Wie gut ist dieses Gedicht?

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5 Antworten

Ich hab mir jetzt mal erlaubt das Gedicht nach seinen Versen zu sortieren. Du hast bis auf einmal (markiert) immer schön den Paarreim durchgezogen. Die Handlung ist klar, (wennn man sich darauf einlässt) dementsprechend ist das auch nicht wirklich ein Kritikpunkt. Auch das Versmaß ist einheitlich (Jambus). Einzelne ungenaue Reime sind nicht weiter schlimm, dass haben auch die größeren Dichter nicht anders gemacht.

Ich muss sagen, insgesamt hab ich schon viel schlechtere Gedichte gesehen (und auch interpretieren müssen). Mach weiter so.


Sturmruine


Vom Sturm gepeitscht , so liegt sie da.

Auf nacktem Fels mit moosnem Kleid,

erzählt sie eine Geschichte voller Leid.

So rot wie Feuer, Pein und Tod,

entstand dort ein Gefecht um fremd geschuldet Not.

Am Morgen noch der Ränkeschmied

vor dem blutgen Richtblock kniet,

am Abend das Volk schon erklimmt

die hohen Mauern geschwind.

Als dann der Mond am Himmel stehet,

(lass dass e hier raus dann passt das Versmaß besser)

die Frau nähet das Leichentuch.

(Für einen besseren Klang wäre hier eine Umforrmulierung praktisch, z.B. "das Leichentuch die Frau hier näht" )

Sobald des Feuers lodernd Zung der Burges Fried umschloss,

ein brennend Ungeheuer auf die Erd herniederschoss.

Während das Morgenrot freilegt den Tod,

überquert den Styx ein prall gefülltes Boot.

Des Volkes Herr dessen Macht hat unterschätzt

und eines jeden Menschen Recht verletzt.

Der der des Menschens Freiheit nimmt,

dessen Blut schon bald über den Boden rinnt.

Die Ruin steht fest,

auf schwarzem Turm ein Rabennest.

Nun so scheint das Licht,

Schrecken sieget über Freiheit nicht.



Für einen 13-Jährigen hat das schon Potenzial. Du kannst das Gedicht aber noch ausbauen, indem du bspw. ein gleichmäßiges Tempo erzeugst, um an manchen stellen einen Rhythmus einzubinden, der die Dramatiker verschärft. Manche Reime sind um jeden Preis gewählt und klingen meiner Ansicht nach nicht besonders, wie klimmt und geschwind. Du musst keineswegs immer denselben Rhythmus und ein sauberes Reimschema wählen. Nur muss deine Struktur die deines Inhaltes auch unterstützen und nicht zerstören.

Du gehst wirklich nicht ungeschickt mit der Sprache um, allerdings ist Dein Gedicht natürlich eine Kopie der lyrischen Sprache längst vergangener Zeiten, für ein 13-jähriges Kind aber beachtlich geschickt.

Besonders angenehm fällt auf, dass Du eine Geschichte erzählst und nicht Appelle über eigene alterstypische Liebes- oder Traurigkeitsgefühle in die Welt bläst.

Nutze Dein Talent dazu, eine eigene Diktion zu finden, statt im "Sprachmuseum" zu sitzen und Stilkopien anzufertigen. Und fahre unbedingt fort zu schreiben. Kreativ zu sein und dazu auch noch produktiv, ist etwas Tolles. Wetten, dass Du von Gedicht zu Gedicht immer besser wirst – das Zeug dazu hast Du zumindest.

In Abwandlung eines Benn-Ausspruchs möchte ich sagen:

Gedichte, Gedichte,
Sie breiten ihre Schwingen
und Jahrtausende entfallen
ihrem Flug.

Ergänzung: Ich habe Literaturwissenschaft studiert und meine ersten Gedichte mit 11 Jahren im Feuilleton der "WELT" veröffentlicht. Wer meine Kommentare in GF liest, weiß, dass ich oft regelrecht brutal bei der Beurteilung von unzumutbaren literarischen Machwerken bin.

Vielen Dank also für Dein Kompliment, es beweist, dass ich durchaus auch fair sein kann, wenn dies erforderlich ist. :-)

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Inhaltlich verstehe ich nichts Zusammenhängendes. Ich sehe nur einzelne, dramatische Bilder.

Verse musst du schon im Schriftbild andeuten.

Deine Verse sind unterschiedlich lang und sie holpern oft. 

Du reimst, aber wenn du dich dafür entscheidest, dann müssen die Reime stimmen. Nimmt-rinnt geht dann nicht.

Wenn du die strenge Form nicht willst, dann komplett ohne!

Klar geht das, nennt sich unreiner Reim.

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@Dovahkiin11

Nimmt-rinnt ist kein unreiner Reim, sondern eben gar keiner.

Unrein wäre z. B. gescheit-heut oder Blick-Glück.

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Sorry, aber wenn man weder Wert auf Reimarten oder wenigstens einen bestimmten Rhythmus legt und auch keine Absätze macht, dann hört sich das weder gut an, noch liest es sich gut.

Ein Gedicht ist der künstlerische Umgang mit Sprache und nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Sätzen.

Rein inhaltlich ist mir nicht klar, was Du eigentlich ausdrücken willst. Deine Wortwahl ist sehr altertümlich und schwülstig und erinnert an Balladen aus dem vorherigen Jahrhundert - also ich kann damit wenig anfangen und frage mich, was das soll.

Ist nicht böse gemeint, aber Du hast ja gefragt.


Paarreim & Jambus mit unterschiedlichen Hebungszahlen ...

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