Wie glaubt ihr ist das Leben danach ?

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13 Antworten

Das Leben

Zunächst einmal sollte dir bewusst sein, dass deine Behauptungen über "Leben, Qual und Hölle" keine absoluten Wahrheiten sind, sondern lediglich ein Ergebnis deiner persönlichen Bewertungen der deiner Wahrnehmung.

Jemand anderes nimmt das Leben womöglich weitaus positiver wahr und würde es als eine Art Paradies voller Optionen und Möglichkeiten, die einem offen stehen beschreiben. Auch das wäre nur eine Bewertung.

Wenn du "noch nie glücklich warst" wie du schreibst, liegt das also weniger am Leben, als vielmehr daran, wie du selbst deine persönlichen Erfahrungen bewertest und in welche Schubladen du sie steckst.

Das Leben an sich hat keinen Sinn, sondern es erhält jenen, dem du ihn durch deine Geisteshaltung selbst gibst. Abhängig davon, wirst du die Welt unterschiedlich wahrnehmen.

Der Tod

Was das Leben nach dem Tod angeht, so bin ich zwar Buddhist und durchaus religiös, stehe aber dazu, dass ich es nicht weiß.

Ich bin aber, auch aufgrund persönlicher Erfahrung mit dem Tod, davon überzeugt, dass es einfacher ist, zu sterben, wenn man während Lebzeiten bereits gelernt hat, loszulassen.

Im Leben haben wir immer in gewisser Weise die Kontrolle, können Entscheidungen treffen, oder hinauszögern, Dinge auf verschiedene Weise regeln, oder vor uns herschieben. Immer haben wir das letzte Wort.

Der Tod aber schlägt uns dieses Steuer aus der Hand, nun gibt es keine faulen Kompromisse und halbherzigen Entscheidungen mehr. Jetzt kommt der Tod und das ist die konkrete Realität unseres Lebens.

Ich glaube, dass mit dem Ende des Kreislaufs und dem endgültigen Aussetzen der Gehirnaktivität, die Persönlichkeit des Menschen verlischt.

Sein "Ich", alles was ihn als Individuum ausgemacht hat, ist vorbei. Es handelt sich beim Körper nur noch um biologisches Material, das im Laufe der Zeit in Verwesung, Fäulnis und Verrottung übergehen wird.

An ein "ewiges Selbst" (Seele) des Menschen, glaube ich trotz mehrerer Nahtoderfahrungen nicht. Momentan gehe ich also davon aus, dass der Tod das Ende unserer Existenz als eigenständiges Selbst darstellt.

Sonstiges

Für mich persönlich ist es aber letztlich gar nicht von Belang, ob man wirklich endgültig verlischt, oder ob möglicherweise nicht doch der Petrus an der Himmelstür auf einen wartet.

Ich lebe in diesem Moment der Gegenwart, diesem "Hier und Jetzt", das vorbei ist, sobald ich einen einzigen Buchstaben getippt, oder auch nur einen Gedanken zu Ende gesponnen habe.

In diesem Moment des "Jetzt", kann ich versuchen, meinem Leben einen Sinn zu geben. Ich kann etwas gutes tun (etwa indem ich solche Fragen beantworte), oder auch einfach diesen Moment verträumen.

Da ich aber womöglich den nächsten Moment nicht erleben werde - man weiß nie, ob man nicht plötzlich einen Infarkt erleidet - versuche ich jetzt, so bewusst wie möglich zu sein und das Leben wirklich wahrzunehmen.

Ich versuche ein Leben zu führen, dass es mir jederzeit erlaubt in den Sarg zu steigen, ohne etwas bedauern zu müssen - eine verpasste Chance, ein "Entschuldigung" oder "Danke" vergessen zu haben.

Durch diese Geisteshaltung fühle ich eine große Freiheit und so fürchte ich weder das Leben, noch den Tod.

Lediglich auf schwere Schmerzen würde ich gerne verzichten, aber sollte sich das nicht vermeiden lassen, muss ich eben lernen, auch sie als Teil des Lebens zu akzeptieren.

Es gibt keine Sinn für das Leben hier und auch nicht für das Leben danach, außer dem Sinn, den Du ihm gibst.

Für das Leben nach dem Tod ist es schwieriger als für das Leben vorher.

Die Wahrscheinlichkeit (wenn man davon überhaupt sprechen kann), dass nach dem Tod alles einfach aus ist, ist ziemlich groß.
Das könnte ein Ansporn sein, sein Leben vor dem Tod möglichst sinnvoll zu leben.
(Sorry, ich bin Pfarrer und komme aus meiner Haut nicht heraus: Mir ist dabei mein christlicher Glaube eine ziemlich gute Interpretationshilfe.)

Für das Leben nach dem Tod habe ich nur Bilder, aber keines davon, das nicht in innere Widersprüche führt, wenn ich diese Bilder weiter denke. Darum habe ich es aufgeben, zu sehr drüber nachzudenken und freue mich einfach auf etwas (was auch immer), das so schön sein muss wie eine geniale Hochzeitsfeier, zu der ich eingeladen bin.

Viel wichtiger ist mir das Leben vor dem Tod. Als Notfall- und Krankenausseelsorger bin ich mit diversen Katastrophen des Lebens regelmäßig konfrontiert und werde Dir grundsätzlich zu Deiner Einschätzung nicht widersprechen. Da habe ich zu viel erlebt.

Andererseits erlebe ich meinen eigenen Glauben als eine Protest dageben: Es kann und darf einfach nicht alles sein, womit manchen Menschen das Leben zur Hölle gemacht wurde.
Und: Wie kann ich mir und anderen / anderen und mir im Rahmen meiner Möglichkeiten helfen, das Leben hier möglichst angenehm und sinnvoll zu gestalten.

Da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Aber ich finde, es lohnt sich.

Manche sagen dann, ich hätte mir einen schweren Beruf ausgesucht. Das stimmt auch irgendwie. Auf der anderen Seite tut es _mir_ gut, wenn ich _anderen_ (und mir) helfen kann. Vielleicht findest Du ja auch etwas.

Angefangen bei der Mithilfe in einer der vielen "Tafeln" oder bei der DLRG oder beim Roten Kreuz oder ...
Schau einfach mal.

Auch die weltlichen Ratgeber sagen immer wieder: Wer nur für sich das Glück sucht, wird es verfehlen. Wer sich mit anderen gemeinsam auf den Weg macht, hat eine gute Chance, plötzlich zu merken, wie viel Spaß und Freude das Leben macht.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel Religion.
Dir alles Gute!

sehr schöner Text 👍

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Hi, habe eine Antwort, die nicht so religiös ist. Da Du das Leben aber als Qual ansiehst, wird sie Dir wahrscheinlich trotzdem nich gefallen.

Ich erzähl es dir aber trotzdem.

Anfangen möchte ich indem ich Dir etwas von Spinoza erzähle:

"In seinem Hauptwerk, der Ethica more geometrico demonstrata, konstruiert Spinoza ein monistisches Weltbild, dem zufolge Gott nichts anderes ist als die „eine“ Substanz, die jegliche Existenz in sich schließt und außerhalb derer nichts anderes bestehen kann. Folglich sind Geist und Materie keine getrennten Substanzen, wie es im Cartesianismus
angenommen wird, sondern vielmehr zwei Eigenschaften (Attribute) der
einen Substanz (Gott). Der Mensch und alle weiteren endlichen Dinge in
der Welt sind hingegen lediglich Bestimmtheiten (Modi), in denen sich
das Wesen Gottes äußert." (Wikipedia)

Sprich: Du bist das einzig existierende! Du, bist das Sein!
Du verschwindest nicht, höchstens die Modi ändern sich.

Puh, netter Exkurs, was? Und jetzt ich :

Was isch los mit Dir? Das Leben isch nur eine Qual weil Du Dir das einredest! Ändere Deinen Focus! ;-)



Kann dich zwar verstehen, aber auch wenn es sooo viel leichter wäre, an irgendwas nach dem Tod zu glauben, tue ich das nicht, weil ich mich nicht selbst belügen kann.  

Wenn man stirbt, ist man Tod. Der Körper verrottet, inklusive dem Gehirn, was uns als Mensch ausmacht. Da bleibt nichts übrig, und es kommt auch nichts. Wenn man stirbt, hört man (für sich selbst) auf zu existieren. Klar ist man noch in den Gedanken der Menschen die einen kannten, aber man selbst ist einfach nicht mehr da.

Das ist meiner Meinung nach auch der Grund, warum so viele Menschen gläubig sind: Sie können den Gedanken an das "nichts" und an die Bedeutungslosigkeit ihres Lebens nicht ertragen.

Warum ist für dich als geselliger Mensch das Leben eine Qual?

Hast du was negatives erlebt, was dich bis heute prägt?

Leidest du an Depressionen?

Das würde ich mit einem Psychologen, der dir entspricht, der dich versteht, mit dem du gut kannst, angehen...

Nein, ohne Religion ist es viel leichter, sich das vorzustellen. Wir müssen es uns nicht mal vorstellen, denn die Situation gab es ja schon mal, und zwar bis zu unserer Geburt.

Nach deinem Tod wird die Situation für dich genau dieselbe sein wie vor 200 Jahren. Oder 500. Oder 1000.

Auf kleinerer und konkreterer Ebene - weil man es selbst erlebt - kann man den Tod auch mit dem Schlaf vergleichen (wenn du die sehr kurzen Traumperioden aufnimmst): im Schlaf hast du kein Bewusstsein. Einziger Unterschied zum Tod: du wachst wieder auf. 

...Traumperioden RAUSnimmst

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Es gibt kein Leben nach dem Tod, nur den Tod. Dieses Leben ist dein einziges.
Wir haben keine Seele, nichts geistliches was den Tod des Körpers überdauern könnte.
Unser ich besteht aus verzweigten Verbindungen zwischen Nervenzellen in Gehirn. Und wenn unser Gehirn keine elektrischen Signale mehr empfängt und aussendet, dann ist unser ich tot.

Was ich über das Leben danach denke, geht dich überhaupt nichts an! Lerne erst, dich ohne Fäkalsprache auszudrücken.

Naja kann man noch vom Leben sprechen wenn man tot ist?

Ich sag mal so das wirst du dann schon rausfinden, jeder hat seine eigene Vorstellung an die sollte er sich dann auch halten, das gibt den menschen hoffnung

Es gibt weder Himmel noch Hölle. Nach dem Tod gibt es eine Beerdigung, danach kommen Würmer, Maden und Verwesung. Das ist alles.

Ich glaube nicht an Seelenrecycling.

Es wird so sein wie vor der Geburt bzw vor der Zeugung. Es kommt also nichts. Dieses "nichts" wird man aber auch nicht spüren, da auch unser Bewusstsein nicht mehr vorhanden sein wird.


Wieso ist bitteschön das Leben eine Qual? Mir gefällt es sehr. Freu mich jeden Abend wenn ich nach Hause komme und meine Familie sehe

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