Wie hätte sich die Welt entwickelt wenn es nie einen Krieg gegeben hätte?

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16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Geschichtsverlauf erfolgt zwar nicht ohne innere Stimmigkeit und Gründe, ist aber nicht notwendig und kann nicht sicher vorhergesagt werden. Dies gilt auch für eine hypothetische Entwicklung von irgendeiner Ausgangslage in der Vergangenheit. Über die nächsten Folgen kann zwar noch etwas mit großer Wahrscheinlichkeit gesagt werden, aber schon bald nimmt die Möglichkeit deutlicher Einschätzung stark ab.

In einer bestimmten geistig-ethischen Hinsicht wären die Menschen höher entwickelt, wenn es niemals Krieg gegeben hätte. Dies wäre aber nicht das Ergebnis der Abwesenheit von Kriegen, sondern ist selbst die Voraussetzung für das Vermeiden von Kriegen. Die Menschen hätten eine hervorragende Fähigkeit zu einem friedlichen Zusammenleben, sei es durch ein anderes Wesen (eine andere Menschennatur) sei es durch eine weltanschauliche Lehre, die große Überzeugungskraft entfaltet hat und durch Psychologie (Unterstützung gewaltloser Konfliktlösung) und Erziehung gestützt wird.

In Mythen vom Goldenen Zeitalter werden die ursprünglich guten Menschen verdorben oder es tritt eine andere Menschenart auf. Nach mehreren Zeitaltern wird die Rückkehr einer goldenen Zeit erhofft.

Krieg hat durch den Druck der Herausforderungen zu Erfindung und Umsetzung neuer Technik geführt und gesellschaftlichen Wandel und politische Modernisierung vorangetrieben. Kriege sind Motor geschichtlicher Entwicklungen gewesen. Sie haben aber auch Entwicklungen behindert und durch Zerstörungen und Vernachlässigung anderer Bereiche Menschen zurückgeworfen.

Zur Staatenbildung sind Kriege nicht nötig. Hochkulturen sind an großen Flüssen entstanden, um eine intensive Landwirtschaft gesellschaftlich zu organisieren. Bewässerung und Bau von Staudämmen erforderten die Zusammenarbeit vieler Menschen und Planung. Rechtsprechung und Verwaltung (z. B. für Vorräte) waren wichtige Aufgaben.

Technik hätte sich auf anderen Wegen entwickelt, nicht für Waffentechnologie. Wirtschaft, Verkehr und Kultur hätten auch unter ganz zivilen Vorzeichen Wünsche entstehen lassen und Erfindungsgeist beflügelt.

Totaler Frieden? Abgesehen davon, dass es nicht möglich ist wäre der technische Stand etwa gleichwertig, aber anders würde ich schätzen. Durch den Rüstungswettkampf der Streitmächte haben sich auch Technologien entwickelt, die der Allgemeinheit in gewandelter Form dienen. Der Druck löste dann auch eine höhere Geschwingkeit bei der Entwicklung der Technologien aus. Andersrum hat man sich evtl. zu sehr darauf spezialisiert. Waffenforschung wäre im totalen Frieden ja überflüssig und somit könnte man sich auf andere Dinge konzentrieren.

Was die Staatsformen angeht ist es wirklich interessant. Man würde evtl. Industrie- von Dritte-Welt-Staaten unterscheiden, aber mehr wäre ja nicht nötig, oder? Hmm...

Kriege sind der größte Plage der Menschheit. Aber ich glaube der Mensch hat gelernt, was er durch die Kriege falsch gemacht hat. Ein kleines Beispiel: Wenn es keinen zweiten Weltkrieg gegeben hätte, hätte man der Nazismus nur als politische Meinung angenommen und nicht als Verbrechen gegen die Menschheit; Schlimmer, man hätte den Nazismus mit der heutigen wirtschaftlichen Lage erlaubt und sogar gefordert. Ich bin davon überzeugt! Eine Welt ohne Krieg ist außerdem unvorstellbar. Solange die Menschheit von Geld und Macht abhängig sein wird (das heisst solange, dass er gierig bleibt), wird es immer Kriege geben.

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