wie funktioniert die pille genau?

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5 Antworten

Hallo,

Die Mikropille schützt auf drei Arten vor einer Schwangerschaft

  • sie unterdrückt die Reifung der Eizelle und somit auch den Eisprung,
  • sie sorgt dafür, dass weniger Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird und
  • durch sie bildet sich ein Schleimpfropf, welcher den Spermien den Weg zur Gebärmutter versperrt.

Schaue mal hier meine Antwort:

https://www.gutefrage.net/frage/pille-ja-oder-nein-und-wie?foundIn=unknown_listing

Da ist ein kleiner Fehler. Beim dritten Punkt sollte stehen "24+4-Pillen". Unten findest du noch einige weiterführende Links.

Liebe Grüße

Hi,

in deinem Körper läuft zwischen ca. 12 und 40 Jahren ein wiederkehrender Zyklus von ca. 28 Tagen ab. Der Eintritt dieses Zyklus bedeutet zugleich den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt, wie ihr ja gerade erlebt. 

Dieser Zyklus wird durch Hormone der Hirnanhangsdrüse in deinem Gehirn gesteuert, die diese abgibt, das ist das "Follikelstimulierende Hormon" (FSH) und das "luteinisierende Hormon" (LH). 

In diesem Zyklus reift ein Eibläschen (Follikel) in einem deiner beiden Eierstöcke heran. Das dauert 14 Tage, dann platzt das Eibläschen und die Eizelle wird in den Trichter des Eileiters entlassen. Dort wandert sie langsam Richtung Gebärmutter. 

Wenn du Sex gehabt hast, kann sie dort theoretisch auf eine Samenzelle stoßen und befruchtet werden. 

Dein Partner wird dazu ca. 40-80 Millionen Samenzellen pro ml in dir abgeben, insgesamt vielleicht 400-500 Millionen, wenn er "kommt", davon schaffen es ca. 500 Stück durch den Gebärmutterhals bis in den Eileiter aufzusteigen, um dort mit der Eizelle zusammenzutreffen. Ein Spermium könnte ggf. zum Zug kommt, also die Eizelle befruchtet. Damit das möglich wird, verflüssigt sich vorher schon der Schleimpfropf, der im Gebärmutterhals liegt und das Eindringen von Spermien oder Keimen verhindert. Der Weg wird also frei gemacht.

Gleichzeitig wird deine Gebärmutter für eine Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet, sie wird gut durchblutet und es bildet sich Gebärmuttergewebe (Schleimhaut). 

Bleibt eine Befruchtung aus, weil es nicht geklappt hat oder weil man keinen Sex hatte, wird dieses Gebärmuttergewebe zusammen mit Blut abgestoßen (deine "Regelblutung"). 

Findet hingegen eine Einnistung einer befruchteten Eizelle statt, werden bestimmte Hormone gebildet (Östrogene und Progesteron). Der Östrogen und Progesteronspiegel in deinem Blut hemmt nun die Abgabe von FSH und LH der Hirnanhangsdrüse und somit die Bildung neuer Follikel + einen neuerlichen Eisprung. Sonst würde man ja ggf. nocheinmal schwanger, obwohl man schon schwanger ist. 

Nun die Idee der Pille: Wie kann man in diesen Zyklus eingreifen, damit man nicht schwanger werden kann? 

Fügt man dem Körper Östrogene und Progesteron als "Pille" künstlich zu, dann hat dieser den Eindruck, dass eine Befruchtung stattgefunden habe. 

Über den Hormonspiegel wird die Abgabe von FSH und LH in der Hirnanhangsdrüse gehemmt. Daher können, wie bei einer Schwangerschaft, keine neuen Follikel heranreifen und es kommt zu keinem Eisprung mehr. 

Außerdem bleibt durch die Hormonwirkung der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt, wo die Spermien eigentlich durchmüssten. Der Weg ist verstopft. 

D.h. durch beide Hormone, die nun künstlich gegeben werden, wird dem Körper suggeriert er wäre schwanger und dadurch einerseits der Eisprung verhindert und andererseits ein Aufstieg von Spermien aus der Scheide in die Gebärmutter durch mechanischen Verschluss (Schleim im Gebärmutterhals) vermieden. Das beides verhindert effektiv eine Befruchtung und somit das Eintreten einer echten Schwangerschaft. Gruß, Cliff

Die Pille täuscht keine Schwangerschaft vor, sondern eine dauerhafte 2. Zyklushälfte (also die Phase nach dem Eisprung). In dieser Phase wird vermehrt Progesteron (und weiterhin Östrogen) gebildet, ganz unabhängig von einer Schwangerschaft! 

Der Körper denkt also nicht, dass er schwanger ist, sondern lediglich, dass der Eisprung schon gewesen ist und deshalb kein weiterer stattfinden darf (Progesteron-Blockade). 

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@Nyx11

"Einen ähnlichen Effekt haben auch die künstlich hergestellten Hormone in der Pille: Das Östrogen unterbindet den Eisprung, während das Gestagen den Zervixschleim verdickt. Es sorgt zudem dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht vollständig aufgebaut wird. Insofern wird dem Körper mit Einnahme der Pille tatsächlich eine Schwangerschaft vorgetäuscht."

Q: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. https://www.familienplanung.de/faq/verhuetung/faq/stimmt-es-dass-die-pille-dem-koerper-eine-schwangerschaft-vortaeuscht/

Danke für deine Eingabe, wir müssen einerseits didaktisch reduzieren. 

Die Fragenstellerin wird vermutlich keine Details der Regulation verhackstückeln wollen. Dabei orientieren wir uns an gängiger Lehrmeinung die zudem die biologische Sinnhaftigkeit dieses Vorganges widerspiegelt. Der Hormonspiegel hat die Funktion, eine erneute Schwangerschaft zu verhindern, somit verhindert er generell eine Schwangerschaft, Gruß, Cliff

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Durch die Anwendung der Pille bekommt ein bestimmter Teil des
Gehirns, die Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die Information, dass sich
ausreichend Hormone, Östrogen und Gestagen, im Körper befinden und
produziert somit keine eigenen Hormone mehr, d.h. die Eierstöcke werden
nicht stimuliert. Hierdurch kommt es zur beschriebenen
empfängnisverhütenden Wirkung:



Unterdrückung der Eireifung und des Eisprungs (sog. Ovulationshemmung)
Außer seiner Wirkung auf die Hypophyse,
durch die Eireifung und Eisprung verhindert werden, hat das in der
Pille enthaltene Gestagen einen zusätzlichen Anteil am
empfängnisverhütenden Schutz.



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