Wie habe ich als Arbeitgeber bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung Lohnsteuer zu entrichten?

2 Antworten

Hi,

wenn es sich um ein 6wöchiges Projekt handelt, kommt auch eine kurzfristige Beschäftigung in Betracht - das bedeutet, dass die Beschäftigung von vornherein auf maximal 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage begrenzt ist. Da zahlen dann weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer Sozialversicherungsbeiträge. Du als Arbeitgeber zahlst aber 25% Pauchalsteuer.

https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/03_infos_fuer_arbeitgeber_und_entgeltabrechner/07_was_steuerlich_beachten/02_besteuerung_kfr/node.html

Bei der von dir angesprochenen geringfügigen Beschäftigung (Minijob) zahlst du als Arbeitgeber grundsätzlich 13% pauschale KV und 15% pauschale RV, dazu 2% Pauschalsteuer. Dazu noch Umlagen nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz und Insolvenzgeldumlage, nochmal in etwa 1,5%.

https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/03_infos_fuer_arbeitgeber_und_entgeltabrechner/02_mit_welchen_abgaben_muss_ich_rechnen/node.html

All dies zahlst du an die Minijob-Zentrale - du füllst einen Beitragsnachweis aus und übermittelst ihn dorthin. Die buchen dann ab, oder du überweist. https://www.minijob-zentrale.de/DE/01_minijobs/02_gewerblich/03_infos_fuer_arbeitgeber_und_entgeltabrechner/02_mit_welchen_abgaben_muss_ich_rechnen/node.html

Pauschale Beiträge zur KV werden dann jedoch nicht fällig, wenn der Arbeitnehmer privat krankenversichert ist. Bezüglich der Pauschalbeiträge zur RV ist es so, wie du geschrieben hast - der Arbeitnehmer muss grundsätzlich 3,6% zuzahlen, kann sich aber befreien lassen.

Bei all dem dürft ihr aber nicht vergessen, dass dein Arbeitnehmer seinen Verdienst der Agentur für Arbeit melden muss.

Hallo Spezialmann,

vielen Dank für dein Antwort! Ich wiederhole das nochmal, um es nicht falsch zu verstehen:

Wenn ich also einen Arbeitsvertrag über eine kurzfristig geringfügig entlohnte Beschäftigung abschließe (der selbstredend auch alle Bedingungen für einen solchen erfüllt), sind weder für Arbeitgeber noch Arbeitnehmer Sozialversicherungsabgaben zu entrichten.

Der Verzicht auf Einzahlung in die Rentenversicherung muss doch trotzdem extra festgehalten werden, nicht war. Die Abgabe an die RV geht ja auch aus deinem Link hervor https://www.minijob-zentrale.de/DE/01\_minijobs/02\_gewerblich/03\_infos\_fuer\_arbeitgeber\_und\_entgeltabrechner/02\_mit\_welchen\_abgaben\_muss\_ich\_rechnen/node.html

Und ich habe tatsächlich 25% Pauschalsteuer zu entrichten? D.h. wenn ich meinen Arbeitnehmer 400 Euro zahle, muss ich tatsächlich zusätzlich nochmal 100 € Steuern zahlen? Das kommt mir irgendwie spanisch vor...

(und natürlich wird der Verdienst der Argentur für Arbeit gemeldet - für die machen wir ja den Vertrag quasi).


Danke für noch eine Antwort!

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@Badaum

Wenn ich also einen Arbeitsvertrag über eine kurzfristig geringfügig entlohnte Beschäftigung abschließe (der selbstredend auch alle Bedingungen für einen solchen erfüllt), sind weder für Arbeitgeber noch Arbeitnehmer Sozialversicherungsabgaben zu entrichten...

Leider falsch verstanden: es gibt die geringfügige Beschäftigung als 450-Euro-Minijob, welche steuerfrei für den Arbeitnehmer ist, falls der Arbeitgeber die 2 % Pauschalsteuer entrichtet, jedoch nicht sozialversicherungsfrei - seit 2013 beträgt die Rentenversicherungspflicht für den AG 15% und für den AN 3,6 % vom Bruttolohn!

Bei der kurzfristigen Beschäftigung mit max. 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen im Kalenderjahr ist es gerade umgekehrt: für den Arbeitnehmer sozialversicherungsfrei, jedoch nicht steuerfrei!

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@siola55

Für den Arbeitgeber sind nur die Umlagen fällig... siehe Link hierzu:

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@Badaum

Kurzfristige Beschäftigung kommt nicht infrage, da ein Arbeitslosengeldempfaenger dir Beschäftigung berufsmäßig ausüben würde.

Bliebe geringfügige Beschäftigung. Die kann auch auf Steuermerkmale des Arbeitnehmers abgerechnet werden, da würde für beide keine Lohnsteuer anfallen. Auf die RVpflicht kann Arbeitnehmer verzichten, Arbeitgeber zahlt die schon beschriebenen Pauschalabgaben.

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Da sich in dem Bereich in den letzten Jahren ,sehr viel geändert hat und dies nicht zur besseren Verständlichkeit für einen Laien,empfehle ich Dir dies mit einem Steuerberater durchzusprechen.

Keine Angst,das ist billiger ,wie Du denkst.(Die Beratung)

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