Wie gings bei euch nach dem Studienabbruch weiter?

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1 Antwort

Habe zwar kein Studienabbruch vorzuweisen, habe allerdings einige Erfahrung als früherer Hochschullehrer und Studienberater. Die Frage, die sich natürlich zuerst stellt: Willst Du etwas anderes studieren oder versuchen, mit den vorhandenen Kenntnissen ( evtl. zuzüglich einer praktischen Berufsausbildung), auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen? Und welches Berufsziel willst Du dir setzen? (eine zu starke Branchenfestlegung oder sonstige Einschränkungen sollten allerdings vermieden werden). Wenn ein neues Studium anstehen sollte: Warum bin ich im früheren Studium gescheitert? Habe ich das falsche Studium gewählt (mangelndes Interesse) odeer habe ich einzelne Unterrichtsfächer aufgrund fehlender Begabung nicht geschafft? Oder war meine Studienorganisation (Selbstmanagement) mangelhaft? Diese Fragen gilt es zu klären und positive Alternativen zu erarbeiten, denn sonst könnte das neue Studium so verlaufen wie das bisherige. Falls ein Berufseintritt beabsichtigt ist: Welche beruflich verwertbaren Kenntnisse habe ich durch das Studium erworben oder auch durch Nebentätigkeiten, usw. Dabei ist natürlich von Bedeutung, ob Du das Studium schon im Grundstudium abgebrochen hast oder erst zur Abschlussprüfung und wie viele Prüfungen Du bestanden hast. Lass Dir unbedingt alle bestandenen Prüfungen bescheinigen. Vielleicht ist ja auch ein Hochschullehrer bereit, eine schriftliche Empfehlung auszustellen. Je nach Studium kannst Du auch als Abbrecher für manche Unternehmen durchaus interessant sein (pharmazeutische Unternehmen, Betriebe im technischen Bereich, EDV-Unternehmen...). Wichtig ist dabei, dass Du Dein Scheitern nicht "bemäntelst" sondern objektiv und positiv damit umgehst (z.B.: "Ich habe erkannt, dass diese Art der theoretischen Ausbildung weder meinen Neigungen noch meinen Begabungen entspricht. Ich freue mich daher darauf, stärker anwendungsorientiert arbeiten zu können..."). Sollten die vorhandenen und erworbenen Kenntnisse für einen erfolgreichen Berufseinstieg nicht ausreichen, dann gilt es unter Berücksichtigung Deines Berufsziels abzuklären, welche Ausbildung noch fehlt bzw. hilfreich wäre. Da könnte man sich durchaus von einem Berater der Arbeitsagentur helfen lassen. Falls es um eine Lehre geht: Derzeit ist es relativ leicht, eine Lehrstelle zu finden. Das könnte sich allerdings zum nächsten Herbst (bei voraussichtlich deutlich nachlassender Konjunktur) ändern. Problem ist manchmal, dass Betriebe ehemalige Studierende nicht so gerne einstellen. Vor allem wenn es um eine Ausbildung geht, die mehrheitlich von Nichtabiturienten gemacht wird. Die Betriebe fürchten da Spannungen im Betrieb, wenn der "Studierte" mit seinem in Teilbereichen vielleicht überlegenen Wissen bzw. seiner Intelligenz "protzt". Da gilt es schon bei der schriftlichen Bewerbung die richtigen Worte zu finden! Sieh es vielleicht so: Du bist einen Irrweg gegangen, hast dadurch etwas Zeit und Kraft verloren. Aber es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom...!

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