Wie funktioniert die Bestellung bei Just-In-Time-Prinzip?

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3 Antworten

Die genauen Betriebsprozesse sind sicher von Firma zu Firma unterschiedlich. Genau wie auch die für die Produktion benötigten Vorprodukte.

Generell muss sich ein als lieferbar angepriesener Artikel überhaupt erstmal in kurzer Zeit herstellen oder fertigstellen lassen. Das ist nicht bei allen Produkten möglich. Ein Atomkraftwerk beispielsweise wird sich niemals "just in time" bauen lassen. Aber bei Autos wäre sowas durchaus denkbar, weil sie heutzutage ja eh schon nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt werden.

Im Falle eines individualisierten, "just in time" gelieferten Autos wäre es also so, dass z. B. ein Kunde die genauen Einzelmerkmale in der Bestellung angeben könnte, und dann sofort nach Bestelleingang die ganzen "Standardteile" aus dem "Baukasten" intern bereitzustellen wären für die Fertigungsstraße. Dann würde man in der Fertigungsstraße das alles zusammensetzen, das Ergebnis durch die Qualitätssicherung schicken und das fertige Fahrzeug schnellstmöglich ausliefern, damit es auch ja keine Lagerkapazität beansprucht.

Damit intern Teilekommissionierung und Fertigungsstraße effizient funktionieren, kann man beispielsweise die einzelnen Teile mit maschinenlesbaren Codes (z. B. via RFID-Chip oder Barcode) ausstatten, und zusätzlich dann in einer zentralen EDV dann die Auftragsspezifika erfassen. Da steht dann drin, dass Auftrag XY eben aus Teilen T1, T2, T3 besteht, und T2 soll bitte auf eine bestimmte Weise verarbeitet werden. Nur mal so als Beispiel. Bei Prozessen, die automatisiert (z. B. mit Fertigungsrobotern) ausgeführt werden, kann dann sogar automatisch die Anweisung an den Fertigungsroboter weitergegeben werden. Der erkennt ja dann die Teile, die auf dem Band an ihm vorbeirauschen (z. B. via RFID-Chip), kennt den zugehörigen Auftrag, und "weiß" dann, was er genau bei diesem speziellen Auftrag damit zu machen hat.

Im Falle von Nahrungsmitteln oder chemikalischen Erzeugnissen wird "just in time"-Produktion immer mit Lagermanagement zu tun haben. Ein Chemikalienlieferant wird nicht erst anfangen, irgendwelche Ausgangschemikalien zusammenzumischen, wenn der Auftrag kommt. Sondern er wird eher einen kleinen Vorrat vorhalten, mit dem zumindest so lange noch Bestand geliefert werden kann, bis er nachproduzieren kann. Da wird dann die Maxime eher sein, dass der Lagerbestand minimiert werden soll, aber es wird dennoch Lagerung stattfinden müssen.

Da viele Dinge innerhalb weniger Minuten produziert werden können oder eines halben Tages, wird erst

nach der Bestellung von 100 Stück DVDs z.B. durch Media-Markt/Kaufhof mit der Fertigung begonnen,

einen halben Tag später oder selbst eher ist alles verpackt und im LKW auf dem Weg zum Kunden.
(Bei Vollkontinu-Produktion) -

Das Ganze geht dank einer kompletten Digitalisierung (jeder Arbeiter logt sich ein und sieht das Schema z.B. der Nachtschicht, und weiß, was bis zum Morgengrauen bearbeitet sein muss - auf kurzfristige Änderungen kann dadurch "autonom" eingegangen werden),

dass bei Bestellung sehr zügig die Vorgaben an die Produktion weitergeleitet werden können.

So war das zumindest vor 20 Jahren, als das Internet in deutschen Firmen nur keine oder eine untergeordnete Rolle spielte, es aber gute auf den Bedarf zugeschnittene Computersysteme gab.


Eigentlich ist Just-in-time  produce-on-demand.

Leider kenne ich keine Musik, die im Just-In-Time Prinzip bestellt wird.

Morise1 08.07.2017, 13:45

Wahnsinns Antwort! 

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