Wie gehen Sanitäter/innen nach einem Einsatz durch Suizidversuch mit der Situation um?

8 Antworten

Man muss es leider recht deutlich sagen: Suizide oder Suizidversuche sind keine Seltenheit im Rettungsdienst. In den meisten Fällen bleibt es beim Versuch, da die Suizidhandlung oft genug auch wieder angebrochen wird (weil es doch zu weh tut, man es sich anders überlegt, oder warum auch immer). Selbst wenn der Retungsdienst zu einem vllendeten Suizid kommt, wird er wie sonst auch Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Wenn nicht besondere und dramatische Umstände bestehen, ist es, so hart es auch klingt, ein Einsatz wie jeder andere auch. Man fragt sich hinterher vielleicht, wa den- oder diejenige dazu gebracht haben mag, aber in den allermeisten Fällen verschwinden die EInsätze im großen Erinnerungswust. Ich mache jetzt seit 21 Jahren Rettungsdienst und hatte in der Zeit eine wirklich größere Zahl an Suiziden und -versuchen zu betreuen, erinnern tue ich mich allerdings nur an drei oder vier aktiv, eben wegen der besonderen Umstände des Einsatzes. Diese erzähle ich gelegentlich anekdotenhaft den Kollegen, aber das wars dann auch. Also: ein Suizid(versuch) ist in der Regel "nichts besonderes".

Wird ein Sanitäter/eine Sanitäterin vin einem ehemaligen Suizidenten nach Details des Einsatzes gefragt, darf er/sie darüber natürlich sprechen. Lediglich Fremden gegenüber besteht Schweigepflicht, nicht dem Patienten selbst gegenüber.

Wenn mich ein Suizident besucht und mich nach Details fragt, wäre ich sehr überrascht (ist mir noch nie passiert), jedoch würde ich dann denke ich auch darüber sprechen. Was ich mir verbitten würde, ist jedoch Kontakt zu Hause ode auch ansonsten privat. Job ist Job und privat ist privat. Aber das ist nur meine Einschätzung, jeder mag das anders sehen.

Es ist also durchaus möglich, dass eine beteiligte Rettungskraft nicht über einen Einsatz dieser Art sprechen möchte. Warum? Tja ... Ob es bei einem Einsatz, bei dem der Suizident "nur" so tief geschlafen hat, dass er/sie nicht mehr erwckbar war und hinterher wissen will, was los war, als besonders traumatisch wahrgenommen werden würde, kann ich nicht beurteilen. Ich fände es nicht traumatisch, denn das kommt oft vor. Ein Grund nicht über den EInsatz reden zu wollen könnte auch sein, dass viele Menschen mit dem Thema Suizidalität nichts zu tun haben wollen, es komisch und unnormal finden, und daher mit auch ehemals Suizidgefährdeten nicht gut zurechtkommen bzw. ungern Kontakt aufnehmen würden. Noch ein Grund könnte sein, dass die Rettungskraft nicht über den Einsatz sprechen möchte, weil sie irgendeine Form von Fehlersuche oder Schuldzuweisung seitens des Patienten befürchtet. Oder sie erinnert sich schlicht und ergreifend nicht daran. Es gibt sicher zahllose Gründe mehr, aber diese fallen mir ein.

Das ist total unterschiedlich.

Von genervt bis PTSB ist alles möglich.

Es macht auch einen Riesenunterschied, ob man einen "Dauerkunden" nach seinem x-ten "Selbstmordversuch" abholt, oder ob ein kleines Kind nach einer Vergewaltigung versucht hat sich umzubringen.

Dem Patienten gegenüber hat der RD keine Schweigepflicht. Sie können es erzählen.

Wenn sie es nicht erzählen wollen, liegt es wahrscheinlich daran, dass sie sich an den Einsatz schlicht nicht mehr erinnern können. -Oder sie haben keine Zeit oder einfach nur keine Lust.

Hallo LittleMistery,

Denken sie überhaupt darüber noch nach?

Das kann man annehmen. Allerdings kommt es denke Ich eher darauf an, ob sie eine hohe Resilienz haben oder ob es ihnen gleichgültig ist (fehlende Empathie).

Dürfen diese sich äußern, wenn sie von dem 'Opfer' später gefragt werden, was passiert ist?

Das kommt darauf an, also mir würden jetzt auf Anhieb keine Gründe einfallen, warum sie es NICHT dürften (abgesehen von Datenschutz).

Wie würden oder könnten sie reagieren?

Das kann man nicht pauschal beantworten, Sanitäter sind ja schließlich auch nur Menschen ^^, der eine so, der andere so.

Können sie was dazu sagen, aber möchten nicht, weil es für sie vielleicht etwas 'traumatisch' war?

Höchstwahrscheinlich, denn solche Fetzen die herumliegen, und man selbst darf sie aufsammeln, das kann schon verstörend wirken, vorallem wenn man nicht mal weiß, ob die betroffene Person irgendwelche Krankheiten beherbergt.

Was können Gründe dafür sein, dass eine Sanitäterin nicht darüber sprechen möchte?

Wenn's wirklich übelste, aber WIRKLICH übelste Verletzungen waren, zum Beispiel solche mit Gehirnaustritt, viel Blut, Eingeweidebrüche oder sogar äußerst zerstückelte tote, das wären solche Grüne.

LG Dhalwim

Wenn es um einen selbst geht und es keine körperlichen Verletzungen gibt?

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@LittleMistery

@LittleMistery,

Wenn es um einen selbst geht und es keine körperlichen Verletzungen gibt?

Diese Frage verstehe Ich jetzt nicht ganz, meinen sie, wenn der Sanitäter selbst einen Suizidversuch hinter sich hat, oder wie jetzt?

LG Dhalwim

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@Dhalwim

Nein. Wenn das Opfer eines Suizidversuchs die Sanitäterin die vor Ort war nach ein paar Monaten schreibt, um zu fragen, was passiert ist nachdem man, also das Opfer, nicht mehr ansprechbar war.

Tut mir Leid, wenn ich das zu kompliziert schreibe.

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@LittleMistery

Nun da würde Ich sagen, das kommt auf die Santitäterin drauf an. Kann schon sein, dass sie ihr Auskunft gibt, aber Ich weiß nicht genau, ob sie sich nach ein paar Monaten auch wirklich daran erinnern kann.

Und außerdem, denke Ich eher, wenn's keine wirklichen Verletzungen gab, dann vielleicht eher, als im umgekehrten Fall.

Das macht nix, Ich selbst denke und schreibe ebenfalls kompliziert Ma'am ^^.

LG Dhalwim

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Woher soll die Patienten/ der Patient wissen welche Sanitäter ihn gerettet haben? Wie soll die sie konstatieren, die geben doch nicht Email Adresse oder Handynummer heraus

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@Youareme

Stimmt auch wieder. Egal Ich habe keine Lust auf eine längere Diskussion, sie haben ihre Antworten.

LG Dhalwim

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