Wie gut schreibe ich ?

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6 Antworten

Hey du!

Wenn du einen Leser fesseln willst, musst du mehr Stimmung erzeugen! 

So an sich ist dein Beispiel schon ganz gut. Da gehe ich an einem ganz normalen Tag Cashewkerne kaufen, um sie am See zu essen und plötzlich ist einer da, der mich verfolgt. Das ist spannend.

Aber du solltest versuchen mehr auf die einzelnen Mini-Situationen einzugehen, die du da beschreibst. So, dass sich auch ein Leser da rein versetzen kann, der sonst nie Cashewkerne kauft ;)

Ich finde es unglaublich schwer, in solchen Fragen Tipps zu geben, da ja auch ganz viel vom persönlichen Stil abhängt. Trotzdem möchte ich dir kurz schreiben, wie ich die Szene (vielleicht) formuliert hätte.

"Ich dachte, es wäre wieder ein ganz normaler Tag. Morgens um sieben führte mich mein Weg gleich in den Supermarkt, wo mich die Kassiererin bereits freundlich grüßte. Wahrscheinlich war ich in den letzten Monaten einfach zu oft hier, um mir meine geliebten Cashewkerne zu holen.
Der viel zu kalten, klimatisierten Luft nach dem Zahlen endlich entkommen, traf mich die Hitze auf dem Parkplatz wie eine Wand. Dennoch wollte ich meinen Trainingsplan nicht vernachlässigen: Die Runde um den See stand unweigerlich vor mir. Mit dem schönen Proviant in der Tasche fiel mir der Start aber sogleich viel leichter. Ich sah es bereits vor mir, ich auf dem Steg, die Füße im Wasser... Mit diesem Gedanken lief ich vor mich hin, nichts außer mir und der Natur im Sinn, Schritte auf dem Lehmboden, Vögel im Geäst...
Die ersehnte Pause kam und wie gewohnt streifte ich Schuhe und Socken ab, um mich im kalten See zu erfrischen. Der Abstecher zum Supermarkt hatte sich auch wie immer gelohnt - nichts geht über ein paar knackige Chashewkerne als Energielieferant! Sollen doch diese Fitness-Heinis ihre Proteinriegel essen, die wissen gar nicht, was sie verpassen! 
Nach der gewohnten Pause setzte ich dann meine gewohnte Route fort. Dreiviertel der Strecke hatte ich schon geschafft, jetzt musste ich nur noch an dem kleinen Wäldchen vorbei und wäre wieder am Ausgangsort. So etwa zehn Kilometer, dachte ich im Geiste. 
Die Schuhe gerade geschnürt, warf ich noch einen Blick zurück. Hatte ich auch wirklich alles eingepackt? Ja - Gottseidank - auf dem Felsen lag nichts mehr. Doch was war das? Hatte sich da gerade das Gebüsch bewegt?
Im festen Glauben, dass ich mir das bestimmt nur eingebildet habe, setzte ich meinen Lauf fort. Doch ich kam nicht umhin, mich ständig umzuschauen. Irgendwas war da. Etwas, das sich bewegte. Genau wie ich.
Schon bei meiner Pause hatte ich das Gefühl, dass mich irgendwer oder irgendwas beobachtet. Jetzt, nachdem ich losgelaufen war, wurde dieses Gefühl immer stärker. 
Als der Weg um den See eine Rechtskurve nahm, war ich dem Verfolger ein Stück voraus und so konnte ich ganz deutlich eine Person erkennen, die mir da über die Feldwege folgte. 
Ich beschleunigte mein Tempo, doch der Verfolger blieb mir dicht auf den Fersen. Irgendwann war mein Limit erreicht - ich hechelte wie ein gejagter Hund und verfluchte mich innerlich, dass ich am letzten Wochenende die ein oder andere Zigarette geraucht hatte - wahrscheinlich wäre es egal gewesen, aber ich hatte in diesem Moment das dringende Gefühl, dass diese wenigen Zigaretten - mein einziges Laster - mich gerade davon abhielten, dem Verfolger einfach davonzulaufen... 
Mit letzter Kraft beschleunigte ich noch einmal, doch anscheinend hatte auch er seine Ressourcen geschont und konnte ebenso noch einen Zahn zulegen..."

Verstehst du, was ich meine? Ich habe deinen Text auf ein vielfaches ausgedehnt, um die Stimmungen zu beschreiben. So kann sich ein Leser in das hineinfühlen, was du schreibst. Und das ist das Wichtige! Dass der Leser mitfühlen kann, denn sonst langweilt er sich schnell und es ist ihm egal.

Das war aber nur ein Beispiel, jeder schreibt anders, das ist eben mein Stil (mal auf die Schnelle - ich schreibe sonst wesentlich gewissenhafter und korrigiere tausendmal, bis es jemand lesen darf). Ich wollte dir nur einen Anreiz geben, was man anders machen kann.

Alles Gute!

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Kommentar von Noidea333
03.08.2017, 21:41

Ich finde das Beispiel gut. Jetzt würde ich aber schon gerne wissen, wie es weiter geht :D

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Der Stil ist sehr einfach gehalten. Man könnte viel mehr mit anschaulichen Adjektiven arbeiten und allgemein etwas an der Satzstruktur... z.B.:

"Obwohl ich meine langersehnte Nervennahrung endlich bekam und dachte, sie genüsslich verspeisen zu können, musste ich dennoch innehalten. Denn aus den Augenwinkeln nahm ich einen Schatten war, der mich zu verfolgen schien. Kalter Schweiß lag auf meiner Stirn  und ich erhöhte mein Tempo. Doch anstatt, dass der Abstand zu meinem Verfolger größer wurde, wurde er zusehends geringer...."

So in etwa würde ich es "vielleicht" schreiben^^

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Kommentar von earnest
03.08.2017, 17:03

Du erhöhst dein Tempo, bevor klar ist, dass du dich in eine bestimmte Richtung bewegst.

Mich stören bei dir zudem "die langersehnte Nahrungsaufnahme", das "jedoch" und das "zusehends".

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Schlecht.

Das meiste wurde schon angesprochen. Ich würde sofort mit dem Lesen einer Geschichte aufhören, wenn ich eine Folge von "Zuerst" und "Dann" sähe. Und später noch ein "jedoch".

Schließlich: Der umgangssprachliche Zahn beißt sich mit dem elliptischen "so auch".

Gruß, earnest

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Die "Ich-Perspektive" mag ich nicht besonders, ansonsten ist der Stil eher so Jerry Cotton.... nicht umwerfend.

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Die einzelnen Szenen lösen jeweils eine eigene Assoziation aus, die dann aber im Zusammenhang nicht wirklich einen Sinn ergeben. 

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Durchschnitt. Besonders anspruchsvoll ist das jetzt nicht, außerdem sind in dem Text ein paar Zeichenfehler.

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