Wie genau (zellulär/molekular) funktioniert die Resorption/Aufnahme von Wirkstoffen über die Haut?

2 Antworten

Hautporen sind die Kanäle der Epidermis, durch die die Wirkstoffe eindringen. Die Haut kann man als Membrane ansehen, deren Durchlässigkeit der Poren in vielen Fällen genetischer Unterstützung bedarf.

Der Transport über die Epidermis wird ausgehenden vom Energiebedarf des Vorganges grundsätzlich in passive und aktive Prozesse eingeteilt.

Haben Fremdstoffe die Epidermis überwunden, so werden sie in der Lederhaut über die Blutgefäße dem Blutkreislauf zugeführt und im Körper verteilt.

Alles was speziell für die Beantwortung deiner Frage interessant ist unter:

http://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/04/04H151/t3.pdf

Auch dir vielen Dank, ich werde mir das PDF neugierig zu Gemüte führen ;)

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Soll ein Arzneistoff über die Haut in den Organismus aufgenommen werden, so stehen im prinzipiell drei unterschiedliche Wege zur Verfügung, die Blutgefäße zu erreichen:

transzellulär: Der Wirkstoff gelangt durch das Zellinnere der Hautzellen in Oberhaut und Lederhaut in die Blutgefäße. interzellulär: Der Wirkstoff wandert zwischen den Zellen der Oberhaut zur Lederhaut, die von feinen Kapillaren durchzogen ist. transglandulär oder transfollikulär: Über die Ausführungsgänge von Talg- und Schweißdrüsen (Drüse = Glandula) oder die Haarfollikel kann ein Wirkstoff direkt in die Lederhaut gelangen. Da aber nicht überall solche Ausführunggänge vorhanden sind, ist diese Form der Arzneistoffpassage eher selten.

Wenn der Wirkstoff durch diese Art von Resorbtion dann erst mal in der Blutbahn ist, wirkt es wie jedes andere oral eingenommene Arzneimittel auch (Die Blutbahn ist ja dann die gleiche:-) Beim Menschen ist die Resorption über Epithelien, vor allem im Dünndarm von großer Bedeutung. Bei manchen Stoffen (z. B. Salben, Kontaktgiften) kann die Resorption auch über die Haut stattfinden. Dies ist vorallem der Fall, wenn z.B die Magensäure den Wirkstoff zerstören würde.

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@Blondi21

Hi, danke für die aufschlussreiche Antwort ;)

Aber wie kommt der Wirkstoff überhaupt in die erste Zellschicht?

Durch Osmose?

Ich dachte immer die Haut wäre die "Grenze" meines Körpers, da soll ja schliesslich nicht alles rein ;) Wenn ich zum Beispiel Geschirr spüle, dann kommt ja auch nicht das Spüli in meinen Blutkreislauf Panik ;)

Wodurch entscheidet sich ob ein Stoff in die Haut eindringen kann? Wie kommt der Stoff in die erste Zelle rein?

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@jonobo

Um in die Blutbahn zu gelangen, müssen die Stoffe fettlöslich sein (lipophil). Andererseits müssen sie jedoch auch in Wasser gelöst werden können (hydrophil), da sie ansonsten nicht ins Blut übergehen können, d.h. sie müssen amphiphile Eigenschaften besitzen. Dazu kommt, dass nicht jeder Wirkstoff oder Substanz fähig ist, überhaupt erst die Horn-Fettbarriere der Haut zu durchdringen. (Die Horn-Fettbariere schützt vor Eindringen schädlicher Stoffen) (daher können auch Geschirrspühlmittel, Shampoos etc) nicht in die Blutbahn gelangen) weil die weit davon entfernt sind überhaupt in die haut einzudringen. Wenn man nur eine oberflächliche Wirkung möchte, setzt man Puder, Lösungen oder Gel ein. Diese haben keinen Fettanteil. Möchte man eine tieferes Eindringen einer Substanz, dann mischt man diese in eine Creme oder Salbengrundlage (Diese besitzen Fett und Wasseranteile) D.h: Wenn du eine Sportsalbe anwendest, z.b gegen Prellungen, dann muss diese ja tiefer in die haut gelangen, damit sie beim Muskel wirken kann. Jedoch will man ja nicht, dass der Wirkstoff (z.b Diclofenac, welche auch in Voltaren Tabletten vorhanden ist) in die Blutbahn gerät, und daher besitzt die salbe nicht die Eigenschaften, welches dies möglich machen würde. Oh gott, du siehst, es ist sehr schwer zum erklären... ich blicke langsam selber nicht mehr so ganz durch:-)

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@Blondi21

Danke, damit haben sich mir neue Türen der Erkenntnis eröffnet - weitere Nachforschungen werde ich selber anstellen - fantastisch ;)

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