Wie gefährlich sind die Auswirkungen von Alokohol und Paracetamol auf die Leber?

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10 Antworten

Missbrauch und Überdosierung

Paracetamolüberdosierungen als Folge der Unkenntnis der maximalen Tagesdosis, Nichtbeachtung von Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen sowie in selbstschädigender, meist suizidaler Absicht sind häufig mit schweren Beeinträchtigungen der Leberfunktion verbunden.

Eine Überdosierung über 150 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht, entsprechend 10 Gramm für Erwachsene, kann zu einer irreversiblen Schädigung der Leberzellen oder gar zum Leberversagen führen.

Alkoholiker oder Patienten mit einer verringerten Ausscheidung von Paracetamol können schon bei einer deutlich geringeren Dosis Leberschäden erleiden.

In England und Wales werden etwa 30.000 Patienten pro Jahr mit einer Paracetamolvergiftung als Folge eines Versuchs der Selbstschädigung ins Krankenhaus eingeliefert, von denen etwa 150 der Vergiftung erliegen.

Eine Beschränkung der Packungsgröße von Paracetamolpräparaten zeigte nur einen beschränkten Effekt auf die Suizidhäufigkeit.

Wie in Großbritannien ist Paracetamol auch in den USA die häufigste Ursache für akutes Leberversagen, wobei etwa die Hälfte der Intoxikationen unbeabsichtigt geschehen.

Auch in den urbanen Regionen Deutschlands haben Paracetamolvergiftungen die virale Hepatitis (Virushepatiden) als häufigste Ursache für akutes Leberversagen abgelöst.

2011 ersuchte die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA die Hersteller von solchen Arzneimitteln, in denen Paracetamol mit einem Opioid kombiniert ist, die Paracetamoldosis auf 325 mg pro Dosierungseinheit zu limitieren, um das Risiko für lebertoxische Effekte zu reduzieren. Für OTC-Arzneimittel will die FDA ebenfalls Maßnahmen erarbeiten.

Erste Symptome einer akuten Paracetamolvergiftung, die innerhalb der ersten 48 Stunden eintreten und nach etwa vier bis sechs Tagen ihren Höhepunkt erreichen, sind Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Blässe und anhaltende Unterleibsschmerzen als Zeichen einer Leberschädigung.

Gleichzeitig können klinische Werte, wie Lebertransaminasen, Laktatdehydrogenase, Bilirubinwert und Prothrombinzeit erhöht sein. Folgt keine umgehende Behandlung, so erleiden etwa 10 % der Patienten mit einer akuten Paracetamolvergiftung eine dauerhafte, schwere Leberschädigung.

Etwa 10 bis 20 % dieser Patienten wiederum sterben an den Folgen eines Leberversagens.

Seltener tritt akutes Nierenversagen auf.

Das Risiko einer Nephropathie durch chronischen Paracetamolkonsum ist ab einer kumulativen Dosis von 1 kg signifikant erhöht.

Andere leberunabhängige Symptome, die nach einer Paracetamolvergiftung beobachtet wurden, sind Herzmuskelanomalien und Pankreatitis.

Als Ursache für die Lebertoxizität von Paracetamol gilt sein Stoffwechselprodukt N-Acetyl-p-benzochinonimin (NAPQI).

Die Bildung dieses leberschädigenden Metaboliten wird durch regelmäßigen Konsum von Alkohol und Arzneimitteln mit einer enzyminduzierenden Wirkung, wie beispielsweise Carbamazepin, noch verstärkt.

Ein geeignetes Gegenmittel bei einer Paracetamolvergiftung ist N-Acetylcystein, das toxische Paracetamolmetabolite, wie N-Acetyl-p-benzochinonimin, unter Bildung ungiftiger Konjugate abfängt.

Hierdurch kann eine Progression zur irreversiblen Leberschädigung oder zum Leberversagen verhindert werden, vorausgesetzt das Antidot wird rechtzeitig verabreicht.

N-Acetylcystein gilt als wirksam, falls es innerhalb von zehn Stunden verabreicht wird. Verschiedene Behandlungsschemata empfehlen die Anwendung von etwa 150 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis und eine Gesamtdosis von 300 bis 1330 mg/kg Körpergewicht verteilt über 20 bis 68 Stunden. Zu diesem Zweck steht N-Acetylcystein zur intravenösen Verabreichung als auch zur oralen Anwendung (Brausetabletten) zur Verfügung.

Unmittelbar bis etwa eine Stunde nach Einnahme einer Überdosis Paracetamol kann auch Aktivkohle angewendet werden.

Bei einem fortgeschrittenen akuten Leberversagen ist jedoch die Lebertransplantation die einzige verbleibende Therapieoption, welche dem Patienten noch eine Überlebenschance eröffnet.

Quelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Paracetamol

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Kommentar von arues
22.06.2011, 02:40

Sehr schön! Der Link hätte gereicht! Und meine Frage sehe ich als nicht beantwortet an. Das sind genau die Antworten, die ich nicht brauche! Ich habe doch geschildert, worauf es mir ankommt, welche Informationen ich haben möchte. Das geht aus dem Artikel nicht hervor!

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Die Anwort, die Du haben möchtest, kann Dir zu diesem Thema keiner geben. Jeder Mensch ist anders, jeder Organismus, jeder Stoffwechsel ist anders. Wenn Du nach dem Essen 2 Fl. Bier und einen Schnaps trinkst und danach eine Tablette Paracetamol 500 einnimmst, wird Dir wahrscheinlich garnichts passieren. Machst Du das regelmässig, wird Deine Leber Schaden nehmen, weil sowohl die dauerhafte Einnahme von Paracetamol als auch regelmässiger Alkoholgenuss die Leber schädigen. Wie schnell das bei Dir passieren würde, kann auch niemand genau sagen. Es gibt Menschen, die 60 Jahre rauchen und irgendwann an Altersschwäche sterben und andere, die 5 Jahre rauchen und Lungenkrebs haben.

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"in wie weit ist es dann vertretbar, wenn ich auf Grund von Zahnschmerzen eine Stunde danach eine Paracetamol 500 einnehme"

Nicht vertretbar. Vermutung: (nicht angriffig gemeint) Du scheinst eher Bestätigungen für die Unschädlichkeit von Paracetamol plus Alkohol hören zu wollen. Solltest du aus Gründen, die mich nichts angehen Schmerzmittel bei fortlaufenden Alkoholkonsum benötigen, so bist du mit sogenannten Nicht-Steroidalen-Anti-Rheumatika etwas weniger riskant unterwegs. Frage ruhig in einer Apotheke danach. Ist ja anonym.

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Egal welche Art von Alkohol + Medikament wirkt wie Acid also Säure.Die Leber funktioniert nicht richtig Mann anschwellen, schmerzen re. Oberbauch. Aufstoßen der Magen / Gallensäure. Leber ist abgeschwächt kann Nahrung nicht mehr konkret teilen, Darm überfordert, dieser kann nur bestimmte Sachen teilen und nur wenn Pankreas und Leber gut vorbereitet haben aufgrund Magensaft. D. h. wenn in diesem System mal einen Teil nicht richtig funktioniert oder abgeschwächt ist, ist es vorüber!

Ich hoffe es ist das was du suchst...,?

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meinst Du, es ist nur so ein gerücht, dass schmerzmittel und alkohol nicht zusammen einzunehmen sind? das steht nur so auf den beipackzetteln, so aus spaß? und jedes kind weiß, dass man's nicht machen soll? aber du suchst ein hintertürchen. warum?

vor einiger zeit hattest du ja die gleiche frage.kommt es bei dir öfter vor, dass du von plötzlichen zahnschmerzen oder sonstigen beschwerden überrascht wirst, just aber schon ein paar bier intus hast?also, bei einer solchen gesundheitlichen verfassung solltest du auf alkohol verzichten. oder auf die schmerzmittel.

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es kann viel passieren, von die tablette wirkt stärker und du bekommst u.u. Symptome die einer überdososis gleichen oder die tablette wirkt garnicht und du hast wieder zahnschmerzen, oder der alk und das ist viel wahrscheinlicher wirkt stärker.

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Man sollte wegen Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen und keine Schmerzmittel schlucken, die abhängig machen - ob mit Alkohol oder ohne. Schmerzmittel können nur kurzfristig eine medizinische Berechtigung haben, denn es gilt immer, die Ursache nicht das Symptom zu bekämpfen.

Begib Dich ggf. in einen ärztlich beaufsichtigten Entzug und denk über die Ursache Deiner Süchte nach.

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Kommentar von arues
22.06.2011, 17:27

Ich lach mich tot! Natürlich gehe ich zum Zahnarzt, aber das ist manchmal keine kurzfristige Lösung! Zudem: Ich habe hier eine halb volle Packung Paracetamol. Angebrochen habe ich diese Anfang des Jahres, soviel zur Sucht! Und das Paracetamol süchtig macht, wäre mir auch neu...

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sehr gefährlich, es entstehen in der leber vermehrt toxische paracetamol-metaboliten, die die gesamte leber innerhalb von wochen zerstören können. also absolute lebensgefahr !!!

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Diese Frage können dir am besten dein Arzt und dein Apotheker beantworten.

Wir hier können und dürfen es nicht in diesem Sinne, wie du es wünscht. Wir sind eine Ratgebercommunity und keine Ärzte oder Pharmazeuten. Und selbst wenn sich aus entsprechende Fachleute unter uns befinden, dann werden sie dir deine Frage nicht beantworten ... da dies in jedem Fall unseriös und unter Umständen sogar gefährlich wäre.

Daher wende dich bitte mit dieser Frage in wie schon erwähnt an deinem Arzt und Apotheker!

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Wenn du regelmäßig so viel Alk zu dir nimmst ist das Schädlich. Aber wenn es nur abundzu machst ist das Ok. Wenn die Leber durch zu viel Alk beschädigt ist Filtert sie keinen 'Müll' mehr aus deinem Blut und man wird von innen vergiftet.

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