Wie funktioniert ein LZB-Block auf der Münchner Stammstrecke?

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Wenn ein herkömmlicher Blockabschnitt frei ist, kann das Signal eh auf Grün gestellt werden. Wenn aber der Abschnitt belegt ist, müsste der herkömmliche Abschnitt durch ein rotes Signal gegen das Einfahren eines zweiten Zuges gesichert werden. LZB (und ETCS) aber benutzen variable Blöcke, die nicht bis zum Ende des Abschnitts (dem nächsten Signal) gehen, sondern in dem Fall bis kurz hinter den vorherfahrenden Zug. Und dann wird das Signal dunkel gestellt, damit der Triebfahrzeugführer nicht an haltzeigenden Signalen vorbeifährt, denn das will man ihm/ihr gar nicht erst antrainieren - irgendwann fährt er auch wieder ohne LZB/ETCS. Genau genommen dürfte das Signal auch nicht dunkel sein, denn bei dunklem Signal gilt das Mastschild, welches bei einem Hauptsignal ebenfalls "Halt" bedeutet. Aber wenigstens ist es keine rote Lampe wie sonst. Das ganze hat historische Gründe - man will auch alte Stellwerke, ohne diese komplett umzubauen, mit LZB/ETCS aufrüsten können.

Ach ja: Da die Münchener S-Bahn komplett auf LZB ausgelegt ist, kann es sein, dass die nur sehr große herkömmliche Signal-Blockabstände haben - nur ein Ausfahrsignal an einer Station und ein Einfahrsignal an der nächsten Station. Dann ist dort auch nichts dunkel geschaltet, weil es nichts (keine herkömmlichen Abschnitte) unterwegs gibt. So etwas funktioniert aber nur, wenn (wie bei der S-Bahn) alle Fahrzeuge LZB benutzen, weil sonst ein einziges herkömmliches Fahrzeug die gesamte Strecke "blockiert" und damit der Durchsatz sehr klein wird.

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Signale sind dunkel solange nicht der ganze Abschnitt bis zum nächsten Signal frei ist.

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