Wie gebe ich die Hilfen richtig oder was mach ich falsch?

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7 Antworten

Also generell ist dafür dein Reitlehrer da, wir können durchs Internet leider nicht beurteilen, was genau du falsch machst. Reiten erfordert viel Übung und ich hoffe deine Reitlehrerin leitet dich gut an. 

Generell habe ich das Gefühl, dass du dich zu sehr verkrampfst, und die Tatsache, das du dich "so doll nach innen gelehnt" hast wie du kannst und dein Bein extrem ran gedrückt hast, bewirken genau das Gegenteil. Es könnte z.B. sein, dass du dich verdrehst/ in der Hüfte einknickst und dadurch genau den anderen Sitzhöcker belastest.
Außerdem ist Kraft nie das Mittel der Wahl beim Reiten. Gut gerittene Pferde kann man (als guter Reiter) quasi mit seinen Gedanken lenken.

Ich kann gut nachempfinden, wie es dir geht, ich muss dabei immer an meine frühere Reitlehrerin denken. Diese hatte ein so extrem feines Pferd, ich glaub ich hab Ewigkeiten gebraucht bis ich das Pferd damals von der ganzen Bahn ordentlich abwenden konnte. Aber sei dankbar für ein solches Pferd! Kombiniert mit einer guten (!) Reitlehrerin lernt man so am meisten. Weil als reiten würde ich es in meinem Leben nicht bezeichnen, blos weil jemand mit Kraft und am Zügel zerren ein Schulpferd irgendwie gelenkt bekommt.

Zum Abwenden:
Wenn du abwenden möchtest, dann

1. belastest du leicht den inneren Sitzhöcker. Wichtig ist, dass du dich aber nicht einfach nur in der Hüfte rüber lehnst sondern dass du deinen Oberkörpfer mitnimmst.
--> Hierzu folgende Hilfestellung: Stell dir mal vor du hast einen Fahrradlenker in den Händen, oder besser noch nimm zur Visualisierung eine Gerte o.ä. quer in deine Hände. Wenn du jetzt abwenden willst, tu so als würdest du auf einem Fahrrad sitzen. Deine äußere Schulter geht leicht nach vorne, genauso wie die äußere Hand.
--> Um generell das unterschiedliche belasten zu üben finde ich folgendes fürs Leichttraben auch gut: stell dir vor du hast eine Uhr auf dem Sattel und nun setzt du dich bei jedem hinsetzen einmal auf 12 Uhr, dann auf 3/6/9 Uhr und so weiter.

2. ist das mit den Schenkeln eine ganz feine Angelegenheit. Vom innern Schenkel kommt ein leichter Druck, aber keines Falls so, dass du dein Pferd damit um die Kurve drücken musst. Der äußere Schenkel hingegen begrenzt das Ganze und verhindert, dass dein Pferd einfach nach außen hinweg rennt.

3. wird dass was du mit den Zügeln machen musst eingentlich schon in 1. geklärt, denn es gibt keinerlei reißen o.ä. sondern dadurch, dass deine äußere Schulter leicht nach vorne geht, gibst du den äußeren Zügel minimalst nach und nimmst den inneren leicht an.

Zum Aussitzen:

Auch hier gilt üben, üben, üben!
Hier gibts kein Wunderrezept, aber eine gute Reitlehrerin kann helfen.
Auch hier machst du dich viel zu fest, du verkrampfst dich und kannst so nicht mehr in der Bewegung mitgehen. Ich kann dir hier nur ein paar Spielereien sagen wie man das ganze üben kann:

--> Zunächst trabst du ganz normal leicht. Dann fängst du an, immer einmal zu lang sitzen zu bleiben, als würdest du permanent umsitzen wollen. Das steigerst du dann immer mehr, machst also sitz sitz auf, dann irgendwann sitz sitz sitz auf, und immer so weiter, bis du irgendwann sitzen bleibst.
Wichtig: Immer nur solange sitzen bleiben wie du dich wohl fühlst! Sobald es anfängt zu "hoppeln" wieder leichttraben. Einmal verkrampft kann man nicht einfach sagen, so jetzt lass ich wieder locker... Schön wärs ;)

--> Lass deinen Kopf während dem Aussitzen beschäftigen. Das geht auf ganz verschiedene Weise. Dein Reitlehrer soll dir immer wieder Kopfrechenaufgaben zu rufen, die du lösen musst, oder er fragt dich unregelmäßige Verben auf Englisch ab oder irgendwie sowas, hauptsache du denkst nicht übers leichttraben nach. Du könntest auch die Zügel in eine Hand nehmen und mit der anderen Hand immer auf Dinge zeigen die dir der Reitlehrer zu ruft (à la: "Zeig zu A! Zeig zum Tor! Zeig zur Decke!...)

Ohje tut mir leid, dass das jetzt so lang geworden ist, aber mit 2 Sätzen ist es hier einfach nicht getan...

Ich wünsch dir weiter viel Erfolg & verlier den Spaß am reiten nicht!!

LG lenchenh

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Kommentar von pauliebus1309
27.04.2016, 21:04

Oh wow! vielen lieben dank für diese wundervolle Antwort! Top! Ja ich habe selber 3 Pferde. Die sind mein 1 und alles. Ich gebe minimale hilfen zum angallopieren, lenken etc. alle klappt so super als würde er meine Gedanken lesen können. Das ist das was ich nicht verstehe, weil mein Reitlehrer auch immer sagt ich reite meine Pferde komplett falsch, ich kann nicht reiten und so. das hat mich auch immer traurig gemacht. Vielen dank!! Ich werde es nächste woche sofort ausprobieren!! <3

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Mir hilft es immer wieder, auch mal in gute Büchwr zu schauen.

Da findet man viele Hinweise über Sitz und Einwirkung.

Mit dem richtigen Sitzen und biegen des Pferdes auf dem Zirkel habe auch ich meine Probleme, wenn das Pferd nicht somit ausgebildet ist, dass es das von selber anbietet. Mit den Gewichtshilfen kommt man nämlich schnell in einen " Overkill". Manchmal  sind die Gelenke in einem drin so "verdreht", dass es nicht mal der Reitlehrer sieht - aber das pférd merkt's..

Mir hilft da auch Gymanstik, wo man gegenläufige Bewegungen übt.

Mit dem Gewicht ist mir das Bild eine Hilfe, dass ich so eine Waage auf den Schultern trage, die immer an beiden Seiten gleich hoch sein muss. Dass man die Schulter insgesamt in die Richtung dreht, wo man hin will, aber immer parallel zum Boden. Also die äußere Schulter vor , ohne dass sie höher oder tiefer wird als die andere.

Solche Bilder findest du viel in den Büchern von Sally Swift.

Und wegen dem Aussitzen  mußt du Dir immer vorstellen, dass Du abwechselnd deinen Körper an und ab spannst. Und beim abspannen die vorstellst, du wolltest das Pferd in dich hineinwachsen lassen., als seist du eine Wäscheklammer, die möglichst tief gesteckt wird.

Weißt Du,  nicht jeder hat das Talent zum Profi - nur der sollte jedes Pferd gut reiten können. Wir " Normalos" haben einfach auch Pferdetypen, mit denen wir besser oder schlechter zurechtkommen. 

Hängt von vielen Dingen ab - Temperment, Körperbau, Sensiblität....

Ich kann zum Beispiel weder lange Pferde gut reiten noch Ponys. Auf hohen, kurzen Pferden, wo andere sich nicht wohl fühlen, " weil der Hals fehlt", reite ich sagend oft für meine Verhältnisse erstaunlich gut.

Also mach dir nichts draus, wenn diese Pferd Dir nicht liegt - reite es halt, so gut es geht!  :-)

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Kommentar von pauliebus1309
27.04.2016, 21:32

supii. danke. eine FRage hätte ich aber noch. ich erstehe das mit der Waage azf den schultern nicht? ich muss doch das gewicht verlagern und mich zu einer seite lehnen. dann bin ich ja automatisch schräg oder??

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Hey,

setz dich nicht so unter Druck! Es kann nicht jeder mit jedem Pferd perfekt zurecht kommen, vor allem, wenn er noch Anfänger ist. Das ist völlig normal und geht den anderen doch auch so.

Gerade Schulpferde haben eben oft ihre Macken und merken es einfach schnell, ob der Reiter jetzt zu den erfahreneren, sicheren gehört oder ob da oben eben jemand sitzt, dem selbst noch nicht so ganz klar ist wie es funktioniert. Im zweiten Fall schalten die Pferde dann gerne mal auf Energiesparmodus und machen es einem leider besonder schwer. Viel dagegen ausrichten kann man da meist kurzfristig auch nichts, außer eben sein Bestes zu geben und mit der Zeit dann an Sicherheit dazuzugewinnen. :)

Leider gibt es immer viele kleine Details, die bei der Hilfengebung nicht stimmen können, die man eben nur vor Ort feststellen kann. Vielleicht gibst du die Gewichtshilfe nicht richtig und knickst in der Hüfte ab; vielleicht rahmst du das Pferd nicht ausreichend mit dem äußeren Zügel ein oder hängst zu stark am inneren; oder du treibst tatsächlich nicht richtig - nicht stark genug, nicht im Takt, ect. Übers Internet ist es ein bisschen schwierig, so genau zu sagen, was du verbessern kannst.

Im Grunde genommen geht es so: Du drehst dich mit der Bewegung auf dem Zirkel mit und verlagerst dabei dein Gewicht leicht nach innen. Dein Pferd sollte leicht nach innen gestellt sein, sodass du den Rand der Nüstern sehen kannst. Aber immer darauf achten, dass du nicht nach innen ziehst, sondern weich in der Hand bleibst. Den äußeren Zügel nicht 'wegschmeißen' sondern quasi als Schulterbegrenzung die Verbindung zum Pferd behalten. Mit dem inneren Bein treibst du dein Pferd in die Biegung, mit dem äußeren, das du etwas hinter den Gurt legst, begrenzt du den Rest des Pferdekörpers. Je nachdem, wie sehr das Pferd nach außen drängt, musst du den Druck hier eben situationsgemäß anpassen. So hab ich es zumindest gelernt - kleine Unterschiede in der Ausbildung gibt es natürlich immer :) Ich hoffe, es war verständlich?

Ich selbst habe allerdings auch lange Probleme damit gehabt, dass das Pferd auf dem Zirkel ausbricht. Mit der Zeit entwickelt man das Einfühlungsvermögen, um das Pferd auf der Linie zu halten. Aber das geht eben auch nicht von heute auf morgen. Muss es auch nicht! Beim Reiten lernt man immer etwas dazu, das Lernen ist es doch, das Spaß machen soll :)

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Kommentar von pauliebus1309
27.04.2016, 20:45

Heyy. vielen ank für deine sehr liebe und nette Antwort. nur ein Problem gibt es noch :`) ich reite seid 8 Jahren und habe selber 3 Pferde. Die reite ich aber nur im gelände da wir keine Halle haben. den vertraue ich blind und da funktioniert die kleinste hilfe zum angallopieren lenken etc... er weiß genau was ich will. also unsicher bin ich eigentlich nicht. :D ich wollte nur jetzt langsam mit Dressur anfangen. dafür bin ich im Reitstall ( niemals aer turniere und so weil ich das schrecklich finde) hast nun noch andere tipps die du mir geben kannst?

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Der einzige Tipp den ich dir geben kann: such dir eine andere Reitschule. Genau für solche Fragen ist dein Reitlehrer zuständig und wenn er keine Lust hat oder nicht fähig ist dir selbst bei recht einfachen Dingen zu helfen, dann würde ich dort keine einzige Sekunde verschwenden. Noch dazu ist es so gut wie unmöglich dir irgendwelche Tipps zu geben, denn ohne dich reiten zusehen kann man schwer beurteilen was du falsch machst.

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Kommentar von pauliebus1309
27.04.2016, 20:26

es ist ja nur diese eine frage. Was für Abläufe muss ich machen? und nein. wechseln kommt nicht in Frage. trotzdem danke.

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Meiner Meinung nach hat übers Internet noch keiner ordentlich reiten gelernt und ich würde mich weigern, einem Reitlehrer Geld für seine Dienstleistung zu zahlen, wenn er mir rät, mich im Internet schlau zu machen.... Andererseits würde mir mein Reitlehrer vermutlich auch was erzählen, wenn ich ihm sagen würde, ich hab das im Internet aber so und so gelesen....

Wie Urlewas geschrieben hat, manchmal verdreht man sich oder belastet falsch, ohne es selber zu merken. Ein wirklich guter Reitlehrer, der seine Pferde gut kennt, der sieht und merkt sowas aber. Und der hilft dir, dich selber zu korrigieren bzw. ein Gefühl für deine Bewegungen zu bekommen. Er wird dir nie raten, dich im Internet zu informieren.

Bei solchen Reitlehrern, wie du sie hast, wird man vermutlich nach Jahrelangem Reitunterricht feststellen, dass man lang nicht so gut reitet, wie man eigentlich glaubt. Insofern tust du dir eigentlich selber keinen Gefallen, wenn du glaubst, dir selber helfen zu müssen anstatt deinen Reitlehrer seine Arbeit machen zu lassen.

Zum Thema "Dressur" und "Turnier". Dressur hat nichts mit Turnieren zu tun, sondern dient dazu, das Pferd ordentlich zu gymnastizieren. Vor sich hinlatschen kann jedes Pferd, allerdings sind die meisten derart gerittenen Pferden mit knappen 20 schon relativ durch....

Also lernt man ordentlich Dressur reiten. Ordentlich deshalb, weil man dann auch nicht so reitet, wie man es den "bösen" Turnierreitern immer nachsagt, sondern Pferdegerecht und Pferdefreundlich. Ein so gerittenes Dressurpferd kann man dann auch gerne bei Turnieren vorstellen. Man ändert nichts an der Turnierszene, wenn man sie ignoriert. Hingehen, gutes Beispiel geben - vielleicht findet dann bei einigen Leuten mal langfristig ein Umdenken statt.

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Ich denke auch eher dass es am Pferd liegt. Hatte selber schon mal ein Pferd, was kaum auf Hilfen oder Schenkel reagiert hat. Dadurch kann man selber auch nicht viel mehr machen. Wenn es zu stark im Maul ist, nicht auf Hilfen oder Schenkel reagiert, wird es schwierig richtig reiten zu lernen.

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Kommentar von pauliebus1309
27.04.2016, 20:38

oh danke. das gibt mir wieder Hoffnung. ich war schon verzweifelt und dachte ich kann nicht reiten. ;D

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Hm also ich nehme jetzt mal an, früher bist du western geritten und fängst jz enlisch an. Das mit dem stellen und biegen ist schwer, stell dir das für galopp so vor: der äussere zügel fängt ab, der innere führt und stellt. Im trab ist das fast genau so, versuche einfach mal unnauffällig in der nächsten stunde das pferd mit dem INNERREN zügel nach aussen zu führen beispielsweise zu drücken.

Zum aussitzen: für den anfang: das azssitzen geschieht im becken. Der rücken und die hände sollten davon unbeinflusst bleiben. Also versuche erst, dich sehr weit zurückzulehnen, um dein becken frei zu kriegen. Stärkt auch die rückenmuskulatur. Wenn dein pferd jetzt einen schritt macht, und sich der rücken hebt, versuche es ihm nachzumachen, und zieh dein becken auch hoch, aber nur so weit, wie auch das pferd das gemacht hat. Oder reite mal ohne steigbügel. Verhilft zu einem langen bein und einem tiefen sitz.

Auf welchem hof reitest du denn?

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