Wie hat Hannibal seine Elefanten über das Mittelmeer gebracht?

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3 Antworten

Hannibal mußte seine Elefanten nicht über das Mittelmeer bringen, da sich diese bereits auf der iberischen Halbinsel befanden.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. haben die Karthager mit dem Einsatz von Kriegselefanten begonnen.

Die Karthager haben in Nordafrika gefangene Elefanten verwendet, von einer verhältnismäßig kleinen Art bzw. Unterart (vermutet wird am meisten der wohl schon in der Antike ausgestorbene Nordafrikanische Elefant [Loxodonta africana pharaoensis], daneben der Waldelefant[Loxodonta cyclotis]). Auch ein paar Elefanten aus Asien könnten sie gehabt haben, über hellenistische Reiche (die Ptolemaier und die Seleukiden haben in Syrien Elefanten in Kriegen eingesetzt) mit indischen Elefanten, die sie aufgrund eines Kontaktes mit indischen Herrschern hatten, eingeführt bzw. deren Nachkommen.

In den Befestigungsanlagen Karthagos befanden sich im unteren überdeckten Raum Ställe für 300 Elefanten (Appian, Libyke 95 [450]).

Hannibals Vater Hamilkar hat bei seiner Ernennung zum militärischen Befehlshaber einer Armee im Krieg Karthagos gegen aufständische Söldner (241 – 238 v. Chr.) 70 Elefanten zur Verfügung gestellt bekommen.

Hamilkar erhielt danach vom Rat Karthagos den Auftrag, karthagische Besitzungen in Iberien wiederzugewinnen und brach – wahrscheinlich im Frühjahr 237 v. Chr. – mit seiner Armee von Karthago auf, zog an der Küste Nordafrikas entlang und setzte in der Nähe der Straße von Gibraltar (in der Antike: Säulen des Herakles) mit Schiffen nach Gadir (phönizischer Name)/Gadeira (altgriechisch: Γάδειϝα)/Gades (lateinisch), heute Cádiz, über. Offensichtlich hat er eine Flotte mit vielen Schiffen eingesetzt und in einer Anzahl von Schiffen wurden Elefanten transportiert. Die Elefanten in die Schiffe hineinzubekommen und zu befördern war sicherlich nicht leicht. Wahrscheinlich waren Elefantenführer dabei und es wurde versucht, einen Anschein festen Erdbodens zu erzeugen und Leittiere vorauszuschicken. Auf Bronzemünzen der kleinen Stadt Lascuta, die von Gadir/Gadeira/Gades abhängig war, erscheint das Bild eines Elefanten. Eine Vermutung ist, daß dort die Ställe der Karthager waren.

Hamilkar wurde unter anderem von seinem Schwiegersohn Hasdrubal und seinem Sohn Hannibal (damals 9 Jahre alt) begleitet.

Als 229 v. Chr. Hamilkar bei einem Überfall getötet worden war, wurde Hasdrubal sein Nachfolger als Stratege von Libyen und Iberien. Hasdrubal kam mit mehr als 100 Elefanten nach Akra Leuke und sammelte Truppen, wobei er insgesamt 200 Elefanten hatte (Diodor 25, 12). Anscheinend sind weitere Elefanten von Nordafrika zur iberischen Halbinsel gebracht worden.

Hasdrubal legte am Ort der bestehenden Stadt Mastia als neues Verwaltungszentrum Qarthadasht/Qart-Hadašt (phönizisch; „Neue Stadt“, „Neustadt“)/Nea Karchedon (altgriechisch: Νέα Καϝχηδών)/Nova Carthago (lateinisch; „Neukarthago“), heute Cartagena an.

Hasdrubal wurde 221 v. Chr. ermordet und Hannibal von den Soldaten zum Befehlshaber ausgerufen und von Rat und Volksversammlung Karthagos als Stratege von Libyen und Iberien bestätigt.

218 v. Chr. brach Hannibal von Qarthadasht/Qart-Hadašt/Nea Karchedon/Nova Carthago mit einer Armee auf, zu der auch Elefanten gehörten (nach Appian, Annibaike 4 [13] 37 Elefanten), um Italien auf dem Landweg zu erreichen, unter anderem über die Pyrenäen und die Alpen.

Polybios 3, 46 und Livius 21, 28, 5 – 12 beschreiben mit einigen Abweichungen voneinander von der Überquerung des Flusses Rhone. Sehr große Flöße wurden mit Erde und Pflanzen bedeckt, am Ufer festgemacht und daran weitere Flöße befestigt. Auf diesen wurden die Elefanten, die gleichsam auf dem Landweg vorgedrungene waren, nach Kappen der Verbindungseile ans andere Ufer gefahren. Dabei handelte es sich um die Verladungsart für Seetransport, wie aus Claudius Aelianus, Πεϝὶ ζῴων ἰδιότητος (Über die Eigenart der Tiere/Tiergeschichten; lateinisch: De natura animalium) hervorgeht.

Nach Polybios wollten die Elefanten nicht ins Wasser des Flusses gehen, was überraschend ist, da Elefanten dies normalerweise ere tun und gute Schwimmer sind. Bei Livius ist auch noch eine andere Erzählung bewahrt, wonach die Elefanten einfach ins Wasser getrieben und so über den Fluß gebracht wurden (vgl. Frontinus, Strategemata 1, 7, 2).

In Italien überlebte nur 1 Elefant den nächsten Winter.

215 v. Chr. wurde Nachschub von einer Flotte des Nauarchen Bomilkar von Nordafrika nach Süditalien gebracht, 4000 Numider, 40 Elefanten, einen Menge Silber und Lebensmittel (Livius 23, 13, 7). Die Landung war in Lokroi (Livius 23, 41, 10- 12). Bomilkars Sohn Hanno brachte die Verstärkung aus Bruttium durch Lukanien nach Kampanien zu Hannibal (Livius 23, 43, 5).

Hannibal fuhr 203v. Chr. mit Schiffen von Italien nach Nordafrika. Eine Mitnahme von Elefanten wird nicht erwähnt. In der Schlacht bei Zama (202 v. Chr.) hat Hannibal neue Elefanten aus Nordafrika eingesetzt, 80 (Appian, Libyke 40 [168]) bzw. über 80 (Polybios 15, 11, 1).

Albrecht 05.12.2013, 08:20

Informationen enthält:

Jakob Seibert, Hannibal. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1993, vor allem S. 28, S. 40, S. 101, S. 235 – 236 und S. 450 – 452

Bücher, die das Thema antike Kriegselefanten behandeln:

John M. Kistler, War elephants. Foreword by Richard Lair. Westport, Connecticut : Praeger, 2006. ISBN 0-275-98761-2

Howard Hayes Scullard, The Elephant in the Greek and Roman world. London : Thames & Hudson, 1974 (Aspects of Greek and Roman life). ISBN 0-8014-0931-4

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ja, er kam aus norafrika und hat diese mit ins heute spanien gebracht...von dort aus ging es dann über die alpen richtung rom...

PatrickLassan 03.12.2013, 15:03

Nur mal als Hinweis: Zwischen Afrika und Spanien liegt die Straße von Gibraltar.

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