Wie groß ist der fachliche unterschied RettAss/NotSan?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

allein vom Ausbildungsumfang gibt es einen deutlichen Unterschied - beim Rettungsassistenten waren es zwei Jahre Ausbildung (2800 h), beim NotSan sind es drei Jahre (4600 h).

Der Rettungsassistent wurde - wie der Name andeutet - als Assistent des Notarztes ausgebildet und auch entsprechend qualifiziert; beim Notfallsanitäter wird erheblich mehr Wert auf eigenständiges Arbeiten (auch bei kritischen Patienten) gelegt.

Letzteres bedeutet deutlich mehr Verantwortung und erfordert eine umfassendere Ausbildung, wobei auch hier der Notarzt nicht obsolet wird.

Der Notfallsanitäter wird jedoch grundsätzlich dazu qualifiziert, auch invasive Maßnahmen wie die Gabe bestimmter Medikamente eigenständig durchzuführen - hier war der Rettungsassistent schon von der Rechtsgrundlage her wesentlich eingeschränkter.

In der Praxis sind die Kompetenzen von NotSan und RettAss relativ identisch - wobei zusätzliche Medikamente oder andere Maßnahmen vorwiegend für NFS freigegeben werden.

LG

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung

Das kommt ein Bisschen darauf an, in welchem Rettungsdienstbereich du bist.

Es gibt Rettungsdienstbereiche, wo ein RA bs heute mit ner Abmahnung rechnen muss, wenn er beim "nicht ganz kritischen" Patienten eine Nadel in die Hand nimmt oder sich auch noch erdreistet, ein medikament vorzubereiten. Dass die RAs dort vergleichsweise weniger Ahnung von und vor allem Erfahrung mit invasiven Maßnahmen haben, ist irgendwo klar. Für diese RAs wird der Sprung zum NotSan, der nicht nur invasiv tätig werden "darf" sondern, eben weil er es offiziell kann, es auch "muss", relativ groß sein.

Dann gibt es Rettungsdienstbereiche wie bei uns. Wir haben auch eine EVM-Regelung, für die jährlich viele interne Fortbildungsstunden draufgehen, wo z.B. ganz klar geregelt wird: "ein Patient kommt nicht ohne venösen Zugang auf die Notaufnahme" oder "Wenn die Bedingungen A, B und C gegeben sind, darfst du Medikament X in der Dosierung Y geben und ohne Notarzt ins Krankenhaus fahren". Allerdings legen viele er erfahrenen RAs diese Regelungen sehr weit aus, sodass es nicht selten passiert, dass der Notarzt nicht selten Patienten vorfindet, die ungeachtet irgendwelcher Vorgaben was ein RA offiziell darf, mit allem Drum und Dran voll versorgt sind. Getreu nach dem Motto: "Notarzt ist heute der Dr.Mustermann, der hat für diesen Fall ein klares Lieblingsmedikament... warum sollte ich das nicht schon geben? Dem Patienten wird es gut tun, also los".

Für unsere RAs dürfte die Umstellung auf den NotSan "relativ" einfacher sein, allerdings muss man sich für die Ergänzungsprüfungen eben doch an Vorgaben umgewöhnen, die ganz anders sind als die, mit denen man schon seit Jahren arbeitet. Beispiel: Bei uns fällt Ketanest&Dormicum schon seit vielen Jahren beim isolierten Extremitätentrauma unter die EVM... Kollegen mit aktueller Fortbildung dürfen das also ohne NA anwenden., hat auch meines Wissens noch nie Probleme gegeben. Und beim NotSan-Lehrgang bekommen sie dann gesagt, dass das ja hochkritisch und nicht so einfach beherrschbar sei, und sie in der Ergänzungsprüfung Morphin verwenden müssen.

Nicht zu vergessen: Es laufen immernoch "übergeleitete" RAs rum, die ursprünglich mal den RS gemacht haben und vor vielen Jahren praktisch über Nacht zum RA erklärt wurden. Und selbst 30 Jahre Berufserfahrung mit 30h jährlicher Fortbildung ersetzen nicht unbedingt eine durchstrukturierte, fundierte 3-jährige Ausbildung.

37

Abmahnung, weil sie ein Medikament VORBEREITEN?. Für mich unvorstellbar, uns wurde im RettSan beigebracht die Medikamente vorzubereiten, sodass ich das auch mache, wenn Zeit dazu ist. Wenn jetzt einer eine starke Kolik hat, kannst davon ausgehen, dass das Butylscopolamin und Novalgin vorbereitet ist bis der Notarzt kommt, wobei die NotSan und auch mancher RettAss zumindest das Butylscopolamin selber geben.

0
38
@Rollerfreake

Artikel

Während einer der Rettungsassistenten ein Medikament über einen so genannten Verdampfer verabreicht hat, wurde dieses im zweiten Notfalleinsatz nur zur Anwendung vorbereitet, aber nicht genutzt.

Ich bin auch nur RS. Ich wurde aber in den Fortbildungen so erzogen, dass ich selbstverständlich mindestens die akut lebensrettenden Medikamente mitsamt Applikationsweg und Dosierung beherrschen muss, und gefälligst im Fall der Fälle in erster Linie mal den Patienten rette. I.v.-Zugang, i.m.-Applikation... alles regelmäßig im Einsatzalltag unter Aufsicht geübt.

Der Fall war aber bisher nur im Sanitätsdienst, wo ich mit nem SanH unterwegs war, und wir zu ner allergischen Reaktion gerufen wurden. Als da jemand maximal aufgedunsen vor mir lag, keinen tastbaren Puls mehr hatte (aber noch halbwegs ansprechbar war) und die Situation sichtbar schlechter wurde, hab ichs mir halt rausgenommen, erst das Adrenalin zu spritzen und dann erst die Verstärkung zu rufen. So kamen wir ohne Reanimation hin, und von der Notärztin bekam ich noch ein Lob.

0
37
@RedPanther

Da seid ihr weiter als bei uns. Ich glaube da würden die Notärzte einem "den Kopf abschlagen", wenn man Adrenalin gibt, Reanimation ausgenommen. Ich habe von den Notkompetenzmedikamenten des RettAss auch Kontraindikationen, Nebenwirkungen, Applikationsweg und Dosierumg im Kopf. Im Wesentlichen beschränkt es sich aber auf i.v. Zugang und Infusion, Midazolam beim Status, Adrenalin ausschließlich bei Reanimation und vielleicht noch Glucose.

0
37
@Rollerfreake

In der Praxis hast du den Patienten aber narürlich vor der Rea. gerettet, ganz klar.

0

Vor allem die Ausbildung ist deutlich umfangreicher. Der Notfallsanitäter durchläuft eine dreijährige Ausbildung und der Rettungsassistent hatte eine zweijährige Ausbildung. Nicht zu vernachlässigen ist auch, dass auf den RettAss noch der Rettungssanitäter und eine Berufserfahrung als solcher angerechnet wurden, geht beim Notfallsanitäter zumindest in diesem Umfang nicht mehr bzw. meist wird vom Rettungssanitäter gar nichts mehr auf den Notfallsanitäter angerechnet, auch keine 10 jäheige Berufserfahrung. Der Notfallsanitäter verbringt 1920 Stunden an der Berufsfachschule, beim Rettungsassistenten waren es 780 Stunden, also weniger als die Hälfte.

Beim Notfallsanitäter wurde die Notkompetenz in rechtfertigenden Notstand in das Notfallsanitätergesetz aufgenommen. Allgemein kann man sagen, sobald die rechtlichen Voraussetzungen vorliegen gegen den Arztvorbehalt nach dem Heilpraktikergesetz zu verstoßen, wenn dieser überhaupt gilt, da sind sich die Fachjuristen uneinig, dann gilt "Das Können ist des Dürfens Maß". Was der Notfallsanitäter können muss, steht im Pyramidenprozess. Allgemein lässt sich festhalten, deutlich mehr als der Rettungsassistent.

37

Ein Rettungsassistent sagte mal, der Rettungsassistent ist der Rettungssanitäter mit erweiterter Ausbildung, die er aber in den meisten Fällen nicht anwenden darf.

0

Suche gute Bücher für die Notfallsanitäter/Rettungsassistenten Ausbildung zum Lernen?

Hey

wie schon geschrieben suche ich gute fachliche Bücher für die Ausbildung zum sozusagen vorlernen. Also mit Fachbegriffen, Anatomie, Physiologie und Techniken usw.

Danke im Voraus Kimmy

...zur Frage

Wie sicher einen Job im Rettungsdienst als Rettungssanitäter?

Guten Tag, Ich wollte euch mal Fragen wie sicher es ist als Rettungssanitäter (3 Monats Weiterbildung) + C1 Führerschein einen Job als Fahrer eines Rettungswagens zu bekommen. Ich mache dieses Jahr mein Examen als Gesundheits- und Krankenpfleger und möchte, da ich dort genug verdienen tue ,nur eine 50% stelle auf der Notaufnahme antreten und die anderen 50% halt im Rettungswagen. Bevor ich nun aber das Geld in die Hand nehmen und den Rettungsanitäter Lehrgang absolviere will ich wissen ob ich heutzutage damit überhaupt noch einem Job auf dem RTW bekomme den auf den Krankentransport habe ich defintiv keine Lust dann bleibe ich lieber in meinem Krankenhaus :D da es ja jetzt sicherlich viele Rettungsassistenten gibt die keine Lust haben (oder es nicht geschafft haben) din Ergänzungsprüfung zu absolvieren gibt es ja jetzt sicherlich mehr als genug Fahrer oder? ( evtl habe ich ja auch bessere Chancen da ich sehr viel Wissen durch meine Ausbildung habe in der Allgemeinmedizin und ich mich so mit einem Notfallsanitäter gut ergänze tue) Komme aus Frankfurt am Main vllt kennt sich ja dort jmd mit der Lage in Moment aus auf dem Arbeitsmarkt im Rettungswesen :)

Interessieren würde mich ah welche Organisation Rettungssanitäter im RTW einstellen(vllt sogar bevorzugt da schlechter bezahlt) da ich vorallem vom DRK in der Position noch keinerlein Stellenanzeige gesehen habe in Frankfurt

Vielen Danke schonmal für eure Antworten

...zur Frage

was ist der unterschied zwischen Retsan, Notsan, Retas, und was für aufgaben haben die?

...zur Frage

C1 für den Rettungswagen und ausnahmen?

Hallo liebe gutefrage-net Community ;)

Ich habe mal eine kleine Frage zum Rettungsdienst. Es geht um den Führerschein C1. Ich habe mich mal ein wenig schlau gemacht und herausgefunden, dass man während der Ausbildung zum Rettungsassistenten/Notfallsanitäter den Führerschein C1 erwirbt.

Ich habe mich aber immer etwas gefragt. Der RTW (Rettungswagen) basiert ja auf 3,5 Tonnen. Ist allerdings schwerer, da hinten noch die ganzen medizinischen Geräte drauf geladen sind. Der Wagen ist also schwerer als 3,5 Tonnen.

Angenommen ich möchte jetzt den Schein erwerben und bin schon im 2 Jahr der Ausbildung. Doch habe ein Problem. (Es geht um ein Augen Problem). Nehmen wir mal an das ich ein eingeschränktes räumliches sehen habe, da ich schon von klein auf schiele. Ich wurde Operiert und sehe nun weder Doppelbilder, noch ist mein Schielwinkel groß.

Ich gehe nun zum Sehtest für den LKW Schein. Darf ich trotzdem einen Rettungswagen fahren? Der Wagen basiert ja auf 3,5 Tonnen. Wird das durchgelassen, da es sich nur um einen Rettungswagen handelt? Und was ist mit der Ausbildung? Wenn ich den Schein nicht habe, bekomme ich doch auch keinen Job als Rettungsassistent oder als Notfallsanitäter (je nach Ausbildung).

Mich würde das ganze echt interessieren. Ich bitte euch alle Fragen zu beantworten.

Mit freundlichen Grüßen; MuhkuhBrotchen

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?