Wie genau läuft eine Vernehmung ab?

8 Antworten

Hallo,

ich da du von "Beweisen gegen dich" sprichst geh ich davon aus, dass du von einer Beschuldigtenvernehmung redest.

Zuerst wirst du belehrt, als Beschuldigter hast du ein Aussagerecht, aber keine Pflicht zur Aussage. Willst du dich nach Belehrung zur Sache äußeren, werden erstmal deine Personalien überprüft.

Die eigentliche Vernehmung führt jeder Kollege ein bisschen individuell, ich erzähl dir mal "meine Vernehmungsstrategie", die so grob von allen Kollegen angewandt wird:

Zuerst den zu Vernehmenden erzählen lassen.

Im Anschluss stell ich konkrete Fragen zu einzelnen Punkte, die für mich wichtig sind.

Stelle ich dann Diskrepanzen zwischen meinen Beweisen und den Aussagen meines Gegenübers fest, halte ich ihm die Beweise vor, die ich habe und befrage ihn noch einmal zu den jeweiligen Punkten.

Der Hintergrund ist: Sollte mein Gegenüber von Anfang an ehrlich zu mir sein (bzw. geständig), hab ich bei seinen Aussagen eine ganz anderes Vertrauensverhältnis, das heißt ich prüf ggf. im Nachgang an die Vernehmung weniger Aussagen nochmal nach, bzw. nicht so detailliert. Außerdem erwähne ich das Verhalten natürlich im Sachverhalt und nach meiner Erfahrung kommt das bei der Staatsanwaltschaft und beim Gericht sehr gut an, wenn der Beschuldigte von Anfang an "mitgearbeitet" hat.

Gleichzeitig hat der Beschuldigte keine Wahrheitspflicht, zu lügen darf ihm also nicht zum Nachteil ausgelegt werden... denke mal, die Wahrheit zu sagen ist eher ein "weicher" Faktor im zwischenmenschlichen Bereich...

Du kriegst das schon hin, wir reißen keinen den Kopf runter;)

Alles Gute!

Sehr gut geschrieben, vor allem recht ehrlich. Denn genau das:

Zuerst den zu Vernehmenden erzählen lassen.

ist der Grund warum man als Beschuldigter keine Aussage bei der Polizei macht. Im Grunde hält man Grundsätzlich bei Vernehmungen die Klappe.

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@Artus01

Gründsätzlich ist wieder so pauschal... wenn ich Beweise hab, die mich entlasten wäre ich ja selten dumm, wenn ich die nicht anbringe...

Im übrigen ist die Vernehmungsmethode auch bei Zeugen interessant... ist oft so, dass die Zeugen den Vorgang ganz anders wahrgenommen haben, als bis zu dem Zeitpunkt in den Akten steht. Da ist es besser, "erzählen zu lassen", als Suggestivfragen zu stellen.

Und ja, oft (nicht immer) ist es besser, erst konkrete Fragen abzuwarten. So würde ich es zumindest als Beschuldigter machen, wenn ich nicht zu unrecht beschuldigt worden wäre...

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Also man soll nichts sagen, damit die das am Ende nicht gegen mich verwenden das ist ja logisch.
Aber beim Staatsanwalt kommt dann doch ein Schreiben an, wo drin steht das ich ohne einen Anwalt keine Aussage machen möchte.

Dann endet doch zu 100% vor Gericht ?

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@lukasschroeder1

Die Frage ob das vor Gericht endet kann theoretisch nicht beantwortet werden, denn dazu muß man wissen was bereits an Fakten ermittelt wurde. Es kann nämlich durchaus sein daß die Bekannten Dinge nicht für eine Anklage ausreichen.

Der Punkt - zuerst den zu Vernehmenden erzählen lassen - wirft die Gefahr auf daß Dinge erzählt werden die noch ger nicht bekannt sind. Als Beschuldigter muß man nicht dabei behilflich sein verknackt zu werden. Man erscheint zu einer solchen Vernehmung am Besten gar nicht.

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@Artus01

Jup, kann man nicht so einfach sagen. Nicht jede Anzeige ohne Beschuldigtenvernehmung landet vor Gericht.

Wenn du dich dazu entschließt, nicht zum Vernehmungstermin zu erscheinen (ist dein gutes Recht (solange es eine polizeiliche Vorladung ist, bei einer staatsanwaltschaftlichen hast du die Pflicht zu erscheinen)), ist es zumindest nett, dem Kollegen davor telefonisch Bescheid zu geben. Nichts ist ätzender als einen Vernehmungstermin abzuwarten, wenn dann keiner kommt... wir haben alle auch was anderes zu tun:D

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@Dommie1306

bei einer staatsanwaltschaftlichen hast du die Pflicht zu erscheinen

Hier fehlt der Hinweis daß man als Bechuldigter lediglich Angaben zur Person machen muß, zur Sache selbst nicht. Das gilt im übrigen auch vor Gericht.

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Ich empfehle, nicht zu einer Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei zu gehen. Die Antwort des Users Dommie unterstreicht dies noch. Die Polizisten sind Profis im Vernehmen von Beschuldigten. Von loyal bis streng, kann alles vorkommen. Aber man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass sie eine Straftat aufzuklären haben. Da gibt es keine Freunde.

Einmal bei der Polizei gesagtes kann man schwer wieder zurücknehmen.

Wenn es sich um keine Bagatelle handelt, sollte ein Anwalt Akteneinsicht nehmen, und mit ihm dann eine Aussage formulieren oder auf seinen Rat hin zur Beschuldigung nichts auszusagen. Das ist gut investiertes Geld.

Wahrscheinlich werden sie dich im Verhör höchstens auf bestimmte Beweise ansprechen und nachfragen. Zu sehen bekommt man wahrscheinlich durch Akteneinsicht von einem Anwalt, in Form von Dokumentationen der Beweisstücke. Ich bin mir nicht sicher, ob und wann man selbst Akteneinsicht beantragen kann.

Verkäufer möchte Schlüssel nicht herausgeben

Guten Abend, ich habe da mal ein paar Fragen zum oben genanntem Thema.

Vor einem Monat ( 30.12.2014 ) habe ich auf einem Anzeigen-Onlineportal (Kleinanzeigen.ebay.de) eine Kleingartenanlage gefunden und habe mich unverzüglich mit dem Verkäufer in Verbindung gesetzt. Er hat mir die Kleingartenanlage gezeigt und ich bin im nachhinein zu dem Entschluss gekommen, diese käuflich zu erwerben. Nun ja, ein Vertrag wurde ausgemacht. Eine Anzahlung von 500€ wurde am selben Tag noch gemacht. Im Kaufvertrag steht, dass ich noch bis zum 31.01.2015 Zeit habe, die Restsumme zu begleichen. Dort steht ebenfalls, dass die Schlüssel am selben Tag übergeben werden, wenn ich auch die Restsumme begleiche. Das heißt, er wäre nach § 433 BGB dazu verpflichtet, mir die Schlüssel bei der Restsummen-Zahlung zu übergeben. Im nachhinein hat er dies beneint, mit der Aussage, er möchte erst die Restsumme haben und dann würde er erst den Vorstand mit in's Boot nehmen. Der Vorstand sollte angeblich schon bescheid wissen, haben dies allerdings noch nicht eingewilligt. Das heißt, der Vorstand sollte bei der Geld Übergabe dabei sein, damit die dies auch genehmigen.

Nun kommen meine eigentlichen Fragen.

Was soll ich jetzt machen? Soll oder kann ich gegen ihn rechtlich vorgehen ? Ist der Vertrag jetzt nichtig, da die Schlüsselübergabe am selben Tag nicht möglich ist ?

Ich freue mich über jede hilfreiche Antwort auf meine Fragen.

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