Wie funktioniert Druckausgleich im ohr?

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4 Antworten

Hallo,
um die Hintergründe zu verstehen, sollte man zunächst einmal den 
Zeigefinger und Daumen einer Hand nehmen und damit die Nase zu halten. 
Sodann bläst man die Atemluft gegen die zugehaltene Nase .
In den Ohren macht es leicht "klick" und der Druck ist ausgeglichen,
völlig ohne Schmerz. Das kann man öfter auf dem Sofa trainieren, denn 
es stärkt den Muskel des Ohres.
Schmerz wird in den Ohren nur empfunden, wenn man beim Abtauchen den 
Druckausgleich nicht machst. Druckausgleich ist beim Tauchen schon nach 
dem ersten Meter erforderlich, und zwar bei jedem Taucher. Und danach 
immer wieder und wieder, sobald sich Druck aufbaut und bevor der Schmerz
beginnt.
Druckausgleich darf nich weh tun und tut es auch nicht, drück man die 
Luft nur sanft gegen die Ohren, bis es "klick" macht.
Der
Druck des Wassers (Umgwebungsdruck), auch auf die Ohren, steigt mit 
zunehmender Tiefe; pro 10 m Wassertiefe = 1 bar. Der Schmerz entsteht 
dadurch, dass der Außendruck des Ohres vor dem Trommelfell größer ist 
als der Innendruck hinter dem Trommelfell. Diesen Druck muss der Taucher
ausgleichen, sost würde das Trommelfell reißen und Hörverlust 
eintreten. Und dieser Druckausgleich wird durch das Blasen von Luft aus 
den Atemwegen gegen zugehaltene Nasenlöcher erreicht. Und das immer 
wieder beim Abstieg, um den jeweils erforderlichen Innendruck in den 
Ohren wieder herzustellen. Der Nasenerker in der Tauchermaske hilft 
dabei,
die Nasenlöcher bei Bedarf mit den Fingern zu schliessen. Gelingt der 
Druckausgleich nicht, zum Beispiel nach oder während einer Erkältung, 
kann nicht getaucht werden.
Je
nach Fähigkeit, Fertigkeit und körperlicher Beschaffenheit des Tauchers
gibt es noch andere Möglichkeiten. Schlucken oder auch nur die Kiefer 
bewegen gehören dazu. Letztere beiden Methoden funktionieren aber nicht 
bei allen Menschen. Es zu auszuprobieren lohnt sich, vielleicht geht es 
ja ohne die Finger zu benutzen. Ich möchte hier noch eine Methode 
anführen, die viel Übung erfordert, nicht jeder kann und die ich auch 
noch nicht versucht habe: DELONCA. Hier wird die Zunge gegen die obere 
Zahnreihe gepresst und gleichzeitig der Kopf zurück gestreckt. Und wie 
gesagt; der Druckausgleich ist immer nur bei Abstiegen erforderlich.
Ein
Tipp: auch wenn ein Flugzeug landet entsteht bei vielen Menschen ein 
Druck auf den Ohren, der sich durch Blasen gegen zugehaltene Nasenlöcher
abbauen lässt.
Sporttaucher
tauchen bis 40 Meter, sog. TEC-Taucher über 100 m tief. Es geht sogar 
noch tiefer. Aber nie ohne Druckausgleich, schon ab den ersten Metern 
kommt keiner ohne aus, und zwar bis in jede Tiefe.
Nach
und während einer Erkältung sind die Atemwege fast zugeschwollen. Dann 
funktionert kein Druckausgleich und das Tauchen muss ausfallen.

Gruß Klaus

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Marvin00029282 06.07.2017, 17:00

Vielen dank!!! Für deinen sehr Hilfreichen Kommentar! So ausführlich hätte er garnicht sein müssen!

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Methoden können sein:

  • Nase zuhalten und ausatmen
  • Schlucken
  • Kiefer nach vorne schieben
  • Eine Kombination, also z.B. Kiefer nach vorne schieben und durch die zugehaltene Nase ausatmen

Spürt man schon Druck, ist es fast schon zu spät. Ja, man kann ausgleichen, aber idealerweise macht man den Druckausgleich auch ohne was zu spüren jeden Meter, den man abtaucht.

Jedesmal wenn es nötig ist. Wenn ich tauchen gehe (mit Geräten), mache ich beim Abtauchen sehr oft Druckausgleich (z.B. etwa alle 1,5m). Wenn du auf gleicher Tiefe bleibst & der Druck ausgeglichen ist und der Außendruck gleich bleibt, ist das dann nicht mehr nötig. Beim Auftauchen hat man das umgekehrte Problem. Das kann man im Gegensatz zum Abtauchen aber nicht "selbst steuern". Deshalb ist es wichtig langsam aufzutauchen, damit sich der Druck in den Ohren von selbst "natürlich" ausgleichen kann.

Es gibt 2 varianten: 1. Wenn du einen druck spürst Nase zuhalten und ausatmen (dann sollte es knacken und der druck geht weg)

2. schlucken dann sollte das Gefühl auch weggehen

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