Wie funktioniert die Kleinunternehmerregelung?

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5 Antworten

Dennoch muss ich am Jahresende bei der Steuer eine Gewinnüberschussrechnung machen

Für die Einkommensteuer. Die Kleinunternehmerregelung gilt nur für die Umsatzsteuer und steht deshalb auch in § 19 Umsatzsteuergesetz. Das sollte man nicht durcheinander bringen.

Die Gewinnüberschussrechnung muss gemacht werden, damit geprüft werden kann, OB Steuern abzuführen sind. Genauer: Umsatzsteuern.

Ich hab als BamS-Zustellerin auch eine Kleinunternehmen-Anmeldung und muss 1x im jahr diese Erklärung machen...wobei bei dem "Geschäftsumfang" eine einfache Buchführung völlig reicht.

Ich hab noch keine Steuern zahlen müssen, nur eben 1x jährlich den krempel ausfüllen.

SOLLTE der Gewinn entgegen der Erwartung den Freibetrag überschreiten, DANN sind allerdings Steuern zu zahlen. Und Umsatzsteuern ist noch mal ne zusätzliche Kiste...

Am besten lass dir das mal von einem Steuerberater erklären.

Teresamaria 24.10.2012, 09:30

Sorry, aber deine Antwort ist zum großen Teil falsch. Bei der Einnahmen/Überschußrechung wird nicht geprüft ob Umsatzsteuer zu zahlen ist, sondern ob du Einkommensteuer zahlen mußt. Es gibt keinen Freibetrag für den Gewinn. Schon gar keinen über 17.500 wie viele meinen. Man hat als Lediger einen Grundfreibetrag von 8.004 Euro und als Verheirateter einen von 16.008,00 Euro. Der gilt aber nicht nur für das Unternehmen, sondern für die ganzen Einkünfte die während eines Jahres anfallen. Also Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit,aus Selbstständigkeit, Vermietung und Verpachtung und was es sonst noch so gibt, werden zusammengezählt.

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Die Kleinunternehmerregelung gilt nur für die Umsatzsteuer. Du brauchtst bzw. darfst dann auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer auszuweisen. Das heißt du brauchst auch keine Meldungen ans Finanzamt zu machen und mußt auch kein Geld für die Umsatzsteuer ans Amt bezahlen.

Hallo,

also Ihr dürft hier nicht Gewinn mit Umsatz verwechseln. Die Kleinunternehmerregelung gilt nur bis zu einem UMSATZ (nicht GEWINN) i. H. v. 17500,00 Euro pro Jahr.

Wer allerdings sein Gewerbe mitten im Jahr angemeldet hat, trotzdem darf pro Monat nicht mehr als 1458,33 Euro UMSATZ machen.

Beispiel:

Angemeldet zum 01.07.2012

Umsatz 07.2012 bis 12.2012 = 6 x 1458,33 Euro

Gruß

Zufaelliger 25.10.2012, 09:05

§ 19 UStG: "(1) Die für Umsätze im Sinne des § 1 Abs. 1 Nr. 1 geschuldete Umsatzsteuer wird von Unternehmern, die im Inland oder in den in § 1 Abs. 3 bezeichneten Gebieten ansässig sind, nicht erhoben, wenn der in Satz 2 bezeichnete Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer ***im vorangegangenen Kalenderjahr 17 500 Euro**** nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr 50 000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird."

Der Unternehmer wird steuerpflichtig, wenn er über dem Jahresbetrag lag oder eine Prognose zu Beginn des Jahres ergibt, dass er im laufenden Jahr über 50.000 € kommt. Liegt er mit seiner Prognose unter 50.000 und kommt tatsächlich darüber, gilt die Prognose.

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MI5000 25.10.2012, 13:35
@Zufaelliger

was ich halt nicht verstehe: Wenn ich als Kleinunternehmer keine Umsatzsteuer zahl, muss ich das Einkommen dennoch versteuern (den Gewinn).

Also was bringt mit das? Ob ich Umsatzsteuer zahle, oder den Gewinn über die Einkommensteuer versteuert bekomme, so oder so ich muss doch zahlen.. also warum gibts dann diese Regelung?

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Zufaelliger 25.10.2012, 15:45
@MI5000

Als Kleinunternehmer hast Du den Vorteil, dass Du keine USt an das Finanzamt abführen musst. Damit bleibt Dir eine Abgabe der USt-Erklärung erspart. Für Deine Kunden sind die Rechnungsbeträge niedriger. Sie müssen Dir keine USt zahlen. Damit bist Du konkurrenzfähiger. Auf der anderen Seite kannst Du keine Vorsteuer geltend machen. Es kommt also darauf an, wie Deine gewerbliche Tätigkeit aussieht. Es könnte auch günstiger sein, wenn Du den Vorsteuerabzug hättest. USt und ESt darfst Du nicht vermischen. Die USt (7 oder 19% auf den Umsatz), wenn sie ausgewiesen wird, gehört dem Finanzamt und muss abgeführt werden. Die gezahlte Vorsteuer wird gegengerechnet.

Eine Überschussrechnung musst Du auf jeden Fall machen. Den Überschuss musst Du in der ESt-Erklärung angeben und mit Deinen Einkünften versteuern. Wenn Du insgesamt unter dem Existenzminimum bleibst, ist das Einkommen steuerfrei. Das wird Dir vom Finanzamt dann mitgeteilt. Die USt, die Du von Kunden bekommst, ist in der Überschussrechnung Einnahme, wenn Du sie an das Finanzamt abführst, ist sie Ausgabe. Die Vorsteuer, die Du an Lieferanten zahlst, ist Ausgabe. Bekommst Du vom Finanzamt eine USt-Erstattung, ist das eine Betriebseinnahme.

Umsatz netto + USt + USt-Erstattung vom Finanzamt - Wareneingang - gezahlte Vorsteuer - an das Finanzamt abgeführte USt = Gewinn

Der Gewinn wird der ESt unterworfen. Die USt führt dabei lediglich zu Verschiebungen, wenn Du sie in einem Jahr einnimmst und im nächsten an das Finanzamt abführst. Bist Du umsatzsteuerpflichtig, musst Du Dich entscheiden, ob Du Ist- oder Sollversteuerung möchtest. Es gibt Betriebsausgaben, die den Gewinn nicht mindern dürfen, für die Du die Vorsteuer trotzdem erstattet bekommst und und und.

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Der Überschuss wird der ESt unterworfen. Als Kleinunternehmer brauchst Du keine USt zahlen (darfst sie auch nicht ausweisen) und kannst keine Vorsteuer geltend machen.

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