Wie genau ist 'biologisches Geschlecht' bei Judith Butler zu verstehen?

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2 Antworten

aber Butler kann diese Verschiedenartigkeit doch nicht leugnen, oder?

Tut sie auch nicht. Was sie sagt, ist: Das biologische Geschlecht ist konstruiert.

Im Gegensatz zu dem, was gerne behauptet wird, heißt das aber durchaus nicht, dass es eine soziale Konstruktion ist, dass einige Menschen einen Penis haben und andere eine Vagina.

Gemeint ist das biologische Geschlecht als Kategorie. Biologisches Geschlecht ist das Geschlecht, das jemanden aufgrund biologischer Merkmale zugewiesen wird. Einerseits "Mann"(Penis, Y-Chromosom), andererseits "Frau"(Vagina, Bußen, zwei X-Chromosomen).

Ihre Aussage ist jetzt, dass diese Kategorien sozial konstruiert sind: Es ist nicht notwendig, dass wir sie haben. Wir könnten auch andere Geschlechterkategorien haben, z.B. auch die Haarfarbe miteinbeziehen. Oder einfach gar keine Geschlechterkategorien haben etc.

Genau das meint Butler: Das biologische Geschlecht als Kategorie ist sozial konstruiert. Das wir diese zwei Kategorien haben und sie auf eine bestimmte Weise(die auch subjektiv verschieden ist) definieren, ist nicht unausweichlich. Es könnte anders sein.

Selbiges gilt übrigens auch für die Bedeutung, die diesen Kategorien beigemessen wird. Um dein Beispiel zu verwenden: Wir unterteilen Menschen auch aufgrund ihrer Augenfarbe, messen dem aber deutlich weniger Bedeutung bei.

Danke dir für die Antwort,

eig. hatte ich das schon alles so vermutet, aber mit dem, was sich besonders im Netz über ihre Theorie finden lässt, da kommt man doch sehr ins Grübeln, wenn das alles so verkompliziert wird.

LG

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Ich schätze mal es geht um das biologische Geschlecht im Gegensatz zum sozialen?

Und das sie darauf hinaus will, dass beides nichts miteinander zu tun hat?

Sie behauptet ja, dass 'sex' (biologisches Geschlecht) und 'gender' (soziales Geschlecht) keine unabhängig voneinander existierende Tatsachen/Konzepte sind, sondern dass 'sex' bereits schon 'gender' ist, sofern ich das richtig erinnere. Und sie will darauf hinaus, dass die überall postulierte Zweigeschlechtlichkeit des Menschen nicht vor der Interpretation des Körpers existiert. Trotzdem müsste sie ja anerkennen, dass man sich bzgl. der Genitalien unterscheidet, aber man muss dies ja nicht als Geschlechtlichkeit deuten ...

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