Was halten Sie vom Bausparvertrag und damit auch der Vertragssicherheit in heutigen Zeiten?

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5 Antworten

Das BGH hat ein Gefälligkeitsurteil für die Versicherungen gefällt und die Verbraucher entrechtet. Das Gericht erspart den Versicherungen, abgeschlossene, aber heute lästige Verträge zu erfüllen. Dagegen verpflichtet es die Verbraucher, 10 Jahre nach Zuteilung der Bausparsumme und damit beträchtliche Zeit vor Erreichen der vereinbarten Sparsumme den Bausparkredit in Anspruch zu nehmen oder eine Kündigung zu riskieren. Damit schränkt das BGH die persönliche Planung der Verbraucher ein und beschränkt ihre Freiheitsrechte. Aber das scheint kaum jemanden zu stören - die Politik schon überhaupt nicht!

Das haben die Richter nicht bedacht - oder hat es sie einfach nicht gekümmert? Man darf also heute nicht mehr erwarten, dass wenigstens Richter gelegentlich mal ins Grundgesetz schauen und im Sinne der dort garantierten Freiheitsrechte der Bürger entscheiden? Diese Freiheisrechte der Bürger haben also nach Ansicht der BGH-Richter geringeren Wert als die materielle Gier der Versicherungen? Beschämend!

MfG

Arnold

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Kommentar von AnglerAut
22.02.2017, 22:59

Selten so einen Unsinn gelesen. Beide Vertragsparteien haben die selben Rechte bekommen, es gibt kein riesen Ungleichgewicht zugunsten des Verbrauchers.

Hier auf die Freiheitsrechte abzustellen ist absurd.

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Kommentar von DerHans
23.02.2017, 11:42

Hast du überhaupt eine Ahnung davon, wie ein Bausparvertrag funktioniert? das ist eben KEIN normaler Sparvertrag sonst würde er ja anders heißen.

Wer dies "nur" als Geldanlage betrachtet, ist damit ja lange gut gefahren. Dass damit das gesamte System unterlaufen wird, ist eine andere Frage.

Diese wurde jetzt durch den BGH geklärt.

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Das mag der eine oder andere so sehen, aber die Bausparkassen wurden nicht als Sparbuch Gegründet, sondern für das Hausbauenden, mit gegenseitigem  Vertrauen, Es ist jetzt wider ins Lot gekommen, was hätte schon von Anfang an hätte sein müssen.

Es war früher auch so wenn eine bestimmte Summe angespart hatte konnte man das Darlehen, für den Hausbau verwenden.(Musste).
Allerdings wurde das irgendwann gekippt, jetzt ist es so wie es der Ursprungsgedanke war.

Die "Bausparer /Sparbuchbausparer" sich das selbst zuzuschreiben.

Bley 1914  Aus dem Oldenburger Münsterland.

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Der Bauspargedanke ist nun mal: Man spart ein paar Jahre und dann bekommt man ein vorhersehbares Darlehen.

Die Bausparkassen haben mit der Vertriebspolitik und dem Urglauben von Millionen von Sparern den Gedanken pervertiert in einen Supersparplan. Und es war ja auch so einfach. Verspreche eine Traum vom Eigenheim, die meisten werden es sowieso nicht machen, verspreche Superzinsen (und verstecke die Kosten). 

Solange die Zinsen hoch waren hat das Verkaufssystem funktioniert, jetzt kommt die Realität in Form von Nullzins.

Aber natürlich hat der BGH Recht. Der Grundgedanke und die Bedingungen die keiner gelesen hat erlauben dieses Vorgehen. Und das ist auch ok so. Wenn sich Zeiten ändern dann sollte das Geschriebene zählen.

Das alles hat mit Vertragssicherheit nichts zu tun. Die Bausparkassen handeln im Rahmen des Vertrages. Nur haben ihn die wenigsten gelesen sondern haben sich auf die jahrzehntelange Interpretation verlassen.

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Diese "Bausparer" haben ja zuerst das System der Bausparkasse gefährdet.

Es war ja nie vorgesehen, dort Gelder bis zum St. Nimmerleinstag zu parken. Das widerspricht ja dem Bauspargedanken.

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Was wurde denn geurteilt ?

Verträge folgender Bauart:

Sparsumme bis 50% Baukosten, dann sollte gebaut werden.

Die Leute haben dann die Verträge nicht zum Bauen genutzt, wenn die 50% erreicht waren, weil die Zinsen besser waren, als auf dem Markt.

Insofern wurde dem Vertragszweck nicht entsprochen ...

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Kommentar von Schoenfelder
22.02.2017, 18:36

Das Problem ist, das diese Altverträge zu Zeiten abgeschlossen wurden, als es noch relativ hohe Zinsen auf das angesparte Geld gab. Zinsen die heute nicht mehr zu erwirtschaften sind.

Es steht aber nirgendwo im Vertrag, das man das Bauspardarlehn abrufen MUSS, sobald die Mindestsumme angespart ist. Es würde daher durchaus dem Vertrag entsprechen, wenn jemand 90% anspart, und dann das geringe restliche Bauspardarlehn abruft. Somit haben sich die Betroffenen also durchaus noch im vertraglichen Bereich bewegt. Die Bausparkassen hätten das ja durch präziesere Vertragsformulierungen von vornherien unterbinden können. Haben Sie aber nicht, weil sie derartig niedrige Zinsen wie jetzt nicht erwartet haben.

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