Wie haben die Menschen herausgefunden, dass es schwarze Löcher gibt?

7 Antworten

Die Möglichkeit ihrer Existenz wurde schon 1783 von John Mitchel erwähnt:

„Wenn der Radius einer Kugel von der gleichen Dichte wie die Sonne den der Sonne in einem Verhältnis von 500 zu 1 überstiege, hätte ein Körper, der aus unendlicher Höhe auf sie zu fiele, an ihrer Oberfläche eine höhere Geschwindigkeit als die des Lichts erlangt. Folglich – unter der Annahme, dass Licht von derselben im Verhältnis zu seiner Masse stehenden Kraft angezogen wird wie andere Körper auch – würde alles von einem solchen Körper abgegebene Licht infolge seiner eigenen Gravitation zu ihm zurückkehren. Dies gilt unter der Annahme, dass Licht von der Gravitation in der gleichen Weise beeinflusst wird wie massive Objekte.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Loch#18._Jahrhundert

Damals noch unter Annahme der Newtonschen Gravitationsgesetze. Was ja am Grundprinzip erst mal nichts ändert.

Mathematisch untermauert wurde es 1916 von Karl Schwarzschild.

1971 wurde eins nachgewiesen und und dann 2019 dann letztendlich eins "fotografiert".

Das wäre dann aber kein Schwarzes Loch gewesen.

0

Eigentliche "Fotos" von Schwarzen Löchern hat man eigentlich auch heute noch nicht. Sie selber sind ja fast definitionsgemäß unsichtbar. Was man heute tatsächlich abbilden kann (mittels ausgeklügelter Beobachtungsmethoden) sind die Effekte, die sich in der allernächsten Umgebung einzelner dazu sehr geeigneter SL abspielen.

Realistische Computersimulationen (die wirklich die Realität in genügend guter Approximation darstellen) sind natürlich erst möglich, seit erstens die physikalischen Theorien über Schwarze Löcher genügend ausgereift waren und zweitens die dazu erforderliche Computertechnik und -Software und auch eine sehr hohe Rechnerkapazität verfügbar ist. Die physikalischen Theorien über die Schwarzen Löcher standen eigentlich schon über Jahrzehnte zur Verfügung, bis auch die Rechentechnik und die Computer für Simulationen bereitstanden, wie wir sie heute kennen. Die komplexen Gleichungssysteme, welche sich aus der Allgemeinen Relativitätstheorie für Gebiete in der Nähe von Singularitäten der Raumzeit ergeben, sind "von Hand" eben eigentlich nur für sehr spezielle Sonderfälle einigermaßen zu bearbeiten.

Durch vielfältige theoretische und Beobachtungs-Ergebnisse ist aber heute eindeutig erwiesen, dass es (erstens) viele "stellare" SL geben muss und dass (zweitens) im Zentralgebiet jeder Galaxie (jedenfalls ab einer gewissen Größe) ein Schwarzes Loch mit immenser Masse sitzen muss. Natürlich ist es nicht möglich, die entsprechenden Forschungsergebnisse hier in megakurzer Form wiederzugeben. Wer mehr zum Thema erfahren möchte, sei also auf entsprechende Fachliteratur hingewiesen oder (im besten Fall) zu einem Astrophysik-Studium angespornt !

Was möchtest Du wissen?