet werden. Dann ist die Kommunikation mit der Umwelt ja nicht auf sprachliche Formen beschränkt. Auch Tiere und sogar Pflanzen verarbeiten Reize und entwickeln Reaktionsmuster. Schlussendlich ist Sprache nur eine Sonderform von Zeichen mit Bedeutung. Wenn dein Bekannter dich in die Seite knufft und dann mit dem Finger auf etwas deutet, weißt du auch ohne Worte, dass er dir was zeigen will - und das ist eine "Sprache", die sogar Tiere verstehen.

Ich bin nicht der Ansicht, dass wir in Sprache denken. Ich nehme gerne das Beispiel einer Fabrik. Die bekommt etwas in LKWs geliefert (das ist der Hörvorgang). Das Denken selber findet nun ohne LKWs statt - in der Fabrik. Erst, wenn der neue Gedanke "fertig" ist, wird er wieder von anderen LKWs abgeholt und ausgeliefert (das ist der Sprechvorgang, wobei wir natürlich auch "innere" Dialoge führen können, ohne die Lippen zu bewegen).

So ist also die Fabrik "die Denkfabrik Gehirn", und die LKWs repräsentieren die Sprache (als Transportmittel).

Somit denkt ein Taubstummer auch nicht anders als jemand, der hören und sprechen kann, der Unterschied ist lediglich, dass bei ihm die Anlieferung (Hören) von Gedanken und die Auslieferung von eigenen Gedanken (Sprechen) gestört sind.

Durch Gebärdensprache kann er sich dennoch helfen bei der Kommunikation.

https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/enzykl_denken/Enz_12_SpracheDenken.pdf

Auch können Blinde "in Bildern" denken, wobei man das nicht einmal wörtlich nehmen muss (das ist eine Repräsentation im Gehirn, die nicht einmal viel mit dem optischen Sinneseindruck zu tun haben muss). Jedenfalls gibt es gute blinde Schachspieler, die ein vergleichbares Vorstellungsvermögen von Strukturen und Bewegungen haben wie sehende Schachspieler.

Auch können Menschenaffen denken (sie haben keine Sprache, welche der menschlichen vergleichbar wäre). Manchen kann man sogar eine Art Symbolsprache beibringen, welche sie aktiv und auch phantasievoll einsetzen können.

mann kann sich auhc ohne worte verständigen.

mimik und gestik sind mit abstand auch mit sprache ein sehr wichtiges instrument.

natürlich kann man ohne sprache mal mehr mal weniger keine detailgetreue aussage machen.

Kennst du das, wenn du nach einem Traum wach wirst, und nur noch die Bilder und Gefühle des Traums im Kopf hast (diesen aber zum verrecken nicht in Worte fassen kannst)? Ich vermute, dass es ungefähr so im Kopf aussah.

Außerdem ist die Sprache ja nicht dafür da, um dich mit dir selbst zu verständigen, sondern um dich deinem Gegenüber verständig zu machen. Wenn du mal nicht weißt wie du es sagen sollst, liegt es dann nicht an der Sprache oder dem Verständnis des anderen?

Ich weiß immer was ich sagen will oder wollte, und du?

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

ich träume fast nie

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Sprache wurde nicht erfunden, sie entwickelte sich.

Als das mit der Fleischesserei losging, begann es zu funkeln in der Denkmurmel.
Qua dem Futter entlang mussten die Gedanken irgendwo hin, also sich ausdrücken.

Wenn sich ein Mammut einem Jäger auf den Kopf gesetzt hatte, war das wahrlich unbeschreiblich, dafür musste man Worte finden, oder.
Freiwillig ist sicher niemand gestorben, erklären konnte man das nicht, ohne Worte.

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