Wie geht das Pferd am besten durchs Genick?

6 Antworten

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Deine Frage lautete: Wie mit einem Pferd das "Am Zügel gehen" beibringen...

Das muss man nicht dem Pferd beibringen, sondern dem Reiter. Denn wenn es nicht funktioniert, liegt es zu 99 Prozent am Reiter...

Lies dir mal diese Antwort durch, die ich schon jemand anderes gab. Vielleicht kannst du damit etwas anfangen:

Es ist völlig egal, ob das Pferd die Rübe oben hat oder nicht - solange die Hinterhand aktiv ist. Also: kümmere dich darum, dass das Pferd fleissig untertritt, dann regelt sich das mit dem Kopf meist von selbst - ohne, dass man viel mit der Hand machen muss.

Nicht permanent treiben. Das strengt dich viel zu sehr an und du wirst unaufmerksam. Du musst es hinkriegen, das Bein ständig "auf Tuchfühlung" halten zu können und nur dann zu drücken, wenn das Pferd zu langsam wird. Ansonsten hast du es nur begleitend am Pferd. Deine Beine rahmen das Pferd ein, begrenzen es nach links und rechts, so dass es wie eine Eisenbahn zwischen deinen Beinen hergeht.

Stelle mit den Zügeln eine "Gummibandverbindung" her. Beide Zügel stehen an, aber weich, als wären sie aus Gummi, folgen der Maulbewegung. Aber sie hängen niemals durch! Jedesmal, wenn ein Zügel durchhängt, gibt es eine Irritation am Gebiss, das Pferd könnte den Kopf wieder hoch nehmen.

Während du reitest und die Gummibandverbindung hältst, spielst du ein wenig mit den Fingern des inneren Zügels. Nur ganz wenig. Die Finger bewegen sich leicht aber mehr oder weniger dauernd. Achte darauf, dass sich nur die Finger bewegen, nicht die Hand! Die äußere Hand ist weich, der Zügel liegt am Hals an. Die äußere Hand ist immer unten.

Wenn du mit dem Reiten beginnst, fange mit hingegebenem Zügel an und reite sofort große Bögen (Zirkel, Schlangenlinien, sehr große Volten) auf beiden Händen. Wenn es dir gelingt, ohne Zügeleinwirkung. Wenn du musst, zupfst du ganz zart und kaum merklich am inneren Zügel, damit das Pferd in die neue Richtung guckt und abwendet. Setze dabei auch deinen Körper ein, d.h. sitze schwer nach rechts, wenn du rechts abwenden willst (achtung: Nicht in der Hüfte einknicken!). Verlange dabei einen fleißigen Schritt.

Das Pferd wird dabei beginnen, auf den gebogenen Linien, weit unterzutreten, aktiv mit der Hinterhand zu werden, ohne dass es mit den Zügeln gestört oder gar gebremst wird.

Für dich gilt: sitzt du bequem? Versuche mal, wie ein "nasser Mehlsack" auf dem Pferd zu sitzen, wie eine "alte Oma" und atme dabei häufig aus. Wenn du dich so entspannt auf dem Pferd "räkelst", wird sich dein Pferd ebenfalls sehr entspannen. Den geraden Sitz findest du von selbst wieder, wenn dein Pferd den Rücken aufwölbt.

Wichtig auch: du musst dich NUR auf dein Pferd konzentrieren. Stell dir in Gedanken vor, wie es aussehen soll, welche Körperhaltung es für diesen Moment einnehmen soll. Das hilft auch sehr.

Wenn deine Konzentration nachlässt (das ist oft schon nach wenigen Minuten der Fall!), dann halte an, atme durch, mache eine kleine Pause und beginne von vorn.

Nach 15-20 Minuten sollte dein Pferd in einem ruhigen Schritt gelassen aber fleißig durch die Bahn schreiten.

Jetzt kannst du die Zügel weiter aufnehmen, Zentimeter für Zentimeter - behutsam. Jetzt reitest du dein Pferd am Zügel immer noch im Schritt auf den gebogenen Linien. Achte sehr darauf, dass du am inneren Zügel leicht spielst, der äußere Zügel relativ "unbeteiligt" am Hals liegt. Das innere Bein kann das Spielen etwas unterstützen. Achte sehr darauf, dass das Pferd korrekt gestellt ist - vor allem beim Richtungswechsel. Stell dir vor, dass du dich mit deinem Pferd wie ein Grashalm im Wind wiegst - nach rechts und links, je nachdem in welche Richtung es geht. Diese lösende Biegearbeit ist wie ein gemeinsamer Tanz.

Verstehe das "durchs Genick reiten" so: Du lockst dein Pferd nach unten. Du machst deinem Pferd das Angebot, weil es für das Pferd angenehm ist, mit rundem Hals zu gehen. Dein Pferd wird dir willig folgen, wenn deine Hand für ihn auch wirklich verlockend ist, weil sie fürs Pferd angenehm ist und nicht stört. Man sagt ja auch: Das Pferd geht in "Anlehnung". Gemeint ist die Anlehnung an die Hand. Mache es deinem Pferd also so angenehmm wie möglich.

Ich würde mit dem Pferd so lange NUR diese Schrittarbeit machen, nicht traben, bis ihr zwei Sicherheit gewonnen habt. Das kann Wochen dauern!

Danach legst du eine Trabphase ein - von Anfang an nur auf gebogenen Linien. Und nur kurze Reprisen und nur so lange, wie du dich konzentrieren kannst.

Wenn du dein Pferd für einige Minuten gut "am Zügel" hattest, schmeiß die Zügel hin und mache für ein paar Meter Pause (am Hals loben!), und mache dann wieder sofort weiter.

Die häufigen, sehr kurzen Pausen, entspannen euch beide auch. Das Pferd lernt: Wenn es sich anstrengt kommt rasch eine Pause, es darf entspannen. Umso konzentrierter ist es in den Minuten dazwischen.

Sei dir sicher, dass du es mit dieser Methode bestimmt bald schaffen wirst. Schon alleine deshalb, weil du dir darüber Gedanken machst, was du verbessern kannst.

Dass es mit Hilfszügeln funktioniert und ohne nicht, ist übrigens typisch. Deswegen sind Hilfszügel meist abzulehnen. Das Pferd weiß genau: Jetzt sind die Dreieckszügel drin. Wenn ich den Kopf weit runternehme, dann stoße ich mich nicht. Sind die Hilfszügel weg, dann weiß das Pferd, dass es dem Reiter die Zügel immer aus der Hand reißen kann.

Ich habe dieses Phänomen gaaaanz oft in den großen Ställen gesehen.

Das zeigt dir übrigens auch, dass das Pferd keine Spur über den Rücken und entspannt geht, weil es die Gelegenheit sofort nutzt, wenn die Zügel weg sind. Mit meiner Methode kriegt man jedes Pferd in die Entspannung. Und nur in der Entspannung ist sinnvolle Arbeit überhaupt erst möglich.

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@Tangstedt

Sehr richtig! Vor allem auch der Zusatz, dass die Pferde gar nicht die richtige Muskulatur mit Ausbindern bilden können, weil sie eben verspannt sich dem Ruck entziehen anstatt sich entspannt in die Haltung zu dehnen, sich fallen zu lassen!

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Das lässt sich am besten mit Versammeln/ vorwärts-abwärts trainieren. Mit der Zeit wird das Pferd dadurch viel durchlässiger, weicher und somit auch zuverlässiger und ein angenehmer Partner. Bis die das lernen muss man allerdings etwas Geduld aufbringen, aber es lohnt sich auf alle Fälle. Angenehmer Nebeneffekt: Durch das versammeln/vorwärts-abwärts trainiert sich die Rückenmuskulatur deines Pferdes :D LG hoffe ich hab mich einigermaßen verständlich ausgedrückt :D

Dazu würde ich noch viel biegen und stellen. Zirkel und das Übliche reiten. Sollte er sich nicht biegen lassen, stellste zwei Hindernisse auf, die du zwischendurch umreitest.

Lg

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Das wichtigste: Ausbinder weg! Das Ausbinder durchhängen ist bei vielen Pferden so. Sie werden in eine Haltung gezwungen, nicht geritten, die Ausbinder ziehen permanent im Maul, also nimmt das Pferd den Kopf soweit zurück, dass die Ausbinder nicht mehr im Maul rucken, das liegt NICHT an dir. Ausbinder schädigen auf Dauer, lass die weg, du musst lernen ohne zu reiten. Am besten nimmst du Reitunterricht. Wenn du willst, dass dein Pferd am Zügel geht sind diese Tipps nützlich. Ganz wichtig ist, dass die Hinterhand aktiv ist. Reite das Pferd erst ordentlch am langen Zügel warm. Dann reitest du viele Übergänge Trab-Schritt, Trab-halt, galopp-trab, galopp-schritt und später auch galopp-halt. Nimm ruhig eine Gerte und tuschiere die Hinterhand leicht und fange den Schwung vorn ab, das Pferd muss nicht schneller werden, nur gut unter treten. Dann reite viele seitengänge und viele gebogene linien. Sitze nicht wie ein mehlsack auf dem Pferd und konzentriere dich. Da du anfangs wahrsch. nicht merken wirst wann die Hinterhand aktiv ist ,ist RU sehr wichtig. Achte auch auf deine Hilfen, äussere Zügel hält die Verbindung am inner "drückst du das Schwämmchen aus" der innere Schenkel treibt, der äussere begrenzt das Pferd. Also ab jetzt keine Ausbinder mehr und üben! lg

Sehr richtig das mit den Ausbindern.

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