Wie funktioniert das mit der Waffenbeschaffung für den Privatbesitz in den USA?

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7 Antworten

Ich war bei Wal-Mart dort haben sie eine Waffenabteilung. Zum Erwerb einer scharfen Waffe hätte ich nur meinen Führerschein vorweisen müssen. Es hing eine Karte der USA, aus der war ersichtlich welche Bürger (das heisst Bürger aus welchen Staaten) berechtigt sind mit den Führerschein Waffen zu kaufen. Der Besitz von Waffen ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt, doch bis auf wenige Ausnahmen darf jeder US-Bürger mit seinem Führerschein als Legitimation Waffen kaufen. http://www.derwesten.de/politik/usa/blutbad-in-washington-amerika-und-seine-haarstraeubenden-waffengesetze-cmt-id8454709.html

So einfach wie hier in vielen Antworten zu lesen ist es dann oft auch nicht. Ein Backroundcheck findet z.B. oft Anwendung. Es kommt auch auf die Art der Waffen an und wo man sie kauft. Eine Lizenz zum Führen in der Öffentlichkeit ist dann (genau wie in Deutschland) noch mal etwas anderes, was sich zum reinen Besitz zu hause unterscheidet.

Interessant ist noch, dass z.B. Vermont ein sehr liberales Waffenrecht hat und dieser Staat mit die höchste Waffendichte in den USA überhaupt aufweist. Die Mordrate liegt aber unter der von Deutschland. In anderen Bundesstaaten ist das Waffenrecht strenger und die Waffendichte (dabei rede ich immer von den legalen Waffen) geringer, die Mordrate aber viel höher als bei uns.

Hier ist es am besten aufgeschlüsselt. In deutschsprachigen Quellen wirst du da kaum etwas finden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Gun_laws_in_the_United_States_by_state

Wieder einmal soll hier unterschwellig suggeriert werden, daß die hohe Waffendichte in einem Staat zu einer geringeren Mordrate führt.

Diese angebliche Korrelation ist natürlich Kokolores.

Sie ist insbesondere beim Beispiel Vermont völliger Kokolores. Vermont ist ein hübscher Kleinstaat, fast idyllisch zu nennen, von Wäldern und schönen Landschaften geprägt. Die Bevölkerung ist sehr homogen und besteht (laut Wiki) zu 97% aus Weißen. Großstädte gibt es nicht, die größte Stadt, Burlington, hat gerade mal 42.000 Einwohner.

"Problemgebiete" gibt es in diesem gut situierten Bundesstaat so gut wie keine. Ich gehe mal davon aus, daß man auf dem Land sein Auto unverschlossen stehenlassen kann. (Das hat jedenfalls meine Gastfamilie so gehalten.)

All das erklärt die niedrige Verbrechensrate und die niedrige Mordrate.
All das hat mit Waffenbesitz nichts zu tun.

Trotzdem wird von Waffenbefürwortern immer wieder suggeriert - und leider, wie hier zu sehen, auch immer wieder bei GF - daß es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen einer hohen Besitzquote an Waffen und an einer niedrigen Verbrechensrate gebe.

So etwas ist reine Propaganda - von der Art, wie sie die Waffenlobby in den USA verbreitet.

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@earnest

Und warum stieg die Schusswaffenmordrate in GB erst nach dem Schusswaffenverbot von 1998 so drastisch an?

Warum nahm ebenfalls nach dem Gun Ban in Australien die Gewaltverbrechensrate zu drastisch zu?

Lustig übrigens, dass deine Interpretation nur dann etwas mit Waffenbesitz zu tun hat, wenn es übel aussieht. Dass eine hohe Schusswaffendichte und wenig Verbrechen an bestimmten Orten funktioniert zeigt doch, dass die Ursachen in sozialen Problemen liegen, und so wie du richtig festgestellt hast eben nichts mit dem LEGALEN Waffenbesitz zu tun hat! Genau darauf wollte ich auch hinaus.

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@earnest

Wieder einmal wird hier unterschwellig suggeriert, das Waffenrecht der USA sei schlecht. Dabei wird vergessen, dass auch in den USA eine duetliche Minderheit der Waffenbesitzer im Zusammenhang mit Waffen kriminell wird. Ich persönlich verzichte in Deutschland ungerne auf das Recht, öffentlich eine Waffe führen zu dürfen, nur weil viele Leute dem Irrglauben unterliegen, dass sich damit Straftaten im Zusammenhang mit Waffengewalt verhindern lassen oder einfach an Hoplophobie leiden. Dass das Quatsch ist, zeigt die Tatsache, dass die meisten Schusswaffen-Tötungsdelikte mit illegalen besessenen Waffen durchgeführt werden und es solche auch unter dem strengen Waffengesetzt in Deutschland gibt. Wer kriminell ist, beschafft sich auch hier - illegal - eine Waffe und der unbescholtene Bürger, der sich an Recht und Gesetz hält, kann sich nicht wehren, da er keine bekommt.

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@Schard

So ist es. In Deutschland stehen 5,5 Mio legale Waffen ganze 30 - 40 Mio illegale Schusswaffen gegenüber!

Pro Jahr werden in Deutschland 5 Menschen mit legalen Schusswaffen ermordet. Würde man diese nun verbieten, dann kämen diese Menschen leider Gottes trotzdem ums leben, da nicht die Waffen töten, sondern die Menschen. Jeder Kriminologe weiß, zuerst kommt der Tatentschluss, dann erst die Wahl des Tatmittels. Der Rest der 3000 Morde pro Jahr in Deutschland wird ja auch irgendwie bewerkstelligt.

Bei 200 000 Toten pro Jahr durch Konsum von legalen Drogen und weiteren 45 000 Toten durch Krankenhauskeime und Ärztepfusch sind 5 Tote, deren Tod man ja mit einem Verbot auch gar nicht verhindern würde, ein echt scheinheiliges Argument für die, die hier auch noch die letzten legalen Waffen verbieten wollen. 200 000 Tote durch Tabbak und Alkohol, ja das ist halt Freiheit. Das muss man in einer freien Gesellschaft aushalten.... als wenn die Abhängigkeit von Drogen eine freiwillige Entscheidung wäre.... aber egal. Leute wie earnest kann man nicht erreichen. Die haben ihre Meinung, die in ihrem Kopf (und nur da) eben Sinn ergibt. Bitteschön.

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@FloTheBrain

Du lenkst mit dem Aufmachen dieses neuen Fasses davon ab, daß du in deinem Beitrag mit dem Beispiel Vermont Kokolores erzählt hast.

Demnächst wirst du uns vielleicht etwas vom ursächlichen Zusammenhang zwischen Storchvorkommen und Geburtenrate im Gebiet von Oder und Weichsel erzählen.

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Das Waffenrecht unterliegt in den USA den einzelnen Bundesstaaten und jeder Staat hat sein eigenes Waffenrecht. Du brauchst also 50 verschiedene Antworten, vielleicht hilft Google weiter.

Du findest keine klare Antwort, weil die Waffengesetze nicht USA-weit einheitlich sind. Die Bundesstaaten haben ihre individuelle Gesetzgebung, von der wiederum die einzelnen Gemeinden abweichen können, solange sie die für den Bundesstaat geltenden Gesetze nicht verschärfen.

Wenn Du nach konkreten Antworten suchst, dann musst Du nach Waffengesetzen für konkrete Bundesstaaten schauen. Und dann bekommst Du auch eindeutige Antworten.

Du gehst in den waffenladen suchst dir das vollautomatische sturmgewehr samt munition aus gibst deinen ausweis zur kopie ab und ein zwei wochen später kannst du um dich ballern...

Auch in den USA unterliegen vollautomatische Sturmgewehre einem Kriegswaffenkontrollgesetz. Vollautomatische Sturmgewehre sind in den USA nicht für Zivilpersonen käuflich, sondern polizeilichen und militärischen Staatsorganen vorbehalten.

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@Schard

Die vollautomatische MP5k habe ich nun nicht für Texas gegoogelt.
Aber ein halbautomatisches Sturmgewehr reicht auch schon, um die Leute reihenweise "umzumähen." Wie oft genug bei Amokläufen geschehen ...

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@earnest

Nachtrag.

Offensichtlich sind auch automatische Waffen in Texas legal:
"Possession of ... automatic firearms (machine guns) ... is permitted by Texas laws so long as you have registered the item(s) into the NFA registry."

Quelle: Wiki (E) "Gun laws in Texas", Abschnitt 6.

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@PitzzaAirsoft

In den usa bekommt man alles vom sturmgewehr bis zu semi automatischen cal50 scharschützengewehr... wenn dich das ding trifft fliegst du erst mal 15m bis du den boden wieder berürst

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Hi.
Google am besten "gun law + (den betreffenden Staat der USA)". Da gibt es eine Riesenspannweite von - nicht unerwartet! - Texas bis New York.

Du hast völlig recht: Selbst nach Exzessen wie Newton ist es der U.S.-Regierung nicht gelungen, den Schußwaffenerwerb in den USA erheblich zu erschweren. Die mächtige Waffenlobby in den USA (google z.B. mal NRA - National Rifle Association) hat es mal wieder geschafft ...

Und wahrscheinlich werden hier gleich "die üblichen Verdächtigen" aufkreuzen, um zu suggerieren, wie segensreich doch der Waffenbesitz in den USA und überhaupt sei.

Gruß, earnest

Mehr oder weniger genauso, wie man sich bei uns eine DVD oder etwas zu essen kauft.

Bei Dir ist der Nutzername wohl wirklich Programm, oder?

Lass mich mal raten: Wenn Du in Deutschland eine DVD kaufst, dann gehst Du in den DVD-Laden, sagst, welche DVD Dich interessiert, legst Deinen Personalausweis oder Reisepass sowie zwei weitere Nachweise über Deinen Wohnsitz vor, gibst Deine Steuer- oder Sozialversicherungsnummer an und bezahlst. Und 24 Stunden später kommst Du dann wieder, um nach einem erfolgreichen Backgroundcheck die bereits bezahlte DVD abzuholen. Richtig? So ist das nämlich in meinem US-Bundesstaat, wenn man eine Schusswaffe kaufen möchte. Und Schusswaffen werden auch nur an US-Staatsbürger und Greencardinhaber verkauft, die nachweislich in diesem Bundesstaat wohnhaft sind. Touristen, (sonstige) Visumsinhaber und Amis oder Greencardinhaber aus anderen Bundesstaaten bekommen keine Waffe.

Aber Hauptsache, Du hast Dich mit Deinen Vorurteilen aufspielen können (und Dich damit herrlich blamiert...).

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