Wie habt ihr reagiert als ihr erfahren habt das euer Kind eine Behinderung hat?

9 Antworten

Ich glaube, es ist für Eltern nicht einfach, am Anfang, festzustellen, dass ihr Kind anders ist als andere. Eigentlich seltsam, weil eigentlich will doch keiner ein Mitläuferkind und im Strom schwimmen, aber in der Gesellschaft "auffallen" möchte man auch nicht...

Und wenn ein Kind anders ist, wie dein Bruder, dann denkt mal erst nur an die Nachteile, die es in der Gesellschaft hat. Und man hat Angst vor der Zukunft, manche Eltern mehr, manche weniger...

Aber mit der Zeit können sie die Situation akzeptieren und sie lernen damit zu leben. So wie dein Bruder lernt mit seiner Art zu leben. Er ist ja nicht krank oder behindert, er ist anders, kann manche Situationen nicht einschätzen oder verhält sich manchmal für andere komisch... aber wer tut das nicht...

Er wird alles machen können, was er möchte, er wird im Leben zurecht kommen, wenn man ihn so annimmt, wie er ist und ihm beibringt sich so anzunehmen, wie er ist.

Du warst, bist noch ein Kind... Kinder denken nicht so weit in die Zukunft und können daher mit solchen Situationen besser umgehen, weil sie mehr im hier und jetzt leben...

Meine Tochter ist in manchen Situationen auch "komisch". Ich denke, sie ist für manche Dinge hochsensibel. Auch ein "Andersein", mit dem man aneckt und auffällt. Ich hatte mir manchmal auch Sorgen gemacht, aber das sind normale Sorgen, die sich alle Eltern machen. Sie wird zurecht kommen, wenn ich damit zurecht kommen. Die meisten Situationen akzeptiere ich halt, wie sie sind. Achte manchmal drauf, dass wir nicht in schwierige Situationen kommen und manchmal rechtfertige ich mich auch bei Fremden, aber eher als Erklärung, damit sie nicht denken, meine Tochter hätte ein Problem mit ihnen. Denn sie hat kein Probem mit Menschen, sondern mit Situationen...

Hallo Johanna!

Ich würde Asperger nicht zu Behinderungen zählen und auch nicht sagen, dass jeder von Ärzten als Aspergerpatient EIngestufter das Syndrom auch tatsächlich hat ---> das ist eine oftmals aus purer Hilflosigkeit und um das Normendenken zu befriedigen bzw. Leute in Schubladen einzusortieren, die nicht der gängigen Norm entsprechen und deren Angehörige mit einer "Alibidiagnose" bzw. einem "Krankheitsnamen" regelrecht "beruhigen" zu können, erstellte Modediagnose, wie ich finde.. vor geraumer Zeit hat.

Ansonsten: Kinder habe ich keine, aber als ein sehr guter Freund von mir ca. 2010 nach jahrelanger Durststrecke und lauter inkompetenten Therapeuthen in einer Tour endlich von einem Spezialisten die verifizierte und auch zutreffende Diagnose erhielt, manisch-depressiv zu sein, habe ich beschlossen, von nun an noch fester zu ihm zu halten, um ihm zu helfen so gut und so komplett ich kann.

Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

Das Spektrum ist gross. Üblicherweise nennt man das ganze heutzutage Austismus Spektrumsstörung. Und das reicht von sehr wenig (worunter auch das asperger syndrom fällt) bis hin zu "ohne ständige Betreuung nicht überlebensfähig)

Und dein Bruder fällt wahrscheinlich eher in die erstere Kategorie. Er dürfte so seine Probleme haben aber wenn man ihn anschaut sollte man maximal zum Gedanken kommen: "der ist n (bissel) komisch"

Was deine mum angeht. Ich finde das schon eine recht heftige reaktion. Vor allem auch wenn Asperger nicht heilbar ist, kann der dennoch ein glückliches leben führen. Nur eben etwas anders.

Vielleicht war sie einfach mit der Situation überfordert von dem was sie nun tun soll. Eventuell hat sie auch den falschen Eindruck davon was es bedeutet auf dem Spektrum zu sein. Die meisten asperger sehen sich selbst auch nicht als krank oder behindert an sondern einfach als "anders funktionierend". Zumindest von dem was ich so gehört habe.

Asperger-Diagnose-Verweigerung - was tun?

Liebe Menschen,

ich möchte nicht allzu sehr ins Detail gehen, weil das evtl. Persönlichkeitsrechte verletzen würde - falls für eine brauchbare Antwort wichtige Einzelheiten fehlen, bitte erst nachfragen.

Es geht bei meiner Frage um eine Person mit Schwierigkeiten, die sehr eindeutig auf Asperger-Autismus schließen lassen. Zumindest sagen das Leute, die selbst die Asperger-Diagnose haben und diese Person erlebt haben, und Leute, die Angehörige mit Asperger haben und von sich aus beim Erleben der Person diesen Verdacht geäußert haben. Und was das Internet darüber hergibt, klingt für mich auch ziemlich passend für diese Person.

Nun war diese Person zur Diagnostik in einer Praxis. Dort wurde gesagt, dass der Verdacht zwar nahe läge, aber dieser Person kein solcher "Stempel" gegeben werden könne. Weil Autismus eine schwerwiegende Behinderung sei, bei der keinerlei Besserung zu erwarten sei (was meiner Ansicht nach Unfug ist - ich kenne mehrere Asperger MIT "Stempel", die großartige Strategien entwickelt haben, um klarzukommen, einer davon ist ein gutbezahlter Fachlehrer an einem Gymnasium)

Darum würde etwas anderes als Diagnose benannt, wo Chancen auf eine Besserung wahrscheinlicher wären. Die Vorgehensweise bei dieser Alternativ-Diagnose wäre allerdings komplett gegenteilig zur Vorgehensweise bei Asperger-Diagnose.

Zumindest soweit ich das als Halb-Gebildete zu diesem Thema beurteilen kann, bedeutet das: OHNE Asperger-Diagnose wird dem Betroffenen MEHR Druck gemacht, sich anzupassen, MIT Asperger-Diagnose gäbe es die Chance, dass die betroffene Person WENIGER Druck bekommt und eher passend gefördert werden könnte.

Beim Befundgespräch war ich auf Bitte der betroffenen Person dabei (um hinterher rückzumelden, ob die Person das Gesagte so verstanden hat, wie es gesagt wurde)

Ich hab das Gesagte leider genau so verstanden wie die betroffene Person: Die Fachpersonen in der Praxis glauben, dass die Diagnose "Asperger" bedeutet, dass es keine Hilfe gibt. Mit der anderen Diagnose gäbe es eine Hoffnung. - Und DAS ist ja nun mal ganz und gar falsch! (Das haben andere Menschen in Hilfesystemen schon jahrelang bewiesen, indem ihre Vorgehensweisen mit "Verdacht auf... Alternativdiagnose" deutliche Verschlechterungen zur Folge hatten.) Die Praxis hat sich tatsächlich so geäußert, als würde nicht das, was der Patient hat, darüber entscheiden, ob Besserung möglich ist, sondern ausschließlich das, was die Praxis aussagt. - Wenn mir da jemand meine Fassungslosigkeit über eine solche Aussage austreiben könnte, wäre ich seeehr dankbar.

Hat jemand mit Ahnung von Asperger eine Idee, was die betroffene Person jetzt machen kann? - Ich hatte die Idee, sich an die Kassenärztliche Vereinigung zu wenden und dort nachzufragen, ob man da was machen kann, aber die betroffene Person will das nicht und hat Angst vor schwerwiegenderen Folgen (befürchtet, bei nochmaligem Begutachten für "Einweisungspflichtig" - eigene Wortwahl desjenigen - befunden zu werden)

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Was denkt ihr Mädels über Männer mit Autismus?

Hallo Community,

ich bin männlich, 22 Jahre alt, und stelle mir die Frage, was die Frauenwelt so von Männern mit Autismus hält und ob sie sie als Partner akzeptieren würden. Ich selbst bin ein Betroffener mit der Diagnose Asperger Autismus. Von meiner Größe (178cm) abgesehen, denke ich, daß die Partnersuche durch diese Diagnose erschwert ist. Ich bin auch der Meinung, daß viele vewirrt sind.

Manche meiner Kontakte (auf dem Handy etc.), die nicht unbedingt alle weiblich sind, sagen mir manchmal, daß sie es sehr interessant finden, wie sehr ich auf Punkt und Komma achte. Das ist aber so mein Ding. Ich glaube aber insgeheim, daß manche es komisch finden, es mir aber nicht sagen wollen. Meine Cousins, Familie und Freunde et cetera. Jedenfalls denke ich, daß mir meine psychische Krankheit manchmal bis immer in die Grätsche geht.

Ich bin mittlerweile ein, meiner Meinung nach, erwachsener Mann, welcher bislang noch kein Teil einer Beziehung sein durfte. Jetzt stelle ich mir oft unterbewußt die Frage, ob das vielleicht ein bißchen an meiner Diagnose liegen könnte. Mit meiner Körpergröße habe ich abgeschlossen. Da ändert sich nichts mehr!

Viele meiner damaligen Schulkameraden meinten auch, weil ich Autist bin, kann ich nicht erkennen, wenn sie mich durch die Blume mißachten und mich nicht in ihrer Gruppe haben wollen. Autismus ist eine psychische Einschränkung, in Fachkreisen tatsächlich auch manchmal "Behinderung" genannt. Es ist aber kein Dummmacher!

Jetzt hätte ich die Frage an die Frauenwelt, wie offen ihr da seid. Natürlich dürfen die männlichen Mitmenschen auch kommentieren. :) Ich bedanke mich für alle Antworten! Grüße.

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