Wie gestaltet es sich, wenn man ein Kind in Pflege nimmt?

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6 Antworten

Hallo,

ich selbst bin ein hehemaliges Pflegekind und recht schnell Adoptiert worden. Es war mitunter das Beste, was mir passieren konnte.

Über Pflichten und Konsequenzen kann und wird Dich das Jugendamt ganz unverbindlich beraten können. Geh doch einfach mal hin, dafür sind die schließlich da und Du hast Deine Antworten aus fachlicher Hand. Dann könntest Du ja mal hier berichten, würde mich sehr freuen und interessieren.

LG Lexy

http://papaKIND.com

Wichtig ist, dass man Pflegefamilie und Erziehungsfamilie nicht verwechselt. wir sind eine Erziehungsfamilie , unsere drei eigenen Kinder und unser Pflegekind. Jugendämter zeichnen gerne alle Familien als Pflegefamilie aus, da es ein Kostenfaktor ist, und Pflegefamilien weniger Geld zu steht. Eine Erziehungsfamilie ist man, wenn wenigstens ein Elternteil eine pädagogische Ausbildung hat, zB. Erzieherin. Leider ist dieses Thema nicht besonders weit verbreitet und die Jugendämter nutzen die Unkenntnis gerne aus. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unserem Jugendamt das finanzielle wichtiger ist, als das Kindeswohl. Es ist manchmal traurig und frustrierend, wir mußten ein Kind im Sommer abgeben, aber wir möchten die Erfahrung und den Spass nicht missen, und jedem , der darüber nachdenkt diesen Schritt empfehlen. Auch für unsere eigenen Kinder ist es ein wichiger Lernprozess. Schade, dass dieses Thema in Deutschland nicht weiter verbreitet ist, es gibt noch viele Kinder, die diese Chance brauchen.

Ich habe 2 Pflegekinder, eine Tochter seit 6 Jahren und einen Sohn seit zwei Jahren. Von den leiblichen Eltern haben wir eine von ihnen unterschriebene Erklärung, dass die Kinder, bis zu ihrer Selbständigkeit, bei uns bleiben sollen. Pflegekinder aufzunehmen, ist eine tolle, aber auch sehr anspruchsvolle Aufgabe. Die Kinder sind in der Regel schwerst traumatisiert, da sie ja in ihrem kurzen Leben schon sehr schlimme Dinge erfahren haben. Unser Sohn z.B. hat in den ersten 3 Monaten 20 Stunden am Tag geschrien(er hatte die ersten 4Jahre eingesperrt in einem kleinen Zimmer ohne jegliche Ansprache verbracht). Man braucht als Pflegeeltern sehr viel Liebe und Geduld. Seine Nerven schafft man am Besten auch gleich ab. Aber es lohnt sich, wenn man sieht, wie die Kinder sich langsam entwickeln und immer fröhlicher werden. Dazu kommt allerdings noch die Problematik der Zusammenarbeit mit dem Jugendamt. Die Leute treten leider in vielen Fällen sehr selbstherrlich auf, statt die Pflegeeltern zu unterstützen. Trotzdem, ich würde den Weg immer wieder gehen.

Wir haben seit einigen Jahren Pflegekinder. Das Jugendamt hat geschaut, ob wir sozial und psychologisch dazu in der Lage sind. Die Gefahr im Gegensatz zu Adoptionen ist, dass die leiblichen Eltern jederzeit das Recht haben, ihre Kinder wiederzukriegen, wenn die Vorraussetzungen dafür stimmen. Die Kinder können auch jederzeit Kontakt zu den Eltern haben (ist auch gewünscht), sofern sich die Eltern an die Absprachen halten.

Mein Schwester hat vor 14 Jahren ein kleines Mädchen in Vollpflege genommen, weil die Mutter nicht in der Lage war das Kind zu versorgen.Man muß sich immer darüber im Klaren sein, daß die Mutter ihr Kind irgendwann zurückfordern kann. Eine Adoption ist beispielsweise nur möglich, wenn die leibliche Mutter zustimmt. Für die Pflege des Kindes erhält man ein monatliches Pflegegeld. Ob jemand geeignet ist ein Kind in seiner Familie aufzunehmen entscheidet das Jugendamt, nach gründlicher Überprüfung der neuen Pflegefamilie.

Hier eine gute Seite zu dem Thema:

http://www.pib-bremen.de/2004/vollzeitpflege_b1.html

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