Wie funktioniert das mit dem Grundfreibetrag genau?

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1 Antwort

der Minijob wird pauschal versteuert, d.h. immer brutto = Netto, es gibt ja auch noch Sozialversicherungen, nicht nur Steuern, die abgezogen werden.

Genaugenommen ist es sogar so, dass monatlich erst ab ca. 950 Euro brutto Steuern zahlt, nicht schon bei 706 Euro. Das liegt daran, dass die Sozialversicherungen zum einen zum Teil absetzbar sind und es auch noch einen Werbungskostenfreibetrag von 1000 Euro im Jahr gibt. Die monatliche Abrechnung beruecksichtigt das und zieht daher erst ab ca 950 Euro Steuern ab. Wohn aber werden bei sozialversicherungspflichtigen Beschaeftigungen Sozialversicherungen abgezogen und das ist um diese Verdienstgruppe weitaus mehr als Steuern. Und die kriegt man auch nicht mehr zurueck.

Auch wenn du einen sozialversicherungspflichtigen Job hast und noch einen Minijob ist es steuerlich, als wenn du den Minijob gar nicht haettest (da pauschal bereits abgerechnet), die Einkuenfte werden dann nicht addiert.

Hast du nun ueber 950 Euro brutto verdient in einem Monat, aber eben nicht das ganze Jahr hindurch und bleibst unter ca. 11400 Euro insgesamt (auch wieder Grundfreibetrag und Werbungskostenpauschale und Sozialversicherungsfreibetraege) fuer das Jahr, dann werden dir monatlich zwar Steuern abgezogen, aber du kannst sie dir ueber den Jahresausgleich eben wieder zurueck holen. Nur die Steuern, nicht die Sozialversicherungen wohlgemerkt. Die Steuern vorher nicht abzuziehen ist nicht moeglich, weil man ja erst den Jahresverdienst abwarten muss, Korrektur geht erst am Jahresende.

Die jeweiligen genauen Abzuege kannst du mit einem BruttoNettoRechner ergoogeln, Alleinstehende haben die Steuerklasse 1.

Hier nur ein Beispiel:

Bei 1000 Euro brutto muestest du 6,38 Euro Steuern inkl. Kirchensteuer (falls Mitglied) zahlen und 204,75 Euro Sozialversicherungen, bekaemst also  ca. 788  Euro netto raus.

Ich hoffe, das war einigermassen verstaendlich.

ericgruen 28.08.2015, 15:04

Danke für die tolle Antwort,

Jetzt habe ich noch zwei Fragen.

Ich bin dieses Jahr auf 450€ angemeldet. Jetzt sind das ja einige Euros weniger die ich hätte verdienen können. D.h. ich könnte jetzt auch einfach den fehlenden Betrag auszahlen lassen auch wenn er irgendwo bei 2000-3000€ liegen würde, dann müsste ich eben die Steuern zahlen, bekomme aber es wieder mit der Steuererklärung zurück wenn ich unter dem Jahresbetrag liege?!

Und die zweite Frage ist, zur mir hat es geheißen das wäre ein großer Aufwand die 450€ abzumelden und mich neu anzumelden für den Grundfreibetrag. Ist das überhaupt notwendig mich umzumelden? Die Frage ist eben ob meine Chefin mich anlügt weil sie keine Lust hat oder ob das stimmt.

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wfwbinder 28.08.2015, 15:12
@ericgruen

@petrapetra hat es doch gut erklärt, aber Du wirfst Dinge durcheinander.

Du hast einen Minijob, der ist bei der Besteuerung pro Jahr völlig irrelevant. Die Abgaben werden pauschal durch den Arbeitgeber entrichtet.

Du könntest in diesem Jahr noch 11.400,- Brutto verdienen und Dir die abgezogenen Lohnsteuer dann noch komplett zurück holen.

Das einzige, Du kannst nicht beides (Minijob und Vollbeschäftigung beim gleichen Arbeitgeber gleichzeitig haben.

Bei der Minijobzentrale abmelden und als vollbeschäftigten anmelden ist nicht schwierig, oder zeitaufwendig, aber vermutlich will die Chefin Dich nicht als vollbeschäftigten.

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ericgruen 28.08.2015, 15:55
@wfwbinder

Ich dachte das wäre ein Minijob? Dann müsste Sie mich doch garnicht ummelden?

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wfwbinder 28.08.2015, 15:06

Gut erklärt.

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