Wie haltet ihr von Judo und dessen Philosophie(z, B, von Kano)?

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3 Antworten

Naja, eine ganze Philosophie hat er nicht aufgebaut, aber schon das eine oder andere kluge Sätzchen von sich gegeben. Seine Hauptarbeit, die es zu würdigen gilt ist die, Techniken aus dem Jiu-Jitsu zu einem sinnvollen Lernmodell zusammenzustellen. 

Bekannt wurde er für die Prinzipien, die mit Sicherheit nicht er sich ausgedacht hat, aber in den Vordergrund gerückt hat. "Der sanfte Weg", "Siegen durch Nachgeben", "gegenseitiges Helfen zum gegenseitigen Wohlergehen", ...

Erfunden hat er wenig. Seine zu würdigende Leistung lag in der klugen Zusammenstellung von Techniken.

Es gibt viele anlehnende Beispiele. Eines wäre "Harry Potter". Die Autorin hat viele bestehenden Geschichten, Stile und Ideen so geschickt miteinander verbunden, dass Groß und Klein Freude am Lesen gefunden haben.

Oder wenn du dir 100 Bücher durchlesen würdest und davon dann eine Zusammenfassung schreiben würdest, die bedeutsame Ideen aus den Büchern aufgreifen und in Relation zu einander setzte.
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Was soll ich vom Judo und seinen Prinzipien halten?

Ich würde sagen, dass man die Wichtigkeit der Bestandteile gut daran erkennen kann, an was noch herum gedoktort wird.

"Siegen durch Nachgeben", das wird sich so schnell nicht ändern, aber ganz neu ist z. B., dass man nicht mehr in die Hose greifen darf. Daran kann man sehen, dass noch viel im Wandel ist und das letzte Wort noch nicht gesprochen wurde, wo wie bei anderen, jahrtausende alten Kampfkünsten.
Judo ist sehr neu und modern und noch nicht komplett ausgereift.

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Ich mache zwar Taekwondo, habe aber vor  ungefähr 7-8 Jahren Judo trainiert (lang ists her..) Ich finde Judo gar nicht so schlecht. Die Philosophie kenne ich gar nicht mehr :D leider. Doch ich fand es interessant zu lernen einen Gegner ohne Faust- und/oder Fußtechniken außer Gefecht zu setzen. Gleiches zählt auch für Brazilian Jiu Jitsu.

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Kommentar von rolfmartin
15.09.2016, 11:12

Übt man den Judosport den Regeln gemäß aus, dann ist er - für mich  - eine elegante Art sich aus der Affäre zu ziehen. Ferner war die Phi-losophie Kanos u. a. : Siegen durch nachgeben. 

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Ich persönliche trainiere die japanische Kampfkunst Aikido und kann mit dem modernen Judo als Wettkampfsport nur wenig anfangen.

Judo und Philosophie

Auch wenn ich kein Freund von Wettkämpfen bin, schätze ich die pädagogischen Aspekte des Judo für die Übenden.

Jigoro Kano soll ja angeblich selbst erklärt haben, er sehe Judo nicht als traditionelle Kampfkunst alter Schule, sondern als pädagogisches Mittel an.

Zudem soll Kano durch seine "Philosophie des Judo" den damals schlechten Ruf der Jujutsu-Disziplinen, die als Mittel von Raufbolden galten, allgemein verbessert haben.

Die Aufgabe des traditionellen Menkyo-Graduierungssystems und die Einführung des modernen Gürtelsystems durch Kano kann man dagegen gut heißen, oder auch nicht.

Ich denke, die Disziplinen der Gegenwart haben der Pädagogik des Judo durchaus viel zu verdanken, etwa wenn man an den Stil des Unterrichts denkt.

Effektivität des Judo

Was die Effektivität des Judo bei der Selbstverteidigung angeht, so hängt sie, wie bei jeder anderen Disziplin auch, von den Fähigkeiten des Übenden ab.

Ein guter Judoka wird sich auch auf ungewohnte Techniken, wie etwa Tritte, einstellen können und sich der Situation anpassen. Ein schlechter Judoka dagegen nicht.

Ich persönlich finde die "sutemi-waza", bei denen man selbst kontrolliert zu Boden geht, um den Partner zu werfen, wie etwa den bekannten "tomoe nage", für den Ernstfall eher bedenklich.

Gerade bei mehreren Angreifern ist es riskant, sich in solch eine unvorteilhafte Lage zu bringen. Dagegen sind einige Würgegriffe, wie etwa der "hadaka jime" meiner Meinung nach außerordentlich effektiv.

Letztlich ist es eben doch eine Frage, was der Einzelne daraus macht.

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