Wie habt ihr eurem Kind das Sprechen beigebracht?

10 Antworten

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Kinder lernen durch Nachahmen, Sehen, Hören, Lauschen - sie erlernen es ganz instinktiv, man muß sich nur mit dem Kind beschäftigen.

Mit ihm sprechen (ganz normal, nicht in dieser Babysprache), vorsingen, Bilderbuch anschauen. Damit geht es am einfachsten.

"Das ist ein Hund" - und auf das Bild zeigen. Und dann, wenn man es oft genug "vorgelesen" hat, nur sagen "das ist ein... ?" und aufs Bild zeigen. Das Kind wird sagen "Hunn" oder ähnlich lautmalerisch, je nach Alter.

Das steigert sich und am Ende spricht das Kind in ganzen Sätzen.

Gar nicht. Denn Kinder brauchen dazu keinen besonderen Lehrmeister, der ihnen gezielt diese Dinge vermittelt. Kinder sind von Natur aus neugierig und wollen nachmachen. Sie haben einen starken Drang danach. 

Natürlich lief bei uns kein elektrisches Gerät außer dem Radio so lange die Kleinen da waren. Das Radio lief bei uns auch nicht ständig. Und wir haben eh keine Sender ausgewählt, die für mich schon damals manch seltsames Wort nutzten. 

Wir haben uns als Erwachsene viel unterhalten in Gegenwart der Kinder.Halt über alle Dinge miteinander gesprochen. Sobald sich der Kehlkopf entsprechend entwickelt hat, fängt dann das Kind ganz von alleine an ihn nutzen zu wollen. 

Lesen ergibt sich von alleine, wenn dem Kind vorgelesen wird und es erlebt, ,dass seine Eltern lesen.  

Das Gleiche gilt für schreiben und rechnen. 

Wobei bei letzteren Fertigkeiten halt auch manche Frage gerne gut verständlich für so einen kleinen Kinder-Verstand beantwortet werden will. Wir haben uns da immer vor Plattitüden stark gehütet. Vorleben, Beispiele aufzeigen führt zu besserem Verständnis. Und kann manche Neugierde wecken. 

Und dann gibt es ja diese sogenannten Trotz-Phasen in unterschiedlichem Alter. Verbiete mal einem Kind in einer solchen Phase, ein Buch zu lesen. Sorge dann aber bitte unbedingt dafür, dass jene Bücher, die es lesen soll, auch griffbereit im verbotenen Regal stehen. 

Rechnen geht sehr gut über Taschengeld. Minimensch hat Mama in der Küche geholfen. Dafür mag eine Belohnung fällig ein. Minimensch hilft gerne in der Küche, wird ja auch gelobt, wenn die Kartoffel gut geschält sind und so fort. Also gibt es öfter Belohnung. 

Kommt Oma oder Opa und erfährt vom ersten Taschengeld. Fragt, natürlich, nach, wie viel es denn schon ist. Schon sind zwei Generationen gut miteinander beschäftigt. 

Wir Menschen sind keine Maschinen. Wir lernen sehr gerne und leicht, wenn wir dabei fröhlich sind, den Nutzen vorher möglichst schon für uns selbst erkennen. 

Nein. Der Nutzen ist in wesentlichen Lebensbereichen eben nicht durch irgendwelche Vorträge vermittelbar. 

Wenn Oma und Opa voller stolz nachfragen, wie viel denn Enkelkind nun schon verdient hat, dann mag Minimensch auch neugierig werden. Und kommt mit seiner Spardose an um von Oma und Opa zählen zu lernen. Und mit ihnen gemeinsam zu staunen. 

Es ist mit allen Fertigkeiten, die Du aufgezählt hast, so, dass wir auch hier absolut keine Maschinen sind. Jeder Mensch hat seine ganz persönliche Entwicklungs-Zeit. Da sollte auf keinen Fall Druck gemacht werden. 

Alle Kinder wollen erlernen, Was ihnen ihre Eltern vorleben und ihre erwachsene Umwelt. 

Das eine Kind mag dann schon mit vier oder fünf Jahren fähig sein, einen für die kleinen Finger passenden Stift so zu führen, dass sich Buchstaben schreiben lassen. Oder Zahlen. Das andere Kind mag erst drei Jahre später so weit sein. 

Die Zeit bzw. das Alter sollte keine Rolle spielen. Denn Druck lähmt das Gehirn. Auch der Eltern. 

Zudem ist es ein sehr hirnfreier Unsinn sich einzubilden, jedes Kind müsse ein Abitur schaffen um im Leben bestehen zu können. Auch heute noch hat Handwerk den goldesten Boden. Auch wenn es oft nicht so aussieht. 

Eines kann ich Dir versichern: 

Die meisten Titelträger können kein Dach bauen oder reparieren. Was nutzt also ein toller Titel, wenn es ins Zimmer regnet?

Ach, und dann fällt mir noch eine bezaubernde Geschichte zur Sprache ein. Sie ist wirklich passiert.

Da sprach also ein Kind manches Jahr nicht, wurde älter und älter. Die Eltern fingen an, sich so langsam denn doch Sorgen machen zu wollen. Als sie damit anfingen war die Mutter bei Tisch so unkonzentriert, dass sie ihrem Sohn nicht sein Lieblingsessen wie gewohnt auf den Teller tat. 

Da machte der Junge den Mund auf und bat in ganzen Sätzen, freundlich vorgetragen, um Korrektur. Die waren auch grammatisch richtig. 

Die Eltern fragten also ihren Sohn,, warum er noch nie ein Wort gesagt hatte. 

"Weil es nicht nötig war."

Das war seine Antwort. 

Ich habe meinen Kindern das Sprechen nicht gezielt beigebracht. Ich habe viel mit ihnen gesprochen, ihnen viel gezeigt, viel vorgelesen, viel vorgesungen und sie praktisch nie vor dem Fernseher geparkt.

Das alles beim Spielen, beim Rumschieben im Kinderwagen, auf dem Fahrradsitz, in der Badewanne.

Das gleiche gilt natürlich für meine Frau, die ja noch viel mehr Zeit mit ihnen verbracht hat.

Auch heute noch unterhalte ich mich viel mit meinen jetzt erwachsenen Kindern und ich habe gute Hoffnung, dass auch meine Enkelkinder einst das Reden so erlernen werden.

Manchmal werde ich richtig traurig, wenn ich Eltern (leider auch viele Mütter) sehe, die, statt sich mit ihren Kleinen zu unterhalten, auf dem Smartphone rumdaddeln und das Kind wie ein lästiges Accessoire neben sich herziehen oder vor sich herschieben oder die den Kindern auf dem Rücksitz den in die Kopfstützen integrierten Bildschirm anschalten, damit die Kleinen ruhiggestellt werden.

Ich halte da Hörspiele für wesentlich effektiver für den Spracherwerb. Die hießen vor 20, 25 Jahren Bibi Blocksberg oder Räuber Hotzenplotz und spielten sich alle noch in einer Langsamkeit ab, die den Kindern das Mitkommen und Mitsprechen ermöglicht hat.

Faszinierend ist das schon, wie Kinder das Reden lernen und vor allem extrem süß! Wir haben in der Familie heute noch Wörter und Begriffe in Gebrauch, die unsere Kinder in der Phase des Sprechenlernens geprägt haben. Das schöne daran ist, dass die außerhalb der Familie keiner versteht.

Ihre ersten Wörter ( abgesehen von "daa daa") haben meine Kinder so zwischen zehn und dreizehn Monaten erlernt, einfache Gebilde wie "gogo" für einen Traktor, "bage" für Bagger oder "moon" für den Mond.

Mir wir heute noch warm ums Herz, wenn ich an diese Zeit denke. Da sind die vielen vollgekackten Windeln und sämtliche Hustenafälle nichts dagegen!

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