Wie genau wird Fructose aufgenommen und was bewirkt der Zucker im Körper genau und weshalb tut er das?

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1 Antwort

Oha das ist ja mal eine Frage oder eher ein Frauenhaufen! 😃 Ich bin gerade in der Vorklinik meines Medizinstudiums und werde mal versuchen, zumindest einige deiner Fragen so gut es geht zu beantworten. Eine Frage hätte ich aber noch: ich weiß ja nicht was das für eine Facharbeit ist, aber ich weiß noch von meiner in der Schule, dass wir nicht mehr als 20 Seiten schreiben durften und zu mancher deiner Fragen gibt es in Fachbüchern schon mehr als 20 Seiten 😃. Ich würde mir an deiner Stelle wirklich überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, dass Thema noch etwas mehr einzugrenzen, aber das ist nur ein Tipp 😉

In dieser Synthese wird es in Triaglyceride, einer Art von Fett umgewandelt.

Korrekterweise heißt es Triacylglyceride (Abkürzung TAG) und das ist nicht "eine Art von Fett" sondern eigentlich "das Fett" was wir so kennen 😉 Außerdem wird Fructose nur zu TAG-Synthese genutzt, wenn zu viel zur Verfügung steht und die Glykolyse und Gykogen-Synthese ausgelastet ist.

diese Triaglyceride befinden sich dann wo?

TAG werden hauptsächlich in den Fettzellen (Lipozyten) unseres Körpers für schlechte Zeiten gespeichert. Wenn man also eine Diät macht oder hungert, kann der Körper diese TAG aus den Fettzellen wieder mobilisieren und über das Blut an den Ort transportieren, wo es gerade an Energie mangelt. 

Etwas TAG befindet sich auch immer in den meisten "normalen" Körperzellen, allerdings in sehr sehr geringen Mengen.

Im Blut wird das Fett zwangsläufig auch zu finden sein, da es hier an Transportproteine gebunden ist (hierzu aber später mehr).

wenn sie sich frei im Blut befinden: setzten sie sich, wenn sie in hoher Anzahl vorhanden sind, eventuell an die Gefäßwände und verstopfen diese, also dass es zur Arteriosklerose kommt?

Die TAG haben in der Regel eher weniger mit Arteriosklerose zu tun sondern machen einfach "nur" dick. Arteriosklerose entsteht hauptsächlich durch Cholesterin im Blut, welches sich an kleine Gefäßwandverletzungen setzt und dort dann die typischen arteriosklerotischen Veränderungen verursacht. Wenn es dann aber erstmal soweit ist, ist auch nicht auszuschließen, dass die TAG da auch noch begünstigend mit reinspielen.

Zum Transport von TAG und Cholesterin im Blut musst du dir unbedingt den Lipidtransport im Blut mittels low-density-lipoprotein (LDL) und high-density-lipoprotein (HDL) anschauen! Das ist auch wichtig für die Entstehung von Arteriosklerose.

dann stand in einem Buch auch noch, dass Zucker zu oxidierten Cholesterin wird?

Diese Aussage, wie sie hier geschrieben steht ist einfach falsch! Ich kann dir nicht genau sagen, ob du evtl etwas falsch verknüpft hast oder so, aber diese Aussage ist einfach falsch. Bis aus Zucker überhaupt einmal Cholesterin wird müssen so viele Zwischenschritte passieren, dass das Endprodukt und dann auch noch in oxidierter Form nichts mehr mit Zucker zu tun hat.

Wenn du mir verraten kannst, wo du diese Aussage her hast, kann ich vielleicht für Klarheit sorgen.

Sind dieser oxidierte Cholesterin diese Triaglyceride, welche aus Fruktose enstanden sind?

Cholesterin und TAG sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe! Am besten suchst du dir mal den Wikipedia Artikel zu TAG und zu Cholesterin und liest dir alles durch, dann sollte einiges klarer werden.

wie lässt sich die nicht alkoholische Leberverfettung erklären? Setzten sich die enstandenen Triaglyceride an die Leber?

Zu einer Leberverfettung kann es auch einfach kommen, wenn man zu viel Fett direkt über die Nahrung aufnimmt, oder eben zu viele Kohlenhydrate wie Fructose, die dann zu Fett umgewandelt werden. Wenn man einfach dem Körper zu viel Fett zumutet wird sich das irgendwann auch in der Leber  (des Menschen zentrales Stoffwechsel-Organ) ansammeln, wobei das auch nur bei sehr dicken Menschen in der Regel passiert. 

Eine Gänsestopfleber ist letztendlich nichts anderes nur eben nicht beim Menschen! Die Tiere werden so krass überfüttert, dass sich das Fett in der Leber ansammelt.

Oder aht es gar nicht mit der Fruktose sondern dem Glykogen zu tun (obwohl überall Fruktose stand)?

Nein, Glykogen ist eine Speicherform für Glucose vom Körper, um für kurzfristige, starke Belastungen schnell Glucose zur Verfügung stellen zu können, da aus Fett nicht so schnell Glucose gewonnen werden kann.

wie hemmen Ballaststoffe die Aufnahme von Fruktose bzw. Glucose?

Das Ballaststoffe die Aufnahme von Fructose und Glucose hemmen ist mir ehrlich gesagt auch neu. Auch hier fände ich es interessant mal die Quelle zu erfahren, da ich so dazu nichts sagen kann.

Ich hoffe sehr ich konnte dir ein wenig helfen, wobei ich sagen muss, dass das ganze Thema wirklich extrem umfangreich ist und ich das in meinem Studium auf zwei Semester verteilt behandeln musste! Wenn du noch Fragen hast, kann ich gerne weiter versuchen zu helfen 😊

Ich lege dir aber auch noch sehr ans Herz, mal in eine Bibliothek (am besten Uni-Bibliothek) zu gehen und nach Bio-Chemie Büchern zu fragen. Ich habe die Duale-Reihe Biochemie vom Thieme-Verlag. Das ist ein 1000 Seiten starkes Buch und da findest du eigentlich auf alles diesbezüglich eine Antwort 😉

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Kommentar von MissCupcake200
13.02.2016, 18:23

Hey, vielen  Dank schonmal, dass du mir  meine Fragen  
beantwortet hast, ich weiß es waren echt viele :D! Ja ich schreibe meine
Facharbeit über die Auswirkungen von zu viel Zucker im Körper im BioLK und darf
eigentlich nicht mehr als 10 Seiten schreiben, ich glaube ich setzte mich zu
stark mit dem Thema auseinander, aber es interessiert mich ja auch selbst, also
halb so schlimm. Ich werde in meiner Facharbeit  die Abläufe nur grob
erläutern, nur trotzdem wollte ich das verstanden haben, wie das jetzt alles
zusammenhängt, damit ich das eben grob erklären kann. Zum Thema ob ich das
nicht eingrenzen sollte: ja der genaue Ablauf, wie was funktioniert kommt da
wie gesagt nur grob rein, von daher geht das von der Seitenanzahl
her(hoffentlich). Das Problem ist, dass wenn ich das nicht grob erläutere wie
das auf molekülarer Ebene zusammenhängt, dann muss ich mich auf Studien
stützten und das würde meiner Lehrerin vermutlich nicht reichen.

Du hast mir echt extrem weitergeholfen, allerdings hätte ich noch ein paar
Fragen, wenn es dir nichts ausmacht.

Außerdem
wird Fructose nur zu TAG-Synthese genutzt, wenn zu viel zur Verfügung steht und
die Glykolyse und Gykogen-Synthese ausgelastet ist

 Also wird Fructose, wenn es in Glycerinaldehyd-3-phosphat
umgewandelt wurde, als Glucose "behandelt"? Also kann Fruktose neben dem Eintreten in die Glykolyse, auch als Glykogen eingespeichert werden? Und Glucose wird aber bei Überschuss nicht zur TAG-Synthese genutzt, oder? Wenn
nein, was passiert beim Überschuss von Glucose?

Wenn es dann aber erstmal soweit ist,
ist auch nicht auszuschließen, dass die TAG da auch noch begünstigend mit
reinspielen.

Also können sich die TAG, wenn sich Cholesterin schon an die
Gefäßwandverletzungen "gesetzt" hat, sich da im Prinzip auch noch
dran setzten? Also kann Fruktose im Prinzip Arteriosklerose-Entstehung unterstützen, wobei dies natürlich TAG generell tut, unabhängig davon, ob aus Fruktose entstanden oder nicht?  

Wenn du mir verraten kannst, wo du diese Aussage her hast, kann ich vielleicht für Klarheit sorgen.

Ich habe diesen Text, der das aussagt, leider nicht mehr gefunden, obwohl ich weiß in welchen Büchern er sein müsste, aber ist auch egal, werde das mit dem oxidierten Cholesterin einfach nicht in meiner Facharbeit erwähnen ;).

Das Ballaststoffe die Aufnahme von Fructose und Glucose hemmen ist mir ehrlich gesagt auch neu. Auch hier fände ich es interessant mal die Quelle zu erfahren, da ich so dazu nichts sagen kann.

Also diese Aussage habe ich gefunden, als mich darüber informiert habe, weshalb der Konsum von Früchten mit der gleichen Zuckermenge wie zum Beispiel in Schokolade gesünder und verträglicher ist. Dabei bin ich auf diese Seite gekommen: http://www.healthyhabits.de/fruchtzucker/ da steht, dass Ballaststoffe die Aufnahme von Fruktose hemmen, weswegen man zB Früchte sorgenfrei essen kann, weil der Zucker nicht im kompletten Maße aufgenommen wird :)  

Ich lege dir aber auch noch sehr ans Herz, mal in eine Bibliothek (am besten Uni-Bibliothek) zu gehen und nach Bio-Chemie Büchern zu fragen.

Ich war tatsächlich schon in einer Uni-Bibliothek, um mich dort zu informieren, allerdings hatte ich mich zu dem Zeitpunkt leider noch  nicht auf der molekülaren Ebene mit der Fruktoseaufnahme auseinander gesetzt. Aber vielleicht ist es echt noch eine Idee da nochmal hinzugehen. 

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