Wie genau wirkt Homöopathie? Habt ihr Erfahrungen?

18 Antworten

Hallo matthilda,

wie genau sich denn die Wirkweise von Homöopathie gestaltet,

Homöopathika (also die Globuli selber) sind reine Placebos. Auch wenn Homöopathen etwas anderes sagen: Es ist wissenschaftlich NICHT umstritten, dass es so ist.

Man muss darauf hinweisen, dass die Homöopathika ein Placebo mit einem ganz erheblichen pseudowissenschaftlichen Überbau sind. Es kursieren zig von Homöopathen vertretene scheinwissenschaftliche Erklärungsmodelle, wie reiner Zucker eben doch wirken soll - von der armen vergewaltigten Quantenphysik zu angeblichen Nanopartikeln über die in der Esoterik immer wieder anzutreffenden aber nirgends erklärten Informationen, Schwingungen oder geheimnisvollen Energien. Gemeisam ist all diesen Scheinerklärungen, dass sie jedweder naturwissenschaftlicher Grundlage entbehren und nur für wissenschaftliche Laien wissenschaftlich klingen.

Entsprechend kritisch fällt die Einschätzung von Wissenschaftlern auf die Frage aus, ob denn die Homöopathie ein Placebo ist, das man guten Gewissens dem Patienten geben kann, wenn er eigentlich keine stärkeren Medikamente braucht. (Das ist ja eine ganz andere Frage als die, OB Globuli mehr sind als Placebos...)

Placebos erzeugen sogenannte unspezifischen Therapieeffekte - überhaupt die Tatsache, dass wir behandelt werden, dass jemand da ist für uns, dass wir nicht hilflos sind, "bewirkt" schon etwas. Warum? Weil wir und unser Befinden ein kompliziertes Wechselspiel von Psyche und Körper sind. Genau so, wie psychische Belastung, Kummer oder Stress einen krank machen kann, kann uns Vertrauen, Zuwendung, Hoffnung, ... bei der Genesung helfen. Ihre "Erfolge" vermeldet die Homöopathie genau bei den Beschwerden, wo diese Dinge wichtig werden.

Man sollte diese Placeboeffekte aber richtig einordnen:

Die allermeisten Besserungen nach der Einnahme von Placebos haben nichts mit einem Placeboeffekt zu tun: Es handelt sich um Besserungen aufgrund der normalen Krankheitsverläufe bei harmlosen Erkrankungen oder der Schwankungen bei chronischen Erkrankungen (die "guten und schlechten Tage", weil man zum Mittel meist am schlechten Tag greift.) oder aufgrund von anderen Maßnahmen - wie Bettruhe, Schonen, Lebensstiländerungen,.... Bei einer wirksamen Therapie gibt es zudem ganz genauso Placeboeffekte, aber eben zusätzlich zu einer realen, nachgewiesenen Wirksamkeit.

Besser als ein Placebo mit antiwissenschaftlichem Überbau ist daher ein Placebo ohne derartigen Überbau oder - wo es sie gibt - eine wirksame Behandlung.

wie weiss man denn welche Potenzen fuer was geeignet sind?

Weil keine Wirksamkeitsnachweise existieren, gibt es auch keine rationale, objektiv nachprüfbare Grundlagen für die Empfehlungen zu Dosierung und Potenzhöhe. Je nach homöopathischer "Schule" widersprechen sich hier die Empfehlungen deswegen diametral.

Und habt ihr denn das schon mal selbst bei euch angewendet oder auch bei Verwandten das mitbekommen und wie war denn das?

Ich wende so was nicht an, weil ich weiß, dass ich bei Bagatellen auch ohne Placebos gesund werde... und es bei Nicht-Bagatellen nicht der bestmögliche Weg ist, nur mit Placebos zu hantieren. Da mache ich mir gar nichts vor.

Man sollte hier aber eines beachten: Die Erfolgsgeschichten, die man überall hört, belegen sehr viel weniger als der wissenschaftliche Laie in sie hineininterpretiert.

Gerade weil Homöopathika oft bei Alltagsbeschwerden angewendet werden, die wieder von selber vergehen, ist es kein Beleg von Effekten des Verfahrens, sondern schlicht unvermeidlich, dass man irgendwann nach der Einnahme Besserungen erlebt. - Und genau so entstehen diese Erfolgsgeschichten.

Ich habe hier mal 2 kurze Videos für Dich rausgesucht, in denen jeweils erklärt wird, warum solche Erlebnisse leider sehr viel weniger belegen, als man landläufig meint:

https://www.youtube.com/watch?v=-n73LHjCh-A&t=1s

Und

https://www.youtube.com/watch?v=LB_X3jXZC8I&feature=youtu.be&fbclid=IwAR24Rg-I_kyJ2AxrSdrSsfOVAQtwiNRJFAYfgE0Giw-QWJRvtu-gAVGExT0

Ich würde Dir raten, Dir einmal die paar Minuten zu gönnen. Dann verstehst Du sehr viel besser, wie Homöopathie "wirkt".

Wird das allgemein mit der Schulmedizin verwendent oder nur losgeloest davon?

Hahnemann, der Erfinder der Homöopathie, hat sich strikt gegen eine Kombination ausgesprochen.

Weil das mit dem Placebocharakter der Kügelchen heute klar ist, muss man sagen, dass es nur verantwortungsbewusst wäre, zusätzlich zu den homöopathischen Placebos auch noch wirksam zu behandeln, wenn eine behandlungswürdige Erkrankung vorliegt. Zudem darf hier nicht vergessen werden, dass die Homöopathie keine Diagnoseverfahren kennt - sie kann also nicht einmal klären, OB eine behandlungswürdige Erkrankung vorliegt.

Wissenschaftler weisen klar darauf hin, dass die Hauptgefahr bei der Homöopathie darin liegt, aufgrund des Glaubens, schon richtig zu behandeln, eine wirksame Behandlung zu verzögern oder gar zu unterlassen.

(Ich zitiere hierzu von der EASAC, Link siehe unten: "we note that this may pose significant harm to the patient if incurring delay in seeking evidence-based medical care and that there is a more general risk of undermining public confidence in the nature and value of scientific evidence.")

Vergessen darf man hier nicht, dass Homöopathen leider mitunter trotz der wissenschaftlichen Datenlage ausschließlich Homöopathika empfehlen, selbst bei schwersten bis lebensbedrohlichen Erkrankungen. Und das ist halt nicht mehr harmlos... selbst wenn es die Placebos selbst sind.

Grüße

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So. Weil Homöopathen meist etwas völlig anderes erzählen, werde ich ein paar Daten nachlegen.

1) Ab sehr niedrigen Verdünnungen ("Potenzen") sind Globuli wirkstofffrei; eine gezielte Wirksamkeit in Abwesenheit eines Arzneimittels ohne enthaltenen Wirkstoff ist naturwissenschaftlich heute nicht mehr haltbar.

Die Wirkstoffe in den Globuli werden extremst verdünnt bis beizeiten vollständig entfernt. Ab einer C12 / D24 enthält das ganze Fläschchen Globuli keinen Wirkstoff mehr. (Wohlgemerkt: nicht "nicht nachweisbar wenig", sondern KEINEN Wirkstoff. Ein Globulus in C30, einer gängigen Potenz müsste etwa den Durchmesser des Erde-Sonne-Abstandes haben, um in dieser Konzentration ein Wirkstoffteilchen zu enthalten.

Das Prinzip der Potenzierung ist mit unserem heutigen (200 Jahre nach Hahnemann) naturwissenschaftlichen Wissen über Atome etc. nicht mehr vereinbar (Wichtig: Nicht "noch nicht erklärbar", sondern "nicht mehr vereinbar"). Homöopathen behaupten, dass es beim Verdünnen einen Unterschied macht, ob man in einem Schritt verdünnt oder in Einzelstufen mit Schütteln. Physik und Chemie sagen hier übereinstimmend: Nein, Schütteln bringt nichts.

Ja, auch wenn wir nicht alles wissen, so können wir doch zu Alltagsprozessen (Verdünnen und Schütteln) sehr zuverlässige Aussagen machen. Wir wissen dass und warum Wirkung verschwindet, wenn man Stoffe verdünnt und schließlich entfernt. Wir wenden das sogar als Nachweismethode im Labor an, dass Eigenschaften verschwinden, wenn man die vermutete Ursache entfernt.

Gezielte Wirksamkeit in Abwesenheit ist mit unserem Wissen aus Physik, Chemie, Biologie,… einfach nicht mehr verträglich

(Quelle z.B. http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/4504.htm#a14

"The notion that water could hold imprints of solutions previously dissolved in it is so far removed from current scientific understanding that, as Professor David Colquhoun, Professor of Pharmacology at UCL, put it: "If homeopathy worked the whole of chemistry and physics would have to be overturned")

2) In Übereinstimmung mit der theoretischen Erwartungshaltung zeigten sich in der Gesamtsicht von über 200 Studien keine Wirksamkeiten von Homöopathika über Placeboeffekte hinaus

(Quelle: z.B.: Stellungnahme der EASAC (European Academies Science Advirory Council) zur Homöopathie "there are no known diseases for which there is robust, reproducible evidence that homeopathy is effective beyond the placebo effect..."

https://easac.eu/fileadmin/PDF_s/reports_statements/EASAC_Homepathy_statement_web_final.pdf)

3) Natur ist widerspruchsfrei. Die Homöopathie ist es nicht

Innerhalb ihres Gedankengebäudes existieren zahlreiche innere Widersprüche. Es gibt zahlreiche einander widersprechende Varianten in der Praxis.
(Nachzulesen zum Beispiel hier: http://www.homöopedia.eu/index.php/Artikel:Varianten_der_Homöopathie)

Das ist ein weiterer klarer Hinweis auf den Placebocharakter: Nur bei einem Placeboverfahren, ist die genaue Inszenierung gleichgültig, so lange nur der jeweilige Therapeut sie überzeugend inszeniert. Bei einem echten Naturphänomen könnten sich nicht einander widersprechende Varianten in der Praxis “bewähren”.

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eine gezielte Wirksamkeit in Abwesenheit eines Arzneimittels ohne enthaltenen Wirkstoff ist naturwissenschaftlich heute nicht mehr haltbar.

War es eigentlich noch nie. Die Homöopathie stammt aus einer Zeit, zu der wissenschaftliche Methoden in der Medizin noch nicht angewendet wurden (um 1800). Als man ( so grob um 1900) damit begann, wurde die Homöopathie schnell als unwissenschaftlich aussortiert. Trotz vielfacher Versuche ist es ihr bis heute nicht gelungen, sich einen seriösen, wissenschaftlichen Anstrich zu geben und gilt daher als Pseudowissenschaft. Dass sie trotzdem in der heutigen Zeit kommerziell (nicht medizinisch!) so erfolgreich ist, passt irgendwie aber zum heutigen Zeitgeist.

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Danke dir erstmal für deinen doch sehr ausführlichen Beitrag, das ist wirklich mal auch ieniges zu lesen und ich sehe schon auch, dass du auf jeden Fall deine Meinung sehr gut begründen möchtest. Werde mich da auch nochmals durch alles durchackenr was du denn durchgesandt hast.

Zu der Studienlage muss ich denn aber nochmals fragen - es gibt doch genügende seiten die sagen es gibt bejahende Studien? Das ist für mich dann jetzt auch schon schwer wenn es da gegenteilige Meinungen gibt.

Und ich dachte auch die Homöopathie sei an die Schulmedizin gebunden, zumindest von der ausbildung her?

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@matthilda

Hallo matthilda,

sorry, falls ich Dich mit der Länge des Textes "erschlagen" habe. Das will ich natürlich nicht.

Ich schreibe halt Antworten gerne so, wie sie mir selber helfen würden - und deshalb eben mit Begründung und wo möglich mit Links zu wissenschaftlichen Daten und Erklärungen. Ist einfach stichhaltiger als eine einzeilige Meinungsäußerung. Am besten pickst Du Dir raus, was Du brauchst...

Jetzt zu Deinen Fragen;

es gibt doch genügende seiten die sagen es gibt bejahende Studien? Das ist für mich dann jetzt auch schon schwer wenn es da gegenteilige Meinungen gibt.

Wenn Du Dir das anschaust, dann sind das ausnahmslos Seiten von Verbänden und Einzelpersonen, die Homöopathie anbieten...

Auch auf das Risiko hin, dass es wieder etwas länger wird: Hier die Erklärung.

Was man in einer Studie macht, ist eigentlich nichts anderes, als die Erfahrungen von Patienten zu vergleichen. Man gibt einer Gruppe (zufällig ausgewählt und ohne Wissen von Patient und Therapeut) das zu testende Verfahren (zum Beispiel individuell ausgewählte Homöopathika) und den anderen ebenfalls und dass sie wissen, wer was kriegt, Placebos.

Das muss man deshalb so machen, weil bei vielen Beschwerden mit der Zeit auch "von Natur aus" Besserungen auftreten. Und die, die auch ohne MIttel aufgetreten wären, muss man eben herausrechnen und dann schauen, ob die Patienten, die das "echte" Mittel gekriegt haben, NOCH bessere Erfahrungen gemacht haben.

Nur stellt sich da eben die Frage: Ab wann können wir davon ausgehen, dass ein Unterschied in den Gruppen nicht einfach nur Zufall war? Wie viele Patienten müssen schneller oder umfangreicher gesund werden, dass wir davon ausgehen können, dass das kein Zufall war?

Studien sind also statistische Messinstrumente.

Von einem "signifikanten Ergebnis" spricht man dann, wenn ein auf der Basis der Teilnehmer der Studie gefundener Unterschied im Ergebnis mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (oft 95%) nicht zufällig zustande gekommen ist.

Was heißt das konkret?

Eine einzelne Studie KANN gar nicht "beweisen", ob ein Verfahren wirklich besser oder schlechter als Placebo ist, weil sie immer(!) nur eine Wahrscheinlichkeitsaussage darstellt.

Es gibt also, wenn man nur eine einzige Studie ansieht, immer ein Risiko (oft eben 5%), dass wir das Ergebnis zwar als "nicht zufällig zustande gekommen" einstufen - es aber doch purer Zufall war.

Und das wohlgemerkt auch dann, wenn die Autoren der Arbeit alles richtig gemacht haben.

In der Praxis ist dieses Risiko eines wie man sagt "falsch positiven Ergebnisses" sogar noch höher: In der Praxis hat man nie die idealen Teilnehmergruppen vorliegen: Patienten sind - das weiß man eben auch in der echten Medizin - nicht alle gleich. Alle Unterschiede in den Teilnehmergruppen, zu kleine Gruppen oder andere minimalste Fehler (ich möchte betonen, dass wir hier in aller Regel keine Absicht unterstellen müssen - das gibt es leider, ist aber mit Sicherheit die große Ausnahme) führen dazu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein Ergebnis als signifikant einstufen, weiter steigt.

So weit ungefähr klar?

Wenn wir aber jetzt einfach nur mal von den 5% ausgehen, dass wir uns irren, dann haben wir in 100 durchgeführten Studien auch bei einem völlig nutzlosen Mittel allein wegen der statistischen Natur des Messinstrumentes 5% = 5 Studien mit einem signifikant positiven Ergebnis.

So. In der medizinischen Forschung weiß man das. Deswegen gelten Studienergebnisse eben erst als wirklich aussagekräftig, wenn sie in unabhängig durchgeführten Studien wiederholt werden konnten... Die höchste Evidenz haben deswegen Überblicksarbeiten, die eine Gesamtsicht der Studien zu einem Thema betrachten. Die erkennen nämlich solche statistischen Ausreißer.

Im Ergebnis bedeutet das: Wissenschaftliche Gremien wie die EASAC, die ich oben verlinkt habe, die stützen sich auf die Gesamtdurchsichten der übrigens über 200 kontrollierter Studien.

Homöopathische Seiten dagegen benutzen die Studien, die halt ein positives Ergebnis hatten als Aushängeschild dem Patient gegenüber. "Rosinenpicken" nennt man das. Das ist aber kein wissenschaftliches Vorgehen.

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@matthilda
Und ich dachte auch die Homöopathie sei an die Schulmedizin gebunden, zumindest von der ausbildung her?

Nein.

Am Rande: "Schulmedizin" ist ein von Homöopathen erfundener und später auch von den Nazis höchst unschön verwendeter Schmähausdruck. Man sollte ihn meiden. Richtig ist: Medizin. (Siehe hier, Punkt 1.2 auf S. 9 des Dokumentes = Blatt 14 beim Durchblättern https://sundoc.bibliothek.uni-halle.de/diss-online/08/08H182/prom.pdf)

Homöopathie ist ein von der Medizin völlig unabhängiges, eigenes Gedankengebäude - ein Gedankengebäude, das heute eben nicht mehr naturwissenschaftlich aufrecht zu erhalten ist.

Nun stammt aber die Homöopathie halt aus dem deutschsprachigen Raum und hat entsprechend eine gewisse Tradition hier. Und auch im DZVhÄ oder der Hufelandgesellschaft oder der Carstens Stiftung ein paar sehr einflussreiche Lobby-Gruppen hinter sich.

Entsprechend ist es Anfang der 1990er auf rein juristischem Wege zu gesetzlichen Regelungen gekommen, die die Universitäten zwingen, die Homöopathie als Wahlpflichtfach im Medizinstuium anzubieten.

Die Homöopathie ist damit aber keineswegs an ein Medizinstudium gebunden, weil ja auch Heilpraktiker, die ja keinerlei medizinische Ausbildung haben, hierzulande Homöopathie anbieten.

Die Homöopathie wird dadurch auch nicht irgendwie wissenschaftlich plausibler, nur weil sie als Wahlpflichtfach angeboten werden muss.

In anderen Europäischen Ländern ist man da weiter als bei uns; in England wird Ärzten explizit von Seiten des National Health Service abgeraten, Homöopathika einzusetzen. Spanien plant ähnliche Regelungen. In den USA müssen Homöopathika einen Warnhinweis tragen, dass die Mittel keine Wirkungsnachweise besitzen. Und in Russland ist die Homöopathie offiziell als Pseudowissenschaft eingestuft worden.

Grüße

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Hi @matthilda. hier wurde ja bereits ausführlich geantwortet und ich würde gerne meine Recherche mit dir teilen.in Österreich sieht es so aus, dass aktuell nur ausgebildete Ärzte, also Mediziner eine Zusatzausbildung zum Homöopathen machen. Was doch der Beweis dafür ist, dass Homöopathie und die klassische Medizin an einem Strang ziehen. Bezüglich der Studienlage gibt es sehr wohl auch Beweise, die über den Placebo Effekt hinaus gehen. Hier zum Nachlesen, falls es dich genauer interessiert. https://www.homoeopathie-verstehen.at/anwenden/pro-und-contra-die-studienlage-zur-wirksamkeit-der-homoeopathie-teil-1/. Auf diesem Blog werden einige Vorurteile bezüglich des Themas aufgeklärt, da lohnt es sich auf jeden Fall mal durch zu stöbern. Ich kann auch aus eigener Erfahrung berichten, dass sich meine jahrelange Neurodermitis mit Homöopathie endlich deutlich gebessert hat. (Sie ist fast verschwunden) Vorher war ich eine Skeptikerin, mittlerweile bin ich von der Wirkung überzeugt.

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Bezüglich der Studienlage gibt es sehr wohl auch Beweise, die über den Placebo Effekt hinaus gehen. Hier zum Nachlesen,

Vorsicht! Was Du da verlinkst, das ist die Webseite einer in Österreich laufenden Initiative, die ähnliche gesetzliche Sonderregelungen für die Homöopathie durchdrücken will, wie es sie hierzulande gibt. Natürlich stellen die das positiv dar, ist halt eine Lobbygruppe. Es ist also keine wissenschaftliche Seite.

Der Satz in Deinem Link ist zum Beispiel nachweislich falsch:

Die Gesamtheit der gesammelten Daten und Studien zeigt, dass die medizinische Evidenz von Homöopathie stetig zunimmt.

Das ist nicht richtig. Gerade die letzten Systematischen Revies, die zur Homöopathie durchgeführt wurden, waren alle negativ.

2015 fasste das NHMRC zusammen:

„Based on the assessment of the evidence of effectiveness of homeopathy, NHMRC concludes that there are no health conditions for which there is reliable evidence that homeopathy is effective.“

2016 fand Robert Mathie (übrigens beim HRI tätig, einer britischen homöopathischen Lobby-Gruppe)

"A meta-analysis of all extractable data leads to rejection of our null-hypothesis, but analysis of a small subgroup of reliable evidence does not support that rejection. Reliable evidence is lacking in condition-specific meta-analyses,"

Und 2018 schreibt Antonelli klipp und klar

"If homoeopathy efficacy is comparable to placebo, and if placebo treatments can be effective in some conditions, then homoeopathy as a whole may be considered as a placebo treatment. Reinterpreting homoeopathy as a placebo treatment would define limits and possibilities of this practice."

Es gibt __keine__ Wirkungsnachweise über Placebo hinaus.

in Österreich sieht es so aus, dass aktuell nur ausgebildete Ärzte, also Mediziner eine Zusatzausbildung zum Homöopathen machen.

Das gilt aber nur für Österreich. Nicht hierzulande. Und es zeigt keineswegs, dass homöopathisch tätige Ärzte mit ihren Kollegen immer an einem Strang ziehen würden.

Der Gesetzgeber hat das dort lediglich so geregelt, in der Hoffnung, dass dann wenigstens eine saubere Diagnostik erfolgt - die es ja in der Homöopathie nicht gibt - und der Arzt Homöopathika dann halt nur gibt, wenn der Patient eigentlich nichts braucht. So wie bei uns eigentlich die Apothekenpflicht diese Sicherheitsfunktion hat.

aus eigener Erfahrung berichten, dass sich meine jahrelange Neurodermitis mit Homöopathie endlich deutlich gebessert hat.

Wobei solche Einzelfälle eben leider gar nichts sagen. Beschwerden wie Neurodermitis verändern sich oft über den Verlauf vieler Jahre - Änderungen die man dann halt den zuletzt probierten Verfahren zuspricht.

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Danke dir auf jeden Fall und ich werde mir das natürlich ansehen wie auch andere Links hier und so auch meine Meinung formieren und ein breits Bild zu bekommen. Ich finde es ja immer gut und auch gerecht verschiedene Blickwinkel zu haben.

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So gut wie alle Antworten hier gehen in die Richtung, dass Homöopathie die gleiche Wirkung wie ein Placebo hat. Das ist vollkommen richtig und entspricht dem anerkannten Stand der Wissenschaft.

Für umfassende Informationen kann man sich auf der Webseite des Informationsnetzwerk Homöopathie (INH) umsehen - sehr empfehlenswert und interessant!

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