Wie genau soll die Hoelle den jetzt aussehen als christ?

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12 Antworten

Es gibt die Auffassung, dass alle Menschen nach dem Tod an denselben Ort kommen - den Himmel. Nur ist das der Ort, wo man Gott in Seiner Heiligkeit sieht, und das ist für Menschen, die damit nicht einverstanden waren (und sind - man kann wohl nach dem Tod nichts mehr an dieser Einstellung ändern), die Hölle. Soll in den (oder einigen) orthodoxen Kirchen Lehre sein.

Eine andere Auffassung kommt von der Herkunft des Begriffs "Gehenna" her - das soll das Hinnomtal bei Jerusalem gewesen sein, damals die Müllkippe. Danach wäre die Hölle einfach der Ort, wo man die Menschen, die sich als unbrauchbar erwiesen haben, entsorgt.

In seinem Buch "Die große Scheidung" stellt C. S. Lewis die Hölle dar als ein selbstgewähltes und vor allem selbstgebautes Gefängnis, aus dem man herauskommen kann, wenn man will, aber die Insassen wollen lieber in ihren eigenen Vorstellungen gefangen sein.

Es gibt auch die Auffassung, dass die Hölle ist, ein Gespenst zu sein und trotzdem vor Gespenstern Angst haben zu müssen. Ich würde "Angst haben" durch "sich ekeln" ersetzen - dann sind wir wieder so ziemlich beim ersten Punkt.

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Kommentar von HEI2ZOG
05.09.2016, 18:17

okay, danke fuer die sehr ausfuehrliche Antwort c:

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Kommentar von RudolfFischer
07.09.2016, 10:02

Mit deinen Ansätzen bin ich soweit einverstanden. Besonders das Bild der Schlucht, in der Verbrecher verbrannt anstatt beerdigt wurden, habe ich immer als eine gute Erklärung für das von der Bibel erwähnte Bild des "Feuers" angesehen.

@PWolff: "man kann wohl nach dem Tod nichts mehr an dieser Einstellung ändern"

Da bin ich optimistischer, denn erst nach dem Tod hat man volle Einsicht in alles und kann danach die Entscheidung treffen, ob man sich als Lebewesen seinem Schöpfer unterordnen will. Man denke allein an diejenigen Menschen, die nie eine Chance hatten, von Gott zu hören.

Wer sich danach die Hölle selbst bastelt (treffend von Lewis beschrieben), kann das tun. Übrigens treffe ich ab und zu Menschen, die sich auch schon auf der Erde hier durch suchtartige Abhängigkeiten (Gier, Macht, Besitz, Genuss, Sex, usw.) ihre Hölle selbst geschaffen haben. Man halte sich z.B. das Ende mancher gefeierter Stars vor Augen.  

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Hallo HEI2ZOG,

neben der Vorstellung, die Hölle sei ein Ort feuriger Qualen, gibt es sicher auch einige modernere Versionen. Wie dem auch sei, die Bibel lehrt jedenfalls nicht, dass es eine Hölle in irgendeiner Form gibt.

Das haben auch einige Kirchenlehrer erkannt, z.B. John R.  W.  Stott aus Großbritannien, der schreibt, dass die „Heilige Schrift auf Vernichtung hindeutet“ und daß „die Lehre von der ‚ewigen Qual bei Bewußtsein‘ eine Überlieferung ist, die sich der höchsten Autorität der Heiligen Schrift unterordnen muß“ (Essentials—A Liberal-Evangelical Dialogue).

Die Bibel lehrt also eindeutig nicht, dass Menschen für böse Taten oder Ungehorsam ewige Qualen oder sonstiges Leid in Aussicht stehen. In vielen Bibelübersetzungen erscheint zwar mehrfach das Wort "Hölle", doch gibt dieser Begriff nicht den eigentlichen Sinn der zugrundeliegenden Wörter aus dem ursprünglichen Text der Bibel wieder.

In den hebräischen Ursprungstexten findet man z.B. das Wort "scheol".Da es kein genau entsprechendes deutsches Wort für "scheol" gibt, haben es einige Übersetzer in dem ursprünglichen Wortlaut wiedergegeben. Dieses Wort wird zwar in einigen Übersetzungen manchmal mit "Totenreich" oder "Hölle" übersetzt, gibt damit jedoch die alttestamentliche Bedeutung dieses Begriffs nicht richtig wieder.

In der Encyclopædia Britannica (1971, Bd.  11, S.  276) heißt es dazu: : „Der Scheol war irgendwo ‚unter‘ der Erde. Die Toten empfanden dort weder Schmerz noch Freude. Mit dem Scheol war weder eine Belohnung der Gerechten noch eine Bestrafung der Bösen verbunden. Gute und Schlechte, Tyrannen und Heilige, Könige und Weise, Israeliten und Heiden — alle schliefen zusammen, ohne voneinander zu wissen.“

Damit ist "scheol" einfach sozusagen der symbolische Aufenthaltsort der Toten oder das allgemeine Grab der Menschheit. Dies ist in Übereinstimmung mit vielen weiteren Aussagen des Alten Testaments, so z.B. dieser: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst, auch haben sie keinen Lohn mehr, denn die Erinnerung an sie ist vergessen...Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl, dem Ort, wohin du gehst (Prediger 9:5,10). Um durch ein Höllenfeuer gequält zu werden, muss man jedoch ein Bewusstsein haben also am leben sein.

In dem englischsprachigen Lexikon Collier’s Encyclopedia wird dies bestätigt, da man hier über das Wort „Hölle“ folgendes lesen kann: "In erster Linie steht es für das hebräische Wort Scheol im Alten Testament und für das griechische Wort Hades in der Septuaginta und im Neuen Testament. Da Scheol in alttestamentlichen Zeiten einfach den Aufenthaltsort der Toten meinte, ohne zwischen den Guten und den Bösen zu unterscheiden, ist das Wort ‚Hölle‘, wie man es heute versteht, keine glückliche Übersetzung." ( Collier’s Encyclopedia, 1986, Bd.  12, S.  28).

Wenn also die Lehre vom Höllenfeuer keine biblische Lehre ist, sondern eher ein Mythos, warum findet sie innerhalb der Christenheit überhaupt Anhänger? Die Erklärung dazu liefern die beiden Auszüge aus verschiedenen Nachschlagewerken:

„Unter den klassischen griechischen Philosophen ist Platon derjenige, der den traditionellen Gedanken von der Hölle am meisten geprägt hat“ (Die Hölle: zur Geschichte einer Fiktion von Georges Minois, Seite  63).

„Ab Mitte des 2.  Jahrhunderts  n.  Chr. verspürten Christen mit einer gewissen Vorbildung in griechischer Philosophie den Drang, ihrem Glauben in entsprechenden Begriffen Ausdruck zu verleihen .  .  . Die Philosophie, die ihnen am geeignetsten erschien, war der Platonismus“ (The New Encyclopædia Britannica, 1988, Band  25, Seite  890).


Die Höllenlehre ist somit keine biblische, sondern eine Lehre, die durch die Philosophie in die kirchliche Lehre Eingang fand. Die Frage ist also: Was ist glaubwürdiger - die Aussagen der Bibel oder die philosophischer Lehrer früherer Zeit? Das muss sich jeder selbst beantworten.

LG Philipp

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Kommentar von HEI2ZOG
09.09.2016, 16:46

Vielen Dank fuer die wirklich sehr ausfuehrliche Antwort! Hat mir sehr geholfen :)

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Die Höllenvorstellung war und ist starken Veränderungen unterworfen. In der Bibel kommt sie praktisch gar nicht vor, im Mittelalter war sie ein realer Ort, mit dem man die Gläubigen ganz schön erschrecken konnte. Heute ist das vielen Theologen peinlich und die Ausreden sind vielfältig. Das Neueste ist, Hölle sei kein Ort, sondern ein Zustand der Gottesferne.

Meine Vorstellung ist die, dass sich die Menschen die Hölle am liebsten selber bereiten.

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Denk nicht drüber nach. Kein Mensch weiß es, und wenn man zu sehr drüber nachdenkt, kann man (psychisch) krnak werden.

Aber über den Himmel kannst Du nachdenken.

Wäre es der Himmel, wenn Du von dort in die Hölle blicken könntest?

Wäre es der Himmel, wenn Du von guten Freunden wüsstest, dass sie in der Hölle "schmoren"?

Wäre es der Himmel, wenn gute Freunde sich ins völlige Nichts aufgelöst hätten?

Wäre es der Himmel, wenn dort Menschen rachsüchtig darauf achten würden, dass Übeltäter nicht in den Himmel dürfen? Diese Rachsüchtigen würden ihr ganzes ewiges Leben unter ihrer Rachsucht leiden...

Wäre es der Himmel, wenn man den Menschen dort das Gedächtnis auf jene amputieren müsste, die es nicht in den Himmel geschafft haben?

So kann nicht der Himmel sein -  es wäre jeweils die Hölle.

Wer an den wirklichen Himmel glaubt, kann nicht anders, als sich die Hölle leer vorzustellen. Und wenn sie leer ist, muss man auch nicht wissen, wie die Qualen darin aussehen könnten.

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Es ist ganz einfach:

  • Es gibt keine Liebe
  • Von Gott ist nichts zu merken
  • Möglicherweise fehlt dort erstaunlich viel, von dem keiner ahnte, dass es an Gottes Präsenz hängen könnte.
  • Und wahrscheinlich sind dort alle, die Deiner Meinung nach die Hölle verdient haben
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Ich kann mir vorstellen, dass viele Schwerverbrecher (im Gefängnis) ihre Tat bereuen. Durchleben die nicht bereits die Hölle?

Mit anderen Worten: Eine Hölle "da unten" gibt es nicht, aber eine Hölle im Kopf.

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Kommentar von HEI2ZOG
05.09.2016, 17:43

Der knast ist nicht die Hoelle, aber ja die eigene psyche kann einen schon sehr ausdauernd foltern :'D

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Kommentar von WALDFROSCH1
09.09.2016, 21:38

Auch  der Mörder kann  noch in den Himmel kommen ..sofern er bereut !Daher ist der Knast sicher schwierig, aber sicher nicht die Hölle ,denn mit Hölle ist die ewige Gottferne gemeint .

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Das weiß keiner und dazu hat jeder auch eine andere Meinung. Vielleicht sehr ähnlich in manchen Punkten, aber im Grunde definiert das jeder selbst - es ist eben der Fantasie überlassen.

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Kommentar von WALDFROSCH1
05.09.2016, 18:48

Absolut nicht ,das wird durch die Bibel klar und deutlich offenbart .

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Kommentar von Matschpfirsich
07.09.2016, 13:51

Ich habe nicht von der Bibel gesprochen... Ich persönlich brauche kein Buch das mir Vorgaben macht, lieber denke ich mir alles selbst aus und definiere meine eigenen Vorstellungen.

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Kommentar von Matschpfirsich
11.09.2016, 18:25

Ich betrachte die Natur als Gott. Nicht mich selbst. Für mich ist die Natur das vollkommenste, was es gibt.
Immerhin kann man die Natur beweisen im Gegensatz zu Gott, der meiner Meinung nach nur ein Hirngespinst von Menschen ist, die jemanden suchen, dem sie sich unterwerfen können.

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Die Hölle ist laut diesem Glauben im Endeffekt nur die Abwesenheit von Gott, was laut Christentum Qualen bedeutet, da die Nähe zu Gott Erlösung ist

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Es wird wohl der Ort sein, an dem Gott nicht ist .

In die Hölle geht immer nur derjenige hin , der nicht bei Gott sein möchte .Und in frier Entscheidung und in dem Wissen der Offenbarung Gottes in der Welt ,dazu nein sagte .

Da der Mensch nach dem Ebenbild Gottes erschaffen wurde ,muss er auch frei sein .Daher muss es auch die Möglichkeit geben ,dass ein Mensch sein letztes Ziel ,die Anschauung Gottes, verfehlen kann.

Es ist nicht der Ort an dem Gott diejenigen  Quält ,die nicht ins Paradies kommen ,das ist die Vorstellung der islamischen Hölle ...welche oft auch leider wohl von der Christlichen Kunst  übernommen worden ist .Gott erschafft die Hölle nicht ,es ist  immer nur der Mensch selber der sich diese Hölle erschafft .

Was genau dort sein wird ,kann für uns immer nur Spekulation bleiben .

  • Aber eines ist gewiss, es ist sehr viel leichter in den Himmel als in die Hölle zu kommen .

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Kommentar von gottesanbeterin
05.09.2016, 19:30

"Aber eines ist gewiss, es ist sehr viel leichter in den Himmel als in die Hölle zu kommen ."

- Sag das einmal allen unschuldigen Opfern an diversen Kriegsschauplätzen!

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Ich bin in der Freikirche und mir wurde gelehrt, dass es keine Hölle gibt sondern nur das schwarze nichts in das unsere Seele wandert wenn wir Jesus nicht als unseren Retter anerkannt haben.

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Kommentar von HEI2ZOG
05.09.2016, 21:51

aber als Glaeubiger in deinem Fall wuerden mir die Andersglaeubigen (also Religionen in denen Jesus jetzt keine Rolle spielt) sehr leidtun, dass ich hoffen wuerde das dem nicht so ist

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Kommentar von KimieRaili
05.09.2016, 21:59

Das letztere ist die Ansicht meiner Kirche. Ich kann natürlich nicht beurteilten darüber ob eine andere Religion einen auch zu Gott "bringt" nach dem Leben. ^^ Für mich ist jedoch mein Glaube "der Weg".

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das dumme an der sache ist, dass es bis heute niemand geschafft hat, zurück zu  kommen und mal drüber zu erzählen.

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Kommentar von HEI2ZOG
05.09.2016, 17:19

ok ich schau mal ob ich das dann hinkriege :D

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Kommentar von bastianprimus
05.09.2016, 17:24

Geschichten darüber gibt es allerdings schon. Fragwürdig ist allerding ob das auch wahr ist.

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Wie die "Hölle" als "christ" aussehen soll, weiß ich nicht.

Doch die "Hölle" besteht aus Feuer, das ewig brennen wird, um Satan und seine Dämonen "einzuheizen" (Offb.20,10).

Wer von den Menschen dann unserem ewigen Vater immer noch nicht gehorchen will, kommt auch dort hinein (Offb.20,15).

Und ein Feuer überlebt man als physischer Mensch nur kurz (Mal.3,19).


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