Wie groß war die Armut und die soziale Ungerechtigkeit in der ehemaligen DDR?

...komplette Frage anzeigen

12 Antworten

In den letzten Jahren der DDR sah es lediglich so aus, dass uns die Rohstoffe bzw. die Waren ausgingen. Was hieß, dass man für vieles, was über den Grundbedarf hinausging (hungern oder nackig herumlaufen musste keiner!), herumrennen musste oder sich dafür anstellen. "Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", so empfand ich die Situation in den letzten Jahren. Wir haben deshalb auch nicht die Ressourcen so verschwendet, wie es heute der Fall ist. Vielleicht kann man das "kollektive Armut" nennen. Allerdings: Eine derartige soziale Ungerechtigkeit, wie wir sie heute erleben, gab es nicht.! Die Einkommensunterschiede hielten sich in Grenzen, oft war höheres Einkommen mit wesentlich mehr Stress und Verantwortung gekoppelt, so dass auch bei den geringer Verdienenden kein Neid aufkam (bzw. der Betreffende war ein rühriger Handwerker nach Feierabend). Wenn damals der Betriebsdirektor das 10-fache eines einfachen Arbeiters verdient hat, hielten wir das für viel. Heute verdienen manche das 200-fache eines einfachen Arbeiters! Und für die Infrastruktur ist kein Geld da.

Apropos Infrastruktur: Auch wenn hier manches im Argen lag (wegen Geldmangels), so musste sich doch die ganze Bevölkerung damit herumschlagen. Und packte mitunter gemeinsam an, z. B. bei der Schulrenovierung oder beim Aufbau eines Spielplatzes. Reiche, die sich mit dem "Plebs" nicht gemein machen wollten, kannten wir nicht. Und Reisen mit der Bahn konnte jeder bezahlen (es gab da auch noch bestimmte Vergünstigungen wie die Arbeiterrückfahrkarte), auch wenn sie nicht so komfortabel waren wie heute. Was die "kollektive Armut" angeht - sie schweißte die Bevölkerung zusammen, gemäß dem Motto: "Wir sitzen alle in einem Boot". Man half sich gegenseitig oder brachte dem anderen etwas mit, wenn man mal Glück beim Einkaufen gehabt hatte.

Zusammenfassung: Armut ist relativ, die Grundbedürfnisse waren für jeden gedeckt, soziale Ungerechtigkeiten kannte man nicht.

PeVau 19.07.2013, 11:46

Wenn damals der Betriebsdirektor das 10-fache eines einfachen Arbeiters verdient hat, ...

Das Drei- bis Vierfache trifft es eher. Das Zehnfache eines einfachen Arbeiters hatte keiner!

3
Homunculus 19.07.2013, 16:18

Vielleicht kann man das "kollektive Armut" nennen.

Nein, kann man nicht.
Armut ist mangelnde Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Kleidung, Nahrung, Wohnung, Gesundheit. Davon konnte in der DDR nicht die Rede sein, auch wenn nicht jeder jederzeit ein Rinderfilet kaufen konnte, die neueste Levis oder einen Videorecorder.
Wohnungen waren sicher ein Problem aber nicht in dem Sinne, dass man sie nicht bezahlen konnte, sondern dass sie nicht überall ausreichend und in vernünftiger Qualität zur Verfügung standen. Unter der Brücke hat aber niemand schlafen müssen.

Armut als soziales Problem, im Sinne einer tiefgreifenden sozialen Benachteiligung, gab es schon gar nicht.

2
Claud18 22.07.2013, 17:04
@Homunculus

Mangelnde Befriedigung von Grundbedürfnissen würde ich "Elend" nennen. Das gab es in der DDR in der Tat nicht. Sofern man nicht durch alle sozialen Sicherungssysteme fällt, gibt es dieses auch heute bei uns nicht, trotzdem wird von Armut gesprochen. Nur, dass man heute diese exorbitanten Gehälter auf der anderen Seite hat.

Ich fand es übrigens in der DDR nicht sehr angenehm, mit 18 Jahren noch ein Zimmer mit zwei jüngeren Schwestern teilen zu müssen und beim Wohnungsamt erst mal abgewimmelt zu werden. Die Idee, auf dem Marktplatz ein Zelt aufzuschlagen, kam mir damals auch schon.

1

mich würde verdammt interessieren wie es um die soziale Situation in der damaligen DDR in den ca. letzten 20-30 Jahren vor ihrer Auflösung bestellt war

Tja, wo soll ich anfangen? Ich musste jeden Tag zur Schule. Sechs Tage in der Woche. Und in den ersten Jahren sogar bis zu 10 Stunden am Tag. Also Nachmittags unter Aufsicht Hausaufgaben machen und Spiele spielen. Nicht am Computer. Draußen. Da, wo es regnete und die Sonne schien.

Wir bekamen auch keine Erdbeeren. Zumindest nicht im Winter. Oder im Frühjahr. Erstaunlicherweise bin ich aber weder daran gestorben, noch an den fehlenden Vitaminen erkrankt. Vermutlich werden aber die fehlenden Konservierungsstoffe mein Leben verkürzen. Wir werden sehen.

Oh, und obwohl wir uns ein Türschloss leisten konnten und es - entgegen anders lautender Gerüchte - auch welche zu kaufen gab, schloss meine Mutter die Haustür nicht ab, wenn sie Zwischenschicht hatte und wusste, dass ich so in 2-3 Stunden nach Hause kommen würde. Das ersparte mir den Strick mit dem Schlüssel um den Hals.

Außerdem musste ich viele Nachmittage in der Woche (und das gesamte Wochenende) beim Segeln verbringen. Damals kostete das 5 Mark. Pro Monat. Heute stehen immer wieder Kinder und Erwachsene vor dem Segel-Club und würden gern mehr als nur staunen. Aber die 150 Euro pro Monat (= ermäßigter Beitrag) kann sich nicht jeder leisten. Und weil "damals" Brötchen 5 Pfennige kosteten, macht ein Vergleich nur Sinn, wenn man ihn auf das gesamte Einkommen umbricht: Meine Eltern zahlten rund 0,2% ihres Einkommens für meinen Sport. Heute zahlen Eltern - gemessen am deutschen Durchschnittslohn, den bekanntlich 50% der Deutschen nicht haben ;) - 3% ihres Einkommens für den gleichen Sport.

wie es im Vergleich zur heutigen BRD mit der Armut sowie der sozialen Ungerechtigkeit in der Zeit aussah. Im Internet konnte ich dazu leider nicht viel finden.

Das wirst du auch nicht. Also etwas finden. Denn es ist politisch nicht gewollt und würde die Propaganda stören.

Es gab keine Suppenküchen, keine Tafeln, keine Sozialkaufhäuser, keine Reste-Rampen. Da in der DDR jeder, der arbeiten wollte, auch Arbeit bekam, gab es das Thema "Armut" schlicht nicht.

Das heißt nicht, dass jeder in jedem Zimmer 1-2 Fernseher, Playstations, etc. stehen hatte. Um genau zu sein: Wir hatten bis 1989 einen Fernseher, den man vor dem Abendbrot anschalten musste, wenn man nach dem Abendbrot Nachrichten schauen wollte. So richtig mit Röhren und Trafo und grünstichigem Bild und so...

Ob das allerdings "Armut" ist, kann ich nicht wirklich sagen. Mir war es damals egal. Ich hatte Wichtigeres zu tun. Höhlen bauen. Schwarz Moped fahren. Segeln. Angeln. Faulenzen. Damit war ich mehr als ausgelastet. Aus meiner Sicht sind die heutigen Kinder arm. Soziale Kontakte gibt es nicht mehr in Jugendclubs und Arbeitsgemeinschaften - von Häkeln bis Schach -, sondern in Bushaltestellen und auf Parkbänken. Die Kids heute mögen das allerdings anders sehen. Immerhin können sie heute in Multiplayer-Games mit Gleichaltrigen aus der ganzen Welt gemeinsam auf Monster einschlagen...

Ach, dabei fällt mir ein: Ich musste damals auch arbeiten. Im Garten. Und ich HASSTE es abgrundtief. Vielleicht kann mich deshalb so gut in jedes Kind, das heute für Kik, real, Lidl, Aldi, Tschibo, Jacobs, Apple oder einen anderen Konzern arbeiten muss, versetzen, dass ich die genannten Konzerne so gut es geht meide. Diese "Menschlichkeit" leisten sich heute nicht viele. Die Habgier und Unwissenheit ist größer als das bisschen Verstand, das einem dieses Bildungswesen angedeihen lassen kann.

In der DDR war sowas häufiges Thema. Heute ist es gelegentlich eine Schlagzeile wert, bevor es wieder verdrängt wird.

Frau Merkel jedenfalls war von dem System jedenfalls so sehr angetan, dass sie nicht nur - wie rund 90% der DDR-Bürger - darin lebte und sich irgendwie damit arrangierte, sondern aktiv daran mitwirkte, es noch sozialistischer zu gestalten: Sie war also nicht nur Mitglied der Jugendorganisation "FDJ", sondern darüber hinaus auch für "Agitation und Propaganda" zuständig. Freiwillig, denn diesen Job konnte man niemandem aufzwingen, der ihn nicht wollte. Dazu musste man - auch und gerade aus der Sicht eines DDR-Bürgers - völlig merkbefreit oder extrem parteikonform sein.

Auch Herr Gauck, unser aktuell oberster Freiheitskämpfer, war bis kurz vor der Wende ein unauffälliger Pfarrer im damaligen Wohngebiet meiner Eltern. Brav. Angepasst. Nett. Und sehr sozialistisch. Hätte nicht es seine Religion verhindert; er hätte eine gute Karriere in der SED hinlegen können. Aber in der SED wollte man keine religiösen Freaks. Nicht mal Herrn Gauck. Die "Freiheit" entdeckte er erst, als alle Messen bereits gesungen waren und andere den Kopf ausreichend lange hingehalten hatten, dass er sichergehen konnte, selbst nichts abzubekommen. Dann kroch er unter dem Stein hervor, unter dem er die ganze Zeit abgewartet hatte.

meinMeinung 15.07.2013, 06:32

Was haben die Statements zu den zwei Politikern mit der Frage nach Armut und sozialer (un-)Gerechtigkeit in der DDR zu tun?

Ja, viele der persönlichen Erfahrungen kann ich bestätigen. Doch wie ich schon im anderen Beitrag sagte, es macht aus meiner Sicht wenig Sinn, die damalige Zeit in der DDR sachlich & objektiv mit der heutigen Situation in Deutschland zu vergleichen, da es unterschiedliche Zeiten sind, unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Wirtschaftslagen & Prioritäten, und und und ... Solche Vergleiche rutschen unweigerlich auf emotionale und ideologische Ebenen ab.

3
PeVau 15.07.2013, 11:12
@meinMeinung

Die Auseinandersetzung mit der DDR wird in diesem Land emotional und ideologisch geführt und die Aufgabenstellung, die der/die Fragesteller/in bekam, zielt genau auf eine solche emotionale und ideologische Auseinandersetzung. Deren Ergebnis soll keine rationale Abwägung sein. Es soll an dem gerüttelt werden, was im Vergleich mit der BRD immer noch für die DDR sprach, soziale Gerechtigkeit und das Fehlen von Armut.

Auch der Antifaschismus sprach für die DDR im Vergleich mit der BRD, weshalb er in der bundesdeutschen DDR-Bewältigung einer der ersten Punkte war, die systematisch in Abrede gestellt wurden und werden.

Wenn in der Bundesrepublik DDR-Geschichte geschrieben und vermittelt wird, ist das immer ideologisch! Deshalb ist es wichtig dagegenzuhalten.

11
Unsinkable2 15.07.2013, 13:23
@meinMeinung

Was haben die Statements zu den zwei Politikern mit der Frage nach Armut und sozialer (un-)Gerechtigkeit in der DDR zu tun?

Das kann ich dir erklären, meinMeinung.

Wenn wir annehmen, dass Herr Gauck sich den Freiheitswillen nicht erst nach der Wende zugelegt hat, war die Freiheit in der DDR in ihrer Definition offensichtlich nicht so fern der Freiheit in der Bundesrepublik. Zweifellos gab (und gibt) es Unterschiede in der Definition und im "Schweregrad" der Definitionsdetails; aber im Wesen kann er sie nicht als so drastisch eingeschränkt empfunden haben, da er sich zeit seiner Arbeit in der DDR von "Widerständlern" und "Bürgerrechtlern" ausgesprochen fern hielt.

Um zur plastischen Veranschaulichung die berühmt-berüchtigte und vielzitierte "Reisefreiheit" herbeizuzerren, ist es wohl auch Herrn Gauck aufgefallen, dass "Nicht-Reisen-DÜRFEN und "Nicht-Reisen-KÖNNEN" im Ergebnis der "Freiheit 'Reisen'" für die Betroffenen nicht allzu weit auseinander liegen. Jedenfalls sind seine Einlassungen zur "diesbezüglichen Freiheit" im Laufe der Jahre erheblich leiser geworden. Heute verkauft er uns mehr die "Freiheit der Wahl zwischen Parteien, die unterschiedliche Ziele haben". Damit trifft er zwar auch nicht die Realität, aber ich versuchte, dieses Thema zu meiden, da es bei der Beantwortung der Frage nur mittelbar helfen würde...

Ähnlich steht es um Frau Merkel. Wenn wir annehmen, dass sie eine mit Verstand gesegnete Anführerin der Bundesrepublik ist; und wenn wir weiterhin annehmen, dass dieser Verstand nicht erst einsetzte, als sie - übrigens als eine der ersten Ostdeutschen - arbeitslos wurde, kann man aus ihrem damaligen Verhalten ziemlich viel über die Gerechtigkeit (die bekanntlich auch für sie seit mehr als 20 Jahren ununterbrochen Thema ist) in der DDR ableiten: Wer so brav ins System integriert war, wer so eifrig damit beschäftigt war, es zu stabilisieren, der kann da nur wenig gefunden haben, was störte...

Insofern zog ich beide namhafte Vertreter der heutigen Meinung heran, um zum Einen mich selbst zu versichern, nichts Unklares geschrieben zu haben, und zum Anderen darzulegen, dass meine Meinung auch von diesen namhaften Persönlichkeiten der Zeitgeschichte geteilt ... errrr .... wurde.

Im Übrigen deckelt dieser Teil meiner Einlassung exakt deinen Hinweis auf die zeitlichen Unterschiede und damit die schwierigere Vergleichbarkeit in einigen Aspekten: Da wir beide als "besonders fortschrittliche & wohlwollende" Menschen akzeptieren, ist ihr Verhalten in ebenjener Vergangenheit maßgebliche Hilfe zur Beurteilung, ob das, was da geschah, DAMALS als "besonders fortschrittlich & wohlwollend" gelten könnte. Keineswegs ultimativ. Keineswegs bedingungslos. Aber als Richtlinie. Als Orientierung.

Solche Vergleiche rutschen unweigerlich auf emotionale und ideologische Ebenen ab.

Eine Auseinandersetzung mit, wie du selbst eindrucksvoll erkennst, schier "unvergleichlichen" Systemen, MUSS auf diesen Ebenen geführt werden. Die rationale Ebene ist für den Durchschnitts-Michel nicht erkennbar. Nicht auf kurze Distanzen, wie beispielsweise die Legislaturperiode, und schon gar nicht auf lange Distanzen, wie sie mittlerweile zwischen dem Ende der DDR und heute liegt.

Anders ist die Frage - beispielsweise nach "Armut" - nicht zu beantworten, denn "Armut" ist per definitionem ein relativer Begriff, der vor allem durch die Gesellschaft und weniger durch materiellen Besitz definiert wird.

es macht aus meiner Sicht wenig Sinn, die damalige Zeit in der DDR sachlich & objektiv mit der heutigen Situation in Deutschland zu vergleichen, da es unterschiedliche Zeiten sind, unterschiedliche Systeme, unterschiedliche Wirtschaftslagen & Prioritäten, und und und ...

Es gibt keine Alternative, meinMeinung.

Um den Menschen beliebige Situationen zu veranschaulichen, sind Vergleiche immer ein passables Transport- und Hilfsmittel. Auch - und sogar gerade - dann, wenn sie sich über 20+ Jahre erstrecken.

Ich gäbe dir Recht, wenn wir über einen Vergleich von West-Auto und Ost-Auto reden würden, denn selbst das fortschrittlichste West-Auto würde gegen ein heute gebräuchliches Mobil lächerlich veraltet wirken.

Wir reden aber über "soziale Verhältnisse" und "Armut". Und die können durchaus in relativen (nicht absoluten(!)) Werten verglichen werden.

Wenn es beispielsweise vor über 20 Jahren in der DDR schon eine Selbstverständlichkeit war, sollte es in einem so viel "fortschrittlicheren" Land, wie der Bundesrepublik eigentlich gar kein Thema mehr sein. Wenn es aber doch Thema ist, dann - hoffentlich ;) - nur, um das betreffende Element durch ein BESSERES Subsitut ersetzt zu haben.

Schließlich sind Gesellschaften nicht nur VOM, sondern VOR ALLEM FÜR den Menschen gemacht. Und alles - ausnahmslos ALLES -, was dem Menschen nicht dient, ist auf den Prüfstand zu zerren; ganz egal, ob es 20+ Jahre alt ist; oder ob die Tinte des Gesetzes noch nicht getrocknet ist...

4

in den ca. letzten 20-30 Jahren

Deine Frage klingt so als habe es die DDR mindestens hundert Jahre gegeben, sie existierte jedoch nur 40 Jahre. Armut gab es nicht, ebenso gab es auch keinen Reichtum im Sinne von Luxusautos, Villen an der Cote d'Azur, Fernreisen in die Karibik und auf die Malediven usw. Es gab in den letzten Jahren einen bescheiden Wohlstand, der an dem gemessen, was es damals außerhalb Westeuropas gab, hoch war.

im Vergleich zur heutigen BRD

Ein Vergleich mit der heutigen BRD ergibt natürlich keinen Sinn, da sich auch die DDR, wenn sie noch existierte, weiterentwickelt hätte. Fest steht, dass die damalige BRD praktisch auch keine Armut und Hartz4 kannte, im Gegenteil, es herrschte praktisch Vollbeschäftigung und in vielen Bereichen sogar Arbeitskräftemangel und man holte einerseits ausländische Arbeitskräfte aus überwiegend armen Regionen in Prouktionsbetriebe, aber auch Fach- und Führungskräfte aus dem westeuropäischen Ausland und Amerika. Ich weiß, dass z.B. in Hamburg mehrere Zehntausend Amerikaner arbeiten.

Die heutige Situation ist vor allem der ineffizienten Wirtschaftspolitik in Deutschland und der EU, aber auch - in geringerem Maße - äußeren globalen Umständen (Stichwort: Globalisierung) geschuldet. So wurden in Ostdeutschland alte Handelsbeziehungen abrupt gekappt, Betriebe zu Dumpingpreisen veräußert bzw. dicht gemacht, neue Zollgrenzen errichtet bzw. einfach verschoben. Darüber hinaus wurden und werden die Instrumente des Außenhandels und des Steuerwesens - hier sei insbesondere an die Zollregulierungsinstrumente erinnert - nicht effizient eingesetzt, was zur Abwanderung vieler deutscher Betriebe nach China und zu Schwemmen von billigst produzierten Waren, die zu einem Preisniveau von westeuropäischen Erzeugnissen angeboten werden, auf dem deutschen Markt führte.

Im Internet konnte ich dazu leider nicht viel finden

Im Internet gibt es eben nicht alle Informtionen, vieles kansst du nur aus Büchern, z.B. in der Stadt- oder Unibiliothek erfahren. Aber wenn du etwas mit den Begriffen spielst, wirst du auch im Inet fündig.

meinMeinung 16.07.2013, 22:14

"Ein Vergleich mit der heutigen BRD ergibt ... keinen Sinn" ... diesem Statement kann ich voll & ganz zustimmen.

Leider ist es das einzige. Es gab ein anderes Empfinden zu "arm" und "reich", es war definitiv weniger wichtig als heute, und es veränderte sich stark in den "nur 40 Jahren". Und es war stark regional verschieden. In mancher Region und gewisser Zeit war der Tel-Anschluss etwas "privilegiertes", in anderer der Trabi, in anderer das Eigenheim (oder die Neubauwohnung) oder die simple "Schnee-Jeans" oder der Pelikan-Füller. Und ja, es gab Reisen in die Karibik (Cuba) oder durch die UdSSR, für Privilegierte oder Glückliche, doch dem wurde bei weitem nicht so viel Wert (mit Hinblick auf "reich") zugemessen, wie heute.

Wie an anderer Stelle erwähnt, kann ich nicht beurteilen, wie das arm/reich Empfinden zur gleichen Zeit in der BRD war.

Zu den Aussagen zur "heutigen Situation ,,, ineffiziente Wirtschaftspolitik in Deutschland und EU" will ich mich besser nicht äussern ,,,

0
Huckebein 16.07.2013, 22:43
@meinMeinung

Ob Sinn oder nicht mag der beurteilen, der eine Position einnimmt, und nicht jemand, der sich "besser nicht äußert". Jeder deiner Kommentare und auch deine Antwort weisen dich als einen Grauzonengänger aus, der sich nicht positionieren kann oder will. Deine angeführten Beispiele sind Erscheinungen innerhalb eines Systems und haben mit dem generellen Problem von Ungerechtigkeit und Armut und damit, wie diese empfunden werden, nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Hier werden nicht Angebot, Reisefreiheit und andere Errungenschaften der einzelnen Systeme miteinander verglichen, sondern wie sich die Menschen unabhängig von Angebot, Reisefreiheit und anderen Errungenschaften innerhalb eines Systems behandelt fühlen: Als Teilhaber an allem, oder als etwas, das man entsorgt, wenn es seinen Dienst getan hat. Es sind ja genug da, die darauf warten, die Lücken in den Reihen der Tagelöhner bei Bedarf wieder zu schließen.

Deine Diskussion ging in all deinen Beiträgen am Thema vorbei und führte sozusagen auf Nebengleise, die nicht zur Debatte standen.

1
cherskiy 17.07.2013, 09:50
@meinMeinung

Und es war stark regional verschieden.

Das ist ja klar. In jedem Land gibt es wirtschftlich schwächere und stärkere Regionen (wenn man mal von San Marino, Liechtenstein und Luxemburg absieht. Vgl. z.B. Baden Württemberg und Saarlnd. Man spricht ja sogar auch vom "Europa der zwei Geschwindigkeiten". Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass es Armut, von wenigen Ausnahmen abgsehen, nicht gab.

für Privilegierte oder Glückliche

Privilegierte gab und gibt es in allen Gesellschaften, auch während und nach der Französischen Revolution (trotz Liberté, fraternité, égalité usw.). Nenne ein Land auf der Welt, in dem es keine Schicht der "Privilegierten und Glücklichen" gibt. Wenn ich den Fragesteller richtig verstanden habe, ging es ihm aber nicht darum, sondern primär um Armut im Sinne von Obdachlosigkeit, Dauerarbeitslosigkeit, Anstehen in Suppenküchen u. dgl., also um "richtige" Armut und Ausgegrenztheit.

Und ja, es gab Reisen in die Karibik (Cuba) oder durch die UdSSR

Ich meinte hier Luxusreisen und dachte da eher an Ziele wie Punta Cana, Aruba, Miami und nicht an Cuba.

Zu den Aussagen zur "heutigen Situation ,,, ineffiziente Wirtschaftspolitik in Deutschland und EU" will ich mich besser nicht äussern

Derjenige, der die Diskussion abweist, hat nichts zu sagen und ist immer auf dem absteigenden Ast.

1

Die DDR ist inzwischen seit mehr als 20 Jahren Geschichte. Es ist also kaum möglich die DDR mit der jetzigen BRD zu vergleichen. Denn, auch die DDR hätte sich weiterentwickelt. Aber eins stimmt, ganz arm gab es nicht in der DDR, die sozialen Unterschiede waren nie so groß, das sich Menschen als sozial benachteiligt fühlen mussten. Wir haben am Wochenende auch mal wieder in Erinnerungen gekramt und mein Mann sagte immer wieder, zu DDR-Zeiten konnte er in jedem Jahr in Urlaub fahren. Jetztkann er sich das nicht mehr leisten. Und das obwohl er jeden Tag Vollzeit arbeitet. Das ist doch traurig, oder?

Es gab auch in der DDR Ungerechtigkeiten, die soziale Ungerechtigkeit hielt sich aber in Grenzen. Mir ist eigentlich nur eine Sache bekannt, die ich jetzt als sozial ungerecht bezeichnen würde und das ist die überproportionale soziale "Förderung" der Jugend im Gegensatz zu den sehr spärlichen Renten. Aber dieses Phänomen haben wir in der BRD zur Zeit genauso!

Armut? Was meinst du mit Armut? Meinst du damit, dass Leute auf Suppenküchen angewiesen waren, dass sie bei der Tafel nach billigen oder kostenlosen Lebensmitteln anstehen mussten? Meinst du dass Kinder auf Einrichtungen wie die Arche angewiesen waren, um soziale Nähe, Zuwendung und Hilfe zu bekommen?
Das alles gab es in der DDR nicht!

Es gab in der DDR sicher Familien, die mehr Geld hatten als andere und Familien, die weniger Geld hatten als andere. Aber Armut mit all ihren sozialen Folgen gab es in der DDR nicht!
Im Vergleich zur BRD war die soziale Ungerechtigkeit so gut wie abgeschafft.

Der Lebensstandard in der DDR war sicher nicht vom dekadenten Konsumüberfluss der BRD gekennzeichnet, das ist aber kein Anzeichen von Armut. Die Menschen in der DDR litten keine Not und konnten im Vergleich zu den meisten anderen Menschen in der Welt als reich gelten!

Lazarius 14.07.2013, 16:14

Das alles gab es in der DDR nicht!

… weil es völlig unnötig war und überhaupt nicht gebraucht wurde.

Du hast es auf den Punkt gebracht. DH!

3
Elma2 14.07.2013, 19:26

Bei der DDR war auch Hartz IV ein Fremdwort.

4

Das Internet wird Dir da schon deshalb nicht weiterhelfen können, weil es in der DDR keine Armut gab, von sozialer Ungerechtigkeit ganz zu schweigen. Niemand mußte hungern und keiner war obdachlos. Ich werde Dir mehr nicht aufschreiben, der Platz würde nicht ausreichen.

zunächst die Gegenfrage: warum "verdammt"?

Armut & Gerechtigkeit ist immer eine Frage der Relation und der Zeit. Es gab keinen Hunger, es gab gesicherte Ausbildung, medizinische Versorgung etc. Gleichzeitig wurden gute & hochwertige (nicht politisch motivierte) Leistungen nicht in dem Masse und "gerecht" "belohnt", wie zu heutiger Zeit, oder üblicherweise "viel Vermögen" aufgebaut, usw.

Und anzumerken ist ferner, dass es dazu von allen Betroffenen viele unterschiedliche Meinungen, Standpunkte und Erlebnisse geben wird. Bekanntlich ist die Welt nicht schwarz oder weiss :-)

Armut ist relativ. In der DDR gab es die praktisch nicht. Allerdings waren die lebensstandardverhältnisse geringer als in Westdeutschland. Auch die sozialen Unterschiede waren viel geringer.

Mich beschleicht das dumme Gefühl, dass die " DDR" etwas für dich sehr exotisches, ausserhalb unseres Kulturkreises irgendwann einmal existentes Gebilde darstellt. Anders kann ich mir unter anderem deine AUsdrucksweise "die soziale Situation in der damaligen DDR in den ca. letzten 20-30 Jahren vor ihrer Auflösung" nicht erklären.

Ist dir klar, wielange es die DDR gab?

Zum Tenor. Nun, es gab nicht die heute bekannte Armut, die Ungleichbehandlung, die soziale Schere, die immer weiter auseinander klafft, wie sie heute in der ach so gerühmten BRD das akzeptierte Alltagsleben ist.

Doch sehrwohl gab es auch in der DDR Klassenunterschiede. EIne relativ geringe (Personenzahl bezogen) der führenden Parteimitglieder oder Gremien, tituliere wie du willst, hatte sich doch gewisse Sonderzuwendungen in verschiedensten Richtungen zugelegt. Dadurch unterschied sich ihr Leben denn doch in vielen Nuancen vom Leben des Durchschnittsbürgers.

Am unteren Rand der Gesellschaft in der DDR waren leider die Menschen anzuseideln, die nicht mit dem politischen System konform gingen. Hier wird es auch durchaus zu Armut und Ausgrenzung gekommen sein.

Patrush 19.07.2013, 14:11

"Mich beschleicht das dumme Gefühl, dass die " DDR" etwas für dich sehr exotisches, ausserhalb unseres Kulturkreises irgendwann einmal existentes Gebilde darstellt."

Danke dir zuerst einmal für die Antwort. Nein, also besonders exotisch und "nicht unserem Kulturkreis zugehörig" kommt mir die ehemalige DDR nicht vor. Ich wollte mich deswegen auf die letzten 20-30 Jahre vor ihrer Auflösung beschränken, da ich fürchtete es würde etwas viel werden über die soziale Situation seit der Gründung zu reden und außerdem erschien mir die Zeitperiode interessanter.

Ich beschäftige mich im Moment recht viel mit unserer kapitalistischen Wirtschaftsordnung und damit, ob es sinnvolle Alternativen zum Kapitalismus gibt. Der "real existierende Sozialismus" mit einer autoritären Parteidiktatur in der DDR ist keine wirkliche Alternative und führte natürlich zu einer politischen Unfreiheit sowie zu einem erheblichen Mangel an Demokratie, doch ich wollte die DDR nicht darauf reduzieren und mich interessierten die sozialen Aspekte.

2

Eine tolle Frage für den Sonntag, die hoffentlich nicht gelöscht wird, weil sie unangenehme Wahrheiten zutage bringt:

Gerade gestern hatte ich die Möglichkeit, mich auf einem Klassentreffen mit ehemaligen Mitschülern und Mitschülerinnen zu unterhalten.

Dabei kam natürlich auch die Frage nach dem Heute und Gestern auf:

Zwei Lehrerinnen waren dabei, die sich bitter beklagten über den Zustand in den Schulen, über durch Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit von ins Abseits gedrängten Menschen, die weder sich noch ihre Kinder im Griff haben und inzwischen eine Schicht bilden, von der die DDR nur "träumen" konnte. Was heute auf Schritt und Tritt sichtbar ist und immer weiter um sich greift, war zu DDR-Zeiten ein marginales Problem: Soziale Auagegrenztheit in all ihren Formen. Anzeichen wurden bereits in Ansätzen in Angriff genommen, indem man sich verstärkt um die betreffenden Familien und deren Kinder gekümmert hat. Kinder aus solchen Familien bekamen das, was ihnen die Eltern nicht vermitteln konnten oder wollten, in Einrichtungen wie Kitas, in den Schulhorts, in Arbeitsgemeinschaften, Sporteinrichtungen etc.pp. Die Eltern hatten ihre Arbeit. Nicht arbeiten wollen gab es nicht. Deshalb gehörten u.a. allmorgendliche Büchsenbioertrinker nicht zum Straßenbild, Obdachlose kannte man nur aus den Medien und hatten mit der DDR nichts zu tun.

Die Menschen hatten das Gefühl gebraucht zu werden und benahmen sich auch dementsprechend. Es gab keine Armut, auch wenn Bananen Mangelware waren, es gab keine Ausgrenzung durch Mobbing, Diskriminierung, infolgedessen, im Vergleich zu jetzt, eine Kriminalitätsaufkommen für 40 Jahre DDR, das hier in einer Woche zu verzeichnen ist. Tafeln und Suppenküchen gab es auch nicht. Hat man auch nicht gebraucht.

Eine ehemalige Mitschülerin von mir, die studierte Sozialpädagogin ist und gestern auch dabei war, kümmert sich vorwiegend um Problemfamilien, deren Kinder die Schule schwänzen, die Eltern zum Teil davon nichts wissen. Bei Hausbesuchen an Vormittagen wird BlödFS von RTL 2 "Verklag mich doch" usw. geguckt. Dergleiche Ton herrscht in den Familien, die diesen Schund sehen und so in dem Glauben bestärkt werden, dass das so zu sein hat.

Zur Ungerechtigkeit:

Lohn und Gehalt gab es entsprechend Ausbildung und Leistung, also abgestuft, aber immer so, dass man gut davon leben konnte, ohne staatliche Almosen in Anspruch nehmen zu müssen. Das Recht auf Bildung hatte jeder, und jetzt kommt's:

Sogar konfessionell Gebundene, wie Freiheitskämpfer Gauck und FDJ-Funktionärin Frau Merkel oder all die Bundestagsabgeordneten der CDU, die in der DDR das Abitur gemacht und studiert haben.

Das Recht einen Beruf zu lernen, hatte man auch, zwar nicht immer den, den man wollte, aber immer mir der Gewissheit, nach der Ausbildung auch einen Arbeitsplatz zu erhalten. Es gab somit keine Jugendlichen, die auf den Straßen herumhingen und sie aus Frust und Langerweile, aus Perspektivlosigkeit und Illusionslosigkeit unsicher machten.

So, und jetzt zu deiner Frage nach den 20 bis 30 Jahren vor Auflösung der DDR:

Das war 1960 bis 1990. Meine Mutter hat von 1961 bis 1965 studiert, war geschieden, alleinerziehend, hat uns, meinen Bruder und mich, in Zusammenarbneit mit der Schule, zu anständigen Menschen erzogen, obwohl sie nicht in der Partei war!!!!!! Und bei der Stasi schon gar nicht. Genau so erging es zig-Tausenden andere Bürger der DDR.

Ja, es gab auch die Widerstandskämpfer. Aber die gingen in der Masse dere, die ein normales Leben führten, unter.

Mein Bruder und ich haben ebenfalls das Abitur gemacht und studiert, nciht, weil wir bei den Pionieren und in der FDJ waren, wie übrigens 90%, sondern weil wir die entsprechenden Leistungen zeigten und nicht kriminell waren. Letztere gab es auch. Die wurden wie heute bestraft. Nicht wenige von denen verstehen sich heute als Dissidenten :) und werden nicht müde, die DDR als Unterdrückungs- und Unrechtsstaat darzustellen. Immerhin gut für's Selbstwertgefühl, das ihnen jahrzehntelang gefehlt hat.

Zwischenbemerkung: Ich rede nicht von allen, sondern von vielen.

So, nun noch ein Wort an jene, die es besser wissen, obwohl sie nicht in der DDR gelebt haben:

Jeder Versuch, der DDR mit wohl gesetzten Worten und Pseudobeweisen Unmenschlichkeit und Ungerechtigkeit zu unterstellen, kann angesichts der jüngst zutage getretenen Wahrheiten nur noch ein Lächeln, höchstens ein Kopfschütteln, erzeugen. Ich sage nur: Stasi: Was für eine dilettantischer Verein im Vergleich zu dem, was in der BRD unter dem großen Freund aus Übersee seit dem Kriege möglich war und ist. Da helfen auch keine Relativierungsversuche mehr.

Was Besseres konnte den ehemaligen DDR-lern überhaupt nicht passieren...

latricolore 14.07.2013, 17:23

... werden nicht müde, die DDR als Unterdrückungs- und Unrechtsstaat darzustellen.

Aber iwo, wer wird denn?

Weiß doch jeder, dass die DDR sich (= ihre Bürger) am 13.08.1961 nur nett eingekuschelt hat, um alle vor- und fürsorglich vor den bösen Kapitalisten zu schützen. Und wer diese Enge nicht so gut vertrug, der durfte problemlos dieses Nest verlassen, gelle?

6
Huckebein 14.07.2013, 17:30
@latricolore

Die Frage war nach Armut und sozialer Ungerechtigkeit in der DDR. Und die wurde beantwortet.

Deine bemühte Ironie ist völlig fehl am Platze.

9
latricolore 14.07.2013, 17:48
@Huckebein

Nö.

Du verteilst locker Seitenhiebe in deiner Antwort, und ich reagiere auf einen Teil davon.

6
meinMeinung 14.07.2013, 17:29

ein langer Roman.

Jedoch ist es in meinen Augen eher ein "Frust von der Seele schreiben", als eine sachliche Antwort auf die Frage. Man spürt dies deutlich an der Verteidigungshaltung, den irrelevanten Referenzen auf Namen in der Politik und die abwertenden Vergleiche mit heutigen Medien.

Gerade letzteres ist ein typischer gesellschaftlicher Fehler. Es bringt herzlich wenig, wenn man die damalige Zeit (Medien, Kriminalität, Bildung, Politik) mit der heutigen vergleicht. Wenn überhaupt, dann müsste man 70er DDR mit 70er BRD vergleichen. Doch auch das halte ich für nicht sinnvoll.

und übrigens, ich hab in der DDR gelebt, und nicht nur dort, auch in ärmeren Ländern.

3
Huckebein 14.07.2013, 17:40
@meinMeinung

Es bringt herzlich wenig, wenn man die damalige Zeit (Medien, Kriminalität, Bildung, Politik) mit der heutigen vergleicht.

Was, wenn nicht der Vergleich, zeigt deutlicher, wo die Unterschiede liegen? Ich bin es leid, und viele andere mit mir, etwas zu beschönigen, wo es nichts zu beschönigen gibt.

Auch wenn ich den "Frust" weglasse, die Tatsachen sprechen für sich.

5
meinMeinung 14.07.2013, 17:56
@Huckebein

Ich kann beurteilen, wie meine Zeit in der DDR war. Ich war zufrieden, nicht arm, nicht sozial ausgegrenzt. siehe auch meine Antwort. (Die wenigen kritischen Punkte will ich hier jetzt nicht ausbreiten.)

Ich kann jedoch nicht beurteilen, wie es zur gleichen Zeit in München, Hamburg, Westberlin oder auf dem Dorf im Schwarzwald war. Und die zwei von Ihnen zitierten Lehrerinnen vermutlich auch nicht. Somit das typische Statement "damals war alles besser, einfacher, freundlicher, unkomplizierter" bzw. ein Vergleich von äpfeln mit birnen.

PS: wenn der "Frust" im obigen Roman weggelassen würde, blieben leider nicht mehr viele Zeilen übrig. Doch das ist nur eine subjektive meinMeinung :-)

7
Huckebein 14.07.2013, 18:12
@meinMeinung

Die Frage lautete:

...wie es um die soziale Situation in der damaligen DDR in den ca. letzten 20-30 Jahren vor ihrer Auflösung bestellt war und wie es im Vergleich zur heutigen BRD mit der Armut sowie der sozialen Ungerechtigkeit in der Zeit aussah.

Die Betonung liegt auf "im Vergleich zur heutigen BRD"

Diese drei fett gedruckten Punkte wurden beantwortet, und zwar objektiv, wie es sich tatsächlich darstellt, und subjektiv, wie ich persönlich es reflektiere.

Man kann natürlich auch von einer persönlichen Stellungnahme Abstand nehmen und es bei der Feststellung belassen, dass man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann. Zumindest wäre das unverfänglicher.

@meinMeinung, ich habe in deinem Kommentar nur Kritik an meinen Ausführungen erkannt, aber keine Antwort auf die gestellte Frage erkennen können. Tut mir leid...

3
meinMeinung 14.07.2013, 18:28
@Huckebein

"keine Antwort auf die gestellte Frage ... von einer persönlichen Stellungnahme Abstand nehmen ..." >> wer suchet, der findet auch.

"in deinem Kommentar nur Kritik an meinen Ausführungen erkannt" >> wenn andere Meinungen gleich als Kritik an der eigenen Person gewertet werden, bekräftigt das meinen Eindruck der Verteidigungshaltung.

Ich klinke mich hiermit aus, da irrelevante Diskussion für den Fragesteller.

2
Huckebein 14.07.2013, 18:38
@meinMeinung

...die du irrelevant für den Fragesteller gemacht hast. Das lag nicht in meiner Absicht.

Ende!

5

Hi, vielleicht wirst du bei der Bundeszentrale für Politische Bildung pfündig. Hier der Link: http://www.bpb.de/politik/

NicolasChamfort 14.07.2013, 15:23

Dort mit Sicherheit, verfährt man dort doch nach dem Motto, daß an dieser DDR nicht gut sein kann, was nicht gut sein darf.

4
Huckebein 14.07.2013, 15:51

Aber sicher doch: Die Bundeszentrale für Politische Bildung ist prädestiniert, das Leben in der DDR einzuschätzen und hat ein absolutes Privileg auf die Wahrheit...:)

3
cherskiy 14.07.2013, 23:21
@Huckebein

Naja, die ist immerhin Ecke Friedrichstraße, also im Osten. Da sitzen doch bestimmt nicht nur Wessis ;-)

1

Die soziale Ungerechtigkeit war kleiner als jetzt und Armut gab es praktisch kaum.

Wer läßt sich denn solche Fragen einfallen?

Was möchtest Du wissen?