Wie geschlechtsneutral formulieren?

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11 Antworten

"Wem Grammatik zu schwer ist, der sollte mal bei gutefrage.net um Rat fragen."

Wer dabei mangelnde Geschlechterneutralität vermutet, der sollte sich mal über den Unterschied zwischen Genus und Sexus informieren:

"Indefinitpronomen mit nachfolgendem Relativpronomen werden gern durch Fragepronomen ersetzt, ohne dass sich am Genus etwas ändert:

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. (statt: Jemanden, der zu spät kommt, bestraft das Leben.)"

https://de.wikipedia.org/wiki/Genus

Ok ich versuch's mal...

"Wem Grammatik zu schwer ist, der sollte mal bei gutefrage.net um Rat fragen."

Nach dem Wikipedia Artikel ist Wem Fragepronomen und ersetzt Jemandem. Das ist wiederum Indefinitpronomen und hat immer ein männliches Genus ("Sie sind für Personen maskulin (jemand, man, wer) ..., unabhängig davon, welches Genus und auch welchen Sexus das Gemeinte hat.").

Dann ist also das dem legitim weil es nichts mit dem Sexus zu tun hat, braucht also nicht weg gelassen zu werden. Puhh ...korrigier mich gerne ;-)

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Am einfachsten ist es, das Relativpronomen wegzulassen.

Indefinit- und Fragepronomina sind im Deutschen maskulin (ohne, dass die Bedeutung auf ein einziges biologisches Geschlecht eingegrenzt wäre).

"jemand" "jemanden" "jemandem"
"wer" "wen" "wem"

zeigen beide eine maskuline Deklination (wie "der", "den", "dem").

"Ist der Umgang mit Grammatik zu schwer, empfiehlt sich eine Nachfrage bei gutefrage.net."

Das Verwenden von indirekter Rede gelingt am ehesten, wenn Wortwahl und Sprachstil sich von direkter Rede unterscheiden - der Satz also für indirekte Rede formuliert wird.

Die Verwendung der männlichen Form ist oft viel einfacher, da die deutsche Sprache primär mit der männlichen Form arbeitet. Stattdessen kann man auch die weibliche Form verwenden, gewinnt aber dadurch nicht unbedingt an Geschlechtergerechtigkeit, sondern verschiebt nur bewusst das Pendel in die andere Richtung.

Die direkte Anrede mit "Du" ist bei persönlichen Frageseiten wie gutefrage.net eine sinnvolle Alternative, da es einerseits einen direkten Bezug zum Fragesteller herstellt, andererseits, das Geschlecht nicht zugeordnet werden muss.

Da es im Deutschen möglich ist, eigene Wortsammensetzungen zu bilden, kann "geschlechterneutral" nicht als falsch tituliert werden.

Da "geschlechtsneutral" bereits Eingang im Duden gefunden hat, ist die Verwendung von "geschlechtsneutral" vorzuziehen.

Danke für die ausführliche Antwort!

Deine alternative Formulierung ist auch super. Ich höre hier in den Kommentaren aber langsam raus, dass es völlig ok ist, das "der" wegzulassen. Hat mich mein Gefühl wohl getrügt. Für solche Fälle liebe ich dieses Portal :-D ...Danke an alle!

Da es im Deutschen möglich ist, eigene Wortsammensetzungen zu bilden, kann "geschlechterneutral" nicht als falsch tituliert werden.

Da "geschlechtsneutral" bereits Eingang im Duden gefunden hat, ist die Verwendung von "geschlechtsneutral" vorzuziehen.

Ich dachte "geschlechterneutral" meint eher Neutralität in der Sprache und "geschlechtsneutral" Neutralität in der Biologie. Ist aber wohl wieder nur meine falsche Intuition gewesen ;-)

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@mahenni

Kleiner Tip: "Hat mich mein Gefühl wohl getrügt" klingt in dieser Form besser: "Da hat mein Gefühl getrogen" !

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@mahenni

"Geschlechterneutral" kann man eher in der Adelsforschung schreiben, wenn etwas für die Hohenzollern, das Haus Bayern und weitere Adelsgeschlechter gilt.^^

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Das der in deinem Gutefrage.net -Satz hat überhaupt nichts mit Geschlechtern zu tun. Man kann das auch in Gedanken so formulieren: Der Mensch, dem Grammatik zu schwer ist, der sollte mal bei gutefrage.net um Rat fragen. Dieser Satz bezieht sich also auf Männer und Frauen.

"Frag bei GF nach, wenn dir Grammatik zu schwer ist."

Damit umgehst du das Problem mit den bestimmten Artikeln.

Besser fände ich, wenn diese rosa für Mädchen und blau für Jungs Verpackungen wieder in der Versenkung verschwinden würden.

Das nervt mich mehr als eine männliche Anrede.

Zudem: Wie sollten dann Transgender-Personen angeredet werden bzw welche Anrede wünschen die sich?

1. Du kannst "der" weglassen. Der Satz stimmt trotzdem und sieht nicht doof aus.

2. Man kann das mit der Geschlechtsneutralität auch ins Unendliche übertreiben... Gewisse Wörter haben nunmal eine gewisse Zuteilung. Ansonsten schaffen wir wie in England einfach der und die ab und nennen fortuna alles nur noch "das".

Wenn sich jemand damit übergangen fühlt, dann hat er einfach ein ganz anderes Problem... man kann sichauch um Dinge kümmern, die niemanden interessieren. Irgendwo hört es dann mal auf bei der Zwangssuche nach Gleichberechtigung.

Irgendwo hört es dann mal auf bei der Zwangssuche nach Gleichberechtigung.

Danke! Ich geh mal davon aus, du bist weiblich...

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Ich würde generell die Sprache auf den Kopf stellen, damit bloss niemand mehr diskriminiert werden kann...

- die Gabel, der Gabler
- Die Geschlechtsneutralität, der Geschlechtsneutralitäter (mein persönlicher Favorit!)
- Für Mama und Papa würde ich nur noch "Das Elter" benutzen, damit dürfte es dann auch für homosexuelle Paare einfacher sein, sich einzuordnen.

Zudem möchte ich darauf bestehen, dass in Grimm's Märchen der Prinz einen Prinz wach küsst und dass man sich bewusst ist, dass der Kuss zwischen Prinz und Prinzessin nicht einvernehmlich war (sie hat ja geschlafen und ihre Zustimmung nicht geben können). Er hat sie also sexuell genötigt (wer hier lacht: Diese Diskussion gab es ernsthaft vor kurzem in England... eine Mutter hat sich genau deswegen aufgeregt. Absolut lachhaft, hier die Quelle: http://www.20min.ch/schweiz/news/story/25694322 ).

Und als finale Spitzenprovokation: Hat sich jemand schon mal darüber Gedanken gemacht, dass man sagt "herrlich" und "dämlich"?

Wortherkunft "herrlich"

das Adjektiv geht auf 

mhd. 

  herlich,   ahd.   herlich  „vornehm, prächtig, stolz“ zurück und ist ursprünglich eine Ableitung des nicht mehr gebräuchlichen Adjektivs  hehr  in der Bedeutung „erhaben, vornehm“; durch die empfundene Verwandtschaft zu  →  Herr erlangte  herrlich  sowohl seine heutige Lautung als auch die Bedeutung „großartig, wunderschön“

http://www.wissen.de/wortherkunft/herrlich

Wortherkunft "dämlich"

dämlich

dumm, einfältig

 

 

das Wort ist eine Ableitung zu dem kaum verbreiteten Verb

  dämeln

„verwirrt sein“, das eine semantische Ähnlichkeit zu

    taumeln  

aufweist; ursprünglich bedeutete das Adjektiv also in etwa „taumelig“ und hat sich im Laufe der Zeit zu einem beleidigendem Wort entwickelt

http://www.wissen.de/wortherkunft/daemlich

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Weglassen des Artikels ist die einfachste und auch eleganteste Möglichkeit, Sprachlich ist das auch nicht holprig. Da trügt dich dein Sprachverständnis.

Wenn man formuliert: "Wem Grammatik zu schwer ist, sollte mal bei...", fehlt aber ein Subjekt im Satz. Ich denke, das "der" muss in diesem Fall da stehen.

Nach meinem Verständnis ist hier "Wem Grammatik zu schwer ist" ein Subjektsatz. Bzw. Wem ein Fragepronomen. Damit darf ein Subjekt ersetzt werden. Das ersetzte Subjekt wäre Jemandem (vgl den Post von andreasolar).

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Man könnte sagen: "jemand, dem" statt "wem". Wenn man es mit "jemandem" ersetzt, passt es trotzdem nicht in den Satz. Definitiv fehlt da was, wenn man es wie oben formuliert. Man hört den Fehler ja regelrecht. Und mir ist das so auch noch nie begegnet.

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Würde einfach das "der" weglassen - fertig.

Es gibt tausende Sprachen die die grammattische Kategorie "Geschlecht" gar nicht kennen. Stellen wir doch unsere Sprache hier in D darauf um. Spart uns eine menge pseudowichtiger Diskutierei. Bleibt nur die Frage welche Sprache. Ich werfe Ungarisch, Finnisch oder Estnisch in den Raum. Weitere Vorschläge werden dankbar angenommen.

Japanisch ist auch so eine Sprache.

Mehrzahl ist bei denen ebenso unbekannt.

Ob eine Person (Sache) oder mehrere gemeint sind, ist aus dem Kontext ersichtlich.
Ebenso, ob nur Männer oder nur Frauen bzw. eine gemischte Gruppe gemeint ist.

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