Wie gehe ich am besten mit der Trauer um?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Erstmal tut mir dein Verlust sehr leid.

Trauer ist so eine Sache...jeder geht anders damit um.

Ich selbst musste auch schon viele liebe Menschen gehen lassen.
Anfangs war es sehr schwer, ich hab mich zurück gezogen und niemanden an mich ran gelassen.
Irgendwann habe ich mich über das Thema belesen...das hat mir etwas geholfen.
Musik war auch immer ein treuer Begleiter. Manchmal half mir "Gute-Laune-Musik" und an anderen Tagen war es eben traurige Musik.
Heute gehe ich sehr offen mit meinen Gefühlen um...ich weine, wenn mir danach ist...ich verstecke mich nicht mehr.

Vorletztes Jahr musste ich auch mein Baby gehen lassen...auch wenn es noch in der frühen Schwangerschaft passiert ist, werde ich diesen Verlust wohl nie wirklich verarbeiten.
Wir haben im Garten ein kleines Bäumchen gepflanzt, um einen Ort zu haben, wo wir trauern können. Das hilft mir jeden Tag.

Aber mein größter Tipp an dich wäre:
Verbringe deine Zeit, mit den Leuten, die dir am Herzen liegen!

Ich habe eine Freundin, die ähnliche Erfahrungen machen musste.
Mehrere Fehlgeburten, zwei kranke Kinder auf die Welt gebracht und in jungen Jahren hat sie ihren Bruder durch einen Unfall verloren.
Sie musste die Mutterrolle für ihre Schwester übernehmen, da diese nicht mehr dazu in der Lage war.
Was ich an ihnen (meiner Freundin und ihrer Schwester) sooo bewundere...sie sind die positivsten und liebsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte.
Denn auch Trauer und Schmerz machen einen Menschen stärker.

Auch wenn du noch nicht bereit für eine Therapie bist, schiebe den Gedanken nicht ganz bei Seite. Wenn nichts mehr hilft, ist das wohl der beste Weg.

Ich wünsche dir alles, alles Gute!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bonniedaniels
09.06.2016, 22:45

Erstmal vielen lieben Dank für deine tröstenden Worte. Euer Verlust tut mir ebenfalls sehr leid, ich finde die Idee mit dem Bäumchen wirklich schön und ich denke, dass ein Ort zum Trauern auch mir helfen würde. Danke, dass du deine Geschichte mit mir teilst!

0

Einer meiner LIeblingsgedanken:

Von Kindern trauern lernen.

Früher sagte man: Kinder trauern anders. Sie können plötzlich aus der Trauer aussteigen und spielen. Und wir sind verwundert: Wie kann das Kind jetzt so einfach spielen?

Heute würde ich sagen: Wir können von den Kindern lernen. Sie spüren ihre Grenze - und nehmen sie ernst. Wenn das Trauern zu viel wird, steigen sie aus, machen etwas anderes, tanken sozusagen auf - und haben dann auch wieder die Kraft zum Trauern.

Wir Erwachsenen gehen gerne über alle unsere Grenzen hinweg und (ich übertreibe ein wenig) trauern uns zu Tode. Wenn wir das von den Kindern lernen könnten, dass auch wir aussteigen dürfen. Dass wir uns freuen dürfen an der Sonne, am Leben, überhaupt, dass wir wieder leben dürfen. All das könnten wir von ihnen lernen.

Und es ist kein Gegensatz zur Trauer, sondern es hilft beim Trauern.

Und das andere: Es tut gut, mit Menschen zusammen zu sein, denen man nicht groß erklären muss, warum man gerade traurig ist. Darum ist es gut, sich mit Betroffenen zu treffen. Man hat dort Zeit und Raum, zu schweigen, aber auch über seine Trauer zu sprechen (und wie andere damit umgehen), aber auch um gemeinsam Dinge zu tun, die ins Leben führen (also mit Trauer nicht unbedingt etwas zu tun haben). Weitere Hinweise findest Du unter

http://www.trauergruppe.de/trauergruppen-trauercafes

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo bonniedaniels,

es ist schwer in solchen Fragen jemandem einen guten Rat zu geben.

Vermutlich muß jeder da seinen eigenen Weg gehen bzw. finden. Einen allgemeingültigen Rat mit solchen Verlusten umzugehen ,kann ich dir nicht geben.

Wie es ist ein Kind zu verlieren, kann ich selbst nicht wirklich nachempfinden, da ich selber keine Kinder habe und überhaupt ist ein solcher Verlust auch jeweils individuell verschieden,da jeder seine eigene Beziehung und Geschichte mit einem Menschen hat,die von einem anderen in der Intensität nicht nachempfunden werden kann.

Vermutlich wird die Zeit dir einen gewissen Abstand zu den Verlusten und damit auch Erleichterung bringen.

Selbst wenn man den Schmerz einer Mutter in Anfängen nachempfinden kann, ist doch die Zeit diesen Schmerz zu überwinden von Mensch zu Mensch verschieden.

Zwei Jahre mögen dem einen lange erscheinen,dem anderen vielleicht zu kurz.

Vergessen wirst Du geliebte Menschen nie und Du wirst den Verlust auch immer bedauern,Du wirst irgendwann nur gelernt haben,besser oder auch gut damit umzugehen.

Wichtig halte ich allerdings ersteinmal eins:

Nichts verdrängen und Gefühle zulassen,da wo es möglich ist und gegenüber Menschen,zu denen Du Vertrauen hast.

sodann:

dich nicht abzukapseln von den Ereignissen und dem Leben um dich herum.

Nimm Einladungen an oder lade dir Freunde ein einafch auch,um das Leben zu spüren .

Du kannst nichts erzwingen. Die Dinge brauchen ihre Zeit !

Alles gute dir !

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo,

das ist natürlich traurig, mein Beileid. Wenn Sie mit einem Menschen darüber reden wollen, dann habe ich einen Tipp für Sie: Es gibt im Internet und auch über das Telefon kostenlose Seelsorge.


Ich bin Christ und glaube an ein Leben nach dem Tod. Wenn Sie an einigen
Gründen/Argumenten interessiert sind, um daran zu glauben, dann können Sie mich hier fragen. Sie können aber auch bei meinen hilfreichen
Antworten vorbeischauen, dort findet man auch Argumente, um daran zu
glauben. Mit dem Glauben bekommt man Hoffnung und Trost.

Alles Gute

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Mir hat es geholfen bilder anzuschauen und alle Gefühle rauszulassen. Alle weinen schreien lachen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was hältst du von einer Trauergruppe?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bonniedaniels
09.06.2016, 21:55

Tut mir leid, wenn ich jetzt sehr unwissend wirke, aber wie kann ich mir eine Trauergruppe genau vorstellen und wie kommt man zu solchen Gruppen, bzw wer leitet so etwas?

0

Wie alt bist du ?

Vor zwei Jahren Kind verloren ?  Schwester auch ?  

Was ist passiert ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von bonniedaniels
09.06.2016, 21:53

Ich denke nicht, dass ich meine Geschichte(n) hier großartig breit treten möchte. Ich hatte eine Fehlgeburt im vierten Monat und habe ein Jahr später meine Schwester an eine Krankheit verloren. Mehr möchte ich hier nicht preis geben, tut mir leid.

0

Was möchtest Du wissen?