Wie habt ihr zu eurem Glauben gefunden?

27 Antworten

Ich bin in einer toleranten, weltoffenen Familie groß geworden, die bewusst auf eine religiös oder ideologisch geprägte Erziehung verzichtete.

Als einziges Mitglied meiner Familie interessierte ich mich für religiöse Themen und begann damit, mich mit den verschiedenen Lehren zu befassen.

Ich war dabei nie auf einer "spirituellen Suche" nach irgendeinem Sinn, sondern mich interessierte, wie Menschen das Leben sehen und erklären.

Dabei stellte ich fest, dass die meisten religiösen Lehren für mich unattraktiv waren - das Modell von Belohnung und Bestrafung fand ich unglaubwürdig.

Die Vorstellung der Sünde, die Einhaltung göttlicher Gebote einzufordern, Heilsversprechungen, oder andernfalls der Absturz in die Finsternis....

So etwas sprach mich nicht an.

Auch der Austausch mit Menschen verschiedener Konfessionen, der Besuch ihrer Gemeinden und die Teilnahme an Ritualen waren interessant, aber nicht überzeugend.

Gerade die Vorstellung eines "höheren Wesens", dessen Existenz nur durch Zirkelschlusslogik plausibel zu "erklären" war, überzeugte mich nicht.

Schließlich kam ich in Kontakt mit dem Buddhismus und stellte fest, dass es dort nicht um asiatische Exotik, Götter und Bestrafungsmodelle ging.

Ich hatte schon vorher Erfahrungen mit Gebeten und Meditationen verschiedener Religionen gemacht und der buddhistische Ansatz gefiel mir.

Erwartungsgemäß informierte ich mich weiter und stieß dabei schließlich auf die Lehre des Soto-Zen-Buddhismus.

Dort merkte ich dann nicht nur intellektuell, sondern auch auf eine persönlichen Ebene "Das ist es für mich".

Allerdings war diese Entdeckung kein Stillstand, sondern eigentlich erst der Anfang einer tiefergehenden persönlichen Entwicklung.

Ich lernte mich selbst besser kennen und erfuhr unsanft einige Male wie es ist, gegen Mauern aus falschen Vorstellungen und Erwartungen zu laufen.

Dann beschloss ich, auch formell und auf traditionelle Weise im Rahmen einer Zeremonie ein Teil dieser religiösen Tradition zu werden..

Was hast sich seitdem geändert?

Ich mache weiterhin meine Fehler, laufe gegen Wände, erkenne die Hindernisse - und akzeptiere diese Erfahrungen als Teil meines "Mensch seins".

Ich habe für mich erkannt, dass der Versuch an Dingen, Erwartungen und Geisteshaltungen festzuhalten, sinnlos ist.

Daher ist jede meiner Aussagen auch immer nur ein Spiegel meiner jetzigen geistigen Verfassung und beschränkten Ansichten.

Womöglich werde ich später über das hier gesagte schmunzelnd sagen "Da lief ich wieder gegen eine Wand" und die Begrenztheit meines Verständnisses sehen.

Aber das ist einfach Teil des Weges - "it's all part of the process"

https://youtube.com/watch?v=exUGBammM1c

:-)

Hallo Herzblut91,

bei mir war es kein bestimmtes Ereignis oder Erlebnis, das zu meinem Glauben geführt hat. Meine persönlichen Gründe für den Glauben an Gott sind u.a. folgende:

Ich habe einen Gott kennengelernt, der anders ist, als von vielen beschrieben - ein Gott voller Liebe, Zuneigung und Barmherzigkeit, der kein Unrecht tut. Ich habe gemerkt, dass er nicht ein Gott ist, der uns Menschen fern ist, ein Gott der erfahrbar und erlebbar ist, der Gebete wirklich erhört. Ich musste verstehen lernen, dass meine eigene innere Haltung und Einstellung ihm gegenüber ausschlaggebend dafür ist, ob ich einen persönlichen Zugang zu ihm erhalte. Mir wurde auch klar, dass jemand nur dann Gott finden kann, wenn er ein Suchender ist.

Da ich ein sehr realitätsbezogener Mensch bin, käme es nie für mich infrage, wissenschaftlich fundierte Tatsachen wegen irgendwelcher Glaubensvorstellungen zu ignorieren. Das hat mir mein Glaube auch noch nie abverlangt.

Meine Glaubensüberzeugungen verfestigten sich besonders dadurch, dass ich beobachten konnte, dass der Glaube an Gott Menschen zu besseren Menschen machen kann und es auch tatsächlich tut: aus verhassten Kriegsgegnern werden Brüder, die tiefe Zuneigung zueinander verspüren, aus verantwortungslosen Trunkenbolden werden treu sorgende Familienväter, aus aggressiven Bandenführern werden durch und durch friedliebende Bürger, aus Drogenkriminellen werden Menschen, die sich selbstlos zum Wohl anderer einsetzen. Menschen, die sich nie zuvor begegnet sind, opfern viele wertvolle Stunden zum Wohl des anderen auf, sind sogar bereit, ihr Leben für den anderen zu opfern.

Ich begegne Menschen, die bis in den hintersten Winkel ihres Herzens ehrlich sind und auf die ich mich zu hundert Prozent verlassen kann, Menschen, die ihre eigenen Interessen ganz hinten an gestellt haben und sich für andere verausgaben. Ich erlebe Tag für Tag Liebe in Aktion und weiß, dass sich meine Erfahrungen millionenfach mit diejenigen multiplizieren lassen, die Gleiches und Ähnliches erfahren.

Wodurch sind diese Menschen das, was sie heute sind? Sie sind es nicht allein dadurch geworden, dass sie hart an sich gearbeitet haben oder einfach bessere Menschen aufgrund ihrer Veranlagung sind. Wenn sie an dieser Stelle aussagen könnten, dann wäre ihr Bekenntnis klar und eindeutig: Weil es einen lebendigen Gott gibt, der ihnen die Kraft gegeben hat, neue Persönlichkeitsmerkmale und Charakteristika zu entwickeln. Dies selbst zu erfahren und an vielen anderen zu beobachten, zählt zu dem Überzeugendsten, das ich je an Religion erlebt habe und es prägt mich bis auf den heutigen Tag.

LG Philipp

Bei mir gab es kein spezielles Erlebnis.

Meine Eltern haben mich nicht wirklich religiös erzogen, aber innerlich hatte ich trotzdem ein Gefühl von Ehrfurcht gegenüber allem, was mit Kirche und Religion zu tun hat.

Mit 10 Jahren fragte ich meine Eltern, ob es Gott gäbe. Ich bekam die Antwort: Man kann es weder beweisen, dass es Ihn gibt, noch kann man beweisen, dass es Ihn nicht gibt.

Da ich das etwas seltsam fand, beschloss ich, erstmal nicht (mehr) an Gott zu glauben.

Als ich mit 12 in den Konfer kam, war es für mich unglaublich schwierig, anzunehmen, dass es da jemanden geben soll, den man gar nicht wahrnimmt. Und dass es nach dem Tod noch was geben soll.

Aber aus mir selber heraus wollte ich unbedingt glauben. Ich wollte nicht mehr mit dem Gedanken leben müssen, dass mit dem Tod alles aus sei. Also habe ich in der Konferzeit sehr darum gerungen, an Gott glauben zu können.

Ich hatte das Glück, dass bei uns die Konferleiter offen für Fragen waren und man auch außerhalb des Unterrichts noch das eine oder andere fragen konnte. Das Interesse war also geweckt und ich bemühte mich, in der Gemeinde möglichst viel mitzumachen: Jugendgruppe, Jugendbibelkreis, regelmäßige Gottesdienste, ...

Aber zu Gott selber hatte ich trotzdem noch keine richtige Beziehung. Erst mit 16 habe ich dann unseren Pastor gefragt, ob man denn als Christ auch beten müsse. Zwar hatte ich vorher die gemeinsamen Gebete in der Kirche und so mitgesprochen, aber nie, wenn ich ganz allein war, einfach so ins Nichts hinein zu jemandem gesprochen, den ich gar nicht sehen konnte.

Der Pastor hat natürlich gesagt, dass es ohne Gebet irgendwie nicht geht, und daraufhin habe ich am Abend im Bett das erste Mal probiert, selber ein paar Sätze zu Gott zu sagen. Das war eine ziemliche Überwindung.

Obwohl in all den Jahren die Kirche für mich an Platz 1 stand (wichtiger als Schule, Eltern, Hobbies, Kameraden, ...), hatte ich dennoch das Gefühl, an den Glauben, an das Gottvertrauen trotzdem nicht so richtig ranzukommen.

Nach der Schulzeit habe ich dann außer der evangelischen Kirche auch die katholische kennengelernt, khg vor allem. Erst ab dem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, konnte sich mein Glaube richtig entwickeln und konnte ich eine eigene Beziehung zu Gott aufbauen. Ich konnte Gottes Gegenwart oft spüren, statt dass es nur Gedanken "über" Gott waren. Es war ganzheitlicher als nur das Verkopfte in der evangelischen Kirche.

+ Viele gute Gespräche mit Katholiken haben mir dazu geholfen,

+ aber vor allem auch die Hl. Messe, wo man seinen Glauben nicht nur mit Worten, sondern auch bis in den Leib hinein ausdrückt in religiösen Gesten,

+ und die Hl. Beichte, wo man immer wieder Gelegenheit hat, was von sich selber zu zeigen und dann eine persönliche Antwort zu bekommen.

Ich war durch all das, was ich in der Kirche erleben durfte, so dankbar und glücklich, dass ich schließlich in die katholische Kirche konvertiert bin.

Gibt es Gott wirklich,gibt es Beweise?

Meine Mutter ist strenge Christin und sie hat bevor sie Diabetes bekommen hat auch immer gefasstet.Also ein an halb Wochen nichts gegessen und währendessen sehr viel gebetet.Ich wurde auch christlich erzogen.Ich habe immer zum Einschlafen aus der Kinderbibel vorgelesen bekommen und meine Mutter hat mir auch vieles erklärt.Ich war in der Grundschule im Religionskurs auch einer der besten.Als ich 9 war habe ich Kommunion gemacht und habe auch 4 Jahre gemessdienert.Ich habe meiner Mutter auch blind geglaubt wirklich alles.Meine Mutter könnte auch save ein Zeuge von Jehova sein.Sie glaubt jedes Wort was in der Bibel ist.Sogar die Schöpfungsgeschichte und Adam und Eva und co.Je älter ich wurde desto mehr habe ich daran gezweifelt das es sowas wie einen Gott gibt.(bin jetzt 14)Jetzt gehe ich auch nicht mehr zur Kirche und bin FAST Artiist.Meiner Mutter passt das natürlich garnicht aber wir kommen beide irgendwie damit klar.Desswegen wollte ich fragen ob es Gott gibt.Ich weiss das darf jeder für sich entscheiden und jeder muss seinen Glauben finden aber was glaubt ihr?Gibt es sowas wie einen Gott? Sorry das ich so viel geschrieben habe´´/

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